Noch mal Instagram

Joh un do han isch  hin un her üvverlaat (um mal ein bekanntes kölsches Lied zu zitieren) und dann habe ich kurzerhand meinen gesamten Instagram-Account gelöscht und ….

… einen neuen angefangen, der jetzt streng auf Bilder von meinen täglichen kleinen und größeren Arbeiten beschränkt wird. Eine, wie ich im vorigen Beitrag geschrieben habe, kleine private Chronik. Mal sehen.

Das ist das erste Bild:

Ein Jahr Instagram

Seit einem Jahr bin ich jetzt bei Instagram – und es hat sich eine gewisse Müdigkeit breit gemacht.

Da ist einmal die Tatsache, dass Instagram (fast) rein bildbasiert ist. Das ist nicht so recht meine Sache, denn ich erzähle gerne was zu den Bildern. Man kann „Herzchen“ sammeln, aber mit Kommentaren ist es auch nicht weit. Mir scheint, in der Instagram-Welt beschränken sich Kommentare in der Regel auf „Wow!“ oder irgendwelche mehr oder weniger kreativ aneinander gereihte Icons.

Zum anderen ist da etwas, was man hochtrabend Sinnkrise nennen könnte. Millionen (oder sind es Milliarden?) Bilder werden da rund um die Uhr hochgeladen. Eine ganze Reihe von Spitzen-Fotografen, dann Tausende (oder Millionen?) Bilder, die auch gut, sehr gut, ausgezeichnet oder bemerkenswert sind. Ziemlich sinnlos, da mitmischen zu wollen, scheint mir. Follower hat man bei Instagram bald eine Menge, aber die meisten sind nur Schein-Follower, Leute, die irgendwelche kommerziellen Interessen verfolgen und auf diesem Wege auf sich aufmerksam machen wollen. Und die wirklichen Follower, das sind dann doch wieder die guten alten Bekannten aus dem realen Leben oder von WordPress.

Ich müsste mir was Neues überlegen. Sozusagen eine Marktlücke. Blumenfotos, Reisefotos – da gibt es genug Leute, die das viel besser können als ich. Vielleicht beginne ich mit einer Reihe, die meinen täglichen Arbeitsalltag dokumentiert. Mit dem Bild oben habe ich schon mal angefangen. Sind zwar nicht meine Handschuhe, aber die lagen zufällig herum…. Mein Arbeitsalltag interessiert wahrscheinlich auch nicht gerade Millionen Bildbetrachter rund um den Planeten, aber so entstehe mit der Zeit Bilder, die zeigen, was ich so mache, wenn ich nichts besonderes mache. So habe zumindest ich selbst etwas davon, eine kleine Chronik der alltäglichen Arbeitslust/last.

Rasenschnitt

Für den einen ist Rasenschnitt ein Entsorgungsproblem. Der andere nennt es Heu und freut sich, wenn seine Kühe was zu fressen haben.

Ich weiß nicht, wohin mit dem Zeugs. Die „braune Tonne“ ist längst voll, weshalb ich das Zeugs in Säcke stopfe, die Säcke ins Auto stopfe, 10 km zum „Wertstoffhof“ fahre, das Zeugs da in den Container stopfe. Schade drum, aber hier im Dorf gibt es zwar noch zwei große und 4 mittlere landwirtschaftliche Betriebe, aber nur 10 Hobby-Kühe (aber 50 Hobby-Pferde).

Früher, ja früher habe ich den Kopf geschüttelt, wenn der Nachbar ebenso verfuhr. Wie kann der nur, sprach ich und verfrachtete den Rasenschnitt auf meinen großen Komposthaufen. Der war freilich auch notorisch überfüllt, außerdem habe ich bald gemerkt, dass so ein Komposthaufen erstens viel Arbeit macht, zweitens allerlei Getier anzieht, drittens der Kompost am Ende auch nicht unbedingt gebraucht wurde.

Ein Luxusproblem. Rasen gibt es nur da, wo Nahrung im Überfluss vorhanden ist. Der Park rund um die adligen Schlösser und Herrensitze diente vor allem einem Zweck, nämlich zu zeigen: Schaut mal, ich habe so viel Land, ich kann mal locker 10 bis 20 Hektar zu meinem Vergnügen ungenutzt lassen. Und der Garten rund um die bürgerliche Villa, eine Miniaturausgabe des adligen Parks, diente dem gleichen Zweck: Schaut mal, während ihr auf euren 500 m2 in jeder Ecke Kartoffeln und Gemüse ziehen müsst, im Stall noch Schwein, Ziege und/oder Kaninchen füttern müsst, brauche ich das alles nicht, sondern kann meine 2000 m2 von meinem Gärtner nach ästhetischen Gesichtspunkten gestalten lassen. Der heute übliche kleinbürgerliche Minigarten, der mit einem Gartenhäuschen, Kinderspielgerät und Grillplatz möbliert ist, so dass für den obligatorischen Rasen nur noch eine kleine Fläche übrig bleibt, ist dann nur noch eine Art traurige Parodie auf den adligen Park, sagt aber das Gleiche: Der Kühlschrank ist voll, und wenn er mal nicht das rechte enthält, dann rufen wir bei Lieferando an.