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Eine Bekannte erzählt mir stolz, sie habe heute morgen im Fitness-Studio “500 Kalorien vernichtet”

Roberto Bompiani (1821 - 1908): Das Gelage - hängt im Getty-Museum

Roberto Bompiani (1821 – 1908): Das Gelage – hängt im Getty-Museum

Als einprägsames Beispiel für spätrömische Dekadenz erzählte uns unser Lateinlehrer, die Römer hätten bei großen Gelagen sich mit einer Pfauenfeder gekitzelt, um sich zu übergeben, damit sie danach noch mehr essen können (“sie erbrechen, um zu essen, und essen, um zu erbrechen”  Seneca, Trostschrift an seine Mutter Helvia 10,3).

Vielleicht kann mir jemand erklären, wo – abgesehen von der Methode – der Unterschied liegt.

Als ich noch jung und dynamisch war

Schlechtes Wetter draußen, Zeit drinnen aufzuräumen. Dabei bin ich bei alten Bildern hängen geblieben. Ach, ach, das war 1982: Kampf des Seglers mit Wind und Welle. War aber so kämpferisch gar nicht, denn der See, auf dem wir damals gesegelt sind, ist so klein, dass gar keine Welle entstehen kann.

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Besinnliches zur besinnlichen Weihnachtszeit

Besinnliche Weihnachtsmärkte, besinnliche Konzerte, besinnliches Treffen bei Kaffee und Kuchen. In der Vorweihnachtszeit gibt es nichts, was nicht besinnlich wäre.

Keine Angst: Ich will nicht behaupten, das alles sei nicht besinnlich. Und ich bin der letzte, der etwas dagegen hat, wenn Menschen sich besinnen. Aber kann mir jemand sagen, wieso gerade die Vorweihnachtszeit als die hohe Zeit der Besinnlichkeit gilt? Ich weiß es wirklich nicht.

An der Religion jedenfalls liegt es nicht. Die liturgischen Texte in den christlichen Gottesdiensten in diesen Wochen beschäftigen sich zuerst mit der Vergänglichkeit (des Menschen, der Erde, des Kosmos) und dann mit der Vorfreude auf das Freudenfest Weihnachten. Die Farbe Rot findet man in dieser Zeit in den Kirchen übrigens genau so wenig wie einen besonderen Lichterglanz – die liturgischen Farben sind violett und weiß, nicht rot.

Woher kommt die Besinnlichkeit? Johann Sebastian Bach fand offenbar Weihnachten so wenig besinnlich wie die Mittelamerikaner, die am Heiligabend so laut herumböllern und krachen, dass man die Kirchenglocken nicht mehr hört. Bach schienen Pauken und Trompeten die angemessenen Instrumente zu sein: