Wetterkapriole oder Klimawandel?

Ist es eine Wetterkapriole oder die Erderwärmung? Keine Ahnung, die Nikolaus-Himbeeren im Garten schmecken jedenfalls gut.

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Wir Regenmesser

Düsteres Wetter, es regnet seit Tagen. Aber. Seit einiger Zeit stolzer Besitzer eines Regenmessers kann ich sagen: Es regnet, aber es kommt nichts runter. Seit Mai regnet es jeden Monat nur einen kleinen Teil dessen, was statistisch zu erwarten wäre. So erzähle ich jetzt, gestützt auf meinen Regenmesser, den zu Besuch kommenden Städtern das, was mein Vater, der auch einen Regenmesser hatte, mir erzählt hat, worauf ich stets dachte, der Alte spinnt: Regen? Ja, ja, es hat was geregnet, aber es ist nichts runtergekommen…

Plünderer unterwegs


Nein, ich will nichts über die Dörfer schreiben, die jetzt Stück für Stück abgerissen werden, sondern über mich.

Es muss Mitte der 80er Jahre gewesen sein, da habe ich an das Haus, in dem wir damals wohnten, einen kleinen Anbau gesetzt. Geld war sehr knapp damals, da sich das kurz zuvor gekaufte Haus als viel renovierungsbedürftiger herausstellte, als das so schien. Der Anbau wurde also mit einfachen Materialien gebaut, das kleine Dach wollte ich mit Dachziegeln decken, die der Dachdecker da ausgebaut hatte, wo die neuen Dachflächenfenster hingekommen waren. Schien eine ganze Menge zu sein.

Die Dachziegel reichen aber nicht. Was tun? Der Baustoffhändler meinte, solche Dachziegel gäbe es nicht mehr, ich sollte doch komplett neue nehmen. Da habe ich zufällig in der Zeitung gelesen, dass das Dorf Etzweiler bald abgerissen würde, ein Geisterdorf hieß es, das bald der Braunkohle zum Opfer fallen würde. Da müssten doch solche alten Dachziegel massenhaft rumliegen, dachte ich.

Es lag aber nichts rum, die Dachziegel waren auf den Dächern der leeren Häuser. Ein paar Dächer waren sogar genau mit dem gleichen Dachziegeltyp gedeckt wie mein Anbau-Dach. Aber wie sollte ich die da runter kriegen?

Ich schlich um das Dorf rum und fand tatsächlich einen Gartenschuppen, der mit den richtigen Ziegeln gedeckt war. Von der niedrigen rückwärtigen Gartenmauer aus konnte man die Dachziegel bequem herunter holen und in den Kofferraum legen. Im Schuppen, konnte ich durch die größer werdende Dachlücke sehen, standen noch Gartenmöbel. Ja so sind die Leute, dachte ich, unmöglich, diese Wegwerfgesellschaft.

Zu Hause zeigte sich, dass die Menge nicht ausreichte. 10 Stück fehlten noch. Also noch einmal nach Etzweiler, noch einmal 10 Dachziegel entfernt. Inzwischen dämmerte es schon stark. Und als ich mit den Dachziegeln im Kofferraum auf die Dorfstrasse eingebogen bin, sah ich, dass in dem Haus, zu dem der Gartenschuppen gehörte, Licht brannte. Mist, da wohnen ja noch Leute! Nichts wie weg….