Haare

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Früher war vieles einfacher. Beispielsweise die Sache mit dem Abschneiden der Haare. Mindestens 10 Jahre lang bin ich in den gleichen “Salon” gegangen. Hingeradelt, sich auf den Stuhl gesetzt, und bevor ich die “Autobild” ausgelesen hatte, wurde ich schon auf den Frisierstuhl gebeten. “Ohren freischneiden und alles was kürzer?” – “Ja, ziemlich kurz, bitte!” Dann Schweigen, bis der Spiegel hervorgeholt wurde und die unvermeidliche Frage kam: “Ist es so recht?” – Die ganze Prozedur dauerte nicht viel länger als 5 Minuten und kostete erst 6 €, dann 7 €. Ein Betrag, der mir für gut 5 Minuten Arbeit durchaus angemessen erschien.

Als ich das vorige Mal den Frisiersalon meiner langjährigen Wahl betrat, wurde ich gefragt, ob ich einen Termin hätte. Termin? Seit wann denn das? Gut, ich ließ mir einen Termin geben, radelte wieder hin, wurde von einer Frau bedient, die nicht nur ständig Fragen stellte, wie sie denn meine paar Haare schneiden sollte und ob sie denn auch die Augenbrauen stutzen sollte, sondern am Schluss dafür auch 10 € haben wollte. Weit über der Inflationsrate, dachte ich und beschloss, nicht mehr wieder zu kommen.

Ich schaute mir die Preistafeln sämtlicher Haarabschneider im Ort an und stellte fest, dass man allüberall die preisgünstige Dienstleistung für Menschen mit Glatzen, die man “Kranz-Schneiden” genannt hat, abgeschafft hat. Herrenhaarschnitt ist Herrenhaarschnitt schien die neue Devise zu heißen. Ich entschied mich also für einen Betrieb, der einen Herrenhaarschnitt für 10 € anbietet. Die Frisöse schnibbelte ewig an meinen paar Haaren herum und unterhielt mich mit Geschichten über ihren Hund, der in der Ecke lag und schlief. Das war mir eigentlich nicht recht, aber auf die obligatorische Frage “Ist es so recht?” antwortete ich mit “Ja” und legte den 10 € – Schein auf den Tisch. “Kostet 17 €”, sagte die Frisöse, “für 10 € kriegen Sie nur einen einfachen Maschinenschnitt.” Feine Unterschiede, mir bislang völlig unbekannt. Auf meinen Protest hin ließ sie sich auf 14 € herunterhandeln, immerhin.

Und jetzt? Jetzt sind die Haare schon wieder viel zu lang. Ich werde es mit einem Maschinenschnitt probieren müssen.

Kreative Vornamen 2014

vorname

Eines der Kinder, die im letzten Quartal in Horrem katholisch getauft worden sind, heißt Tobias, ein anderes Greta. Die beiden sind arm dran, denn alle anderen haben viel exotischere Vornamen. Hier die Liste, ein Spiegel elterlicher Kreativität:

Linda, Lior Friedenzon, Aidan, Danny, Can Peter, Elisa Luana, Tiago Michel Antonio, Hendrik Helge Siegfried, Alexander Pierre, Elisa Incoronata, Zoey-Arizona, Ronja Kathrin, Ben Lennox, Pia Joulie, Livia und, ach, eine ganz normale Nicole gibt es auch noch.