Gute Absicht > Baum ab

(1) Den Baum auf dem Bild oben habe ich gefällt, einen Walnussbaum. Die Walnüsse habe ich vorher geerntet. Schade um den Baum, aber die Sache ist dumm gelaufen. Vor 12 Jahren hat den Baum die kleine Naturschutzgruppe, bei der ich mitarbeite, gepflanzt, um eine ausgesprochen hässliche Ecke zwischen Feld und neuer Umgehungsstraße etwas aufzuwerten.

Der Nussbaum wuchs prächtig, gut gedüngt durch das benachbarte Feld. Leider war das Feld zu nahe dran, der Bauer hat schon alle Äste, die ihn bei der Arbeit stören, entfernt. Verständlich.

Aber jetzt hat der Baum noch Konkurrenz von der anderen Seite bekommen: Die Stadt hat vor zwei Jahren wohl auch gemerkt, dass die hässliche Ecke eine Aufwertung braucht und drei Linden pflanzen lassen. Schöne große Linden – bei der Stadt kann man es sich ja leisten, solche großen Bäume zu kaufen.

Eine Linde haben sie in nur einem guten Meter Abstand von „unserem“ Nussbaum gepflanzt. Keine Ahnung, was sie sich dabei gedacht haben, aber weil „unser“ Baum auch zu nah am Feld war, musste er weg.

(2) Schon vor fast 30 Jahren hat unsere Arbeitsgruppe in der Nähe der Kirche einige Buchen gepflanzt. Vorigen Monat waren die plötzlich weg. Begründung: Die Bäume werden zu groß. Nicht, dass sie zu nah am Kirchengebäude gestanden hätten oder so etwas. Nein, die Begründung war so einfach wie bekloppt:

Unsere Stadt hat wie die meisten Städte eine Baumsatzung. Und nach der Baumsatzung darf man Bäume ab einem bestimmten Stammumfang nur mit Genehmigung fällen. Die Genehmigung kostet nicht nur Geld, sondern man bekommt sie nur, wenn man neue Bäume pflanzt, und zwar bestimmte Bäume, die die Satzung vorschreibt.

Das ist gut gemeint, hatte aber bei den Buchen den gegenteiligen Effekt: Lassen wir die Bäume rechtzeitig fällen, hieß es, dann kriegen wir keinen Ärger und brauchen auch keine neuen zu pflanzen …

In der Jagdhütte (Sauerland 4)

Früher stand in einer preiswerten Ferienwohnung oft die noch brauchbare, aber nicht mehr gemochte Couchgarnitur, dazu ein paar zusammengewürfelte Möbel. In der Küche alte Töpfe und das von der Tante geerbte Geschirr.

Heutzutage sind auch Ferienwohnungen durchgestylt und in der Küche findet man das Ergebnis eines Großeinkaufs bei IKEA. Alles schick und funktional, alles Geschmacksache.

Die Eigentümerin der Ferienhütte im Sauerland, in der wir die vergangene Woche verbracht haben, hattt sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Hütte ist als Jagdhütte gestylt und schon im kleinen Vorgarten begegnen einem wild blickende wilde Schweine:

Überall sitzt ein putziges Tierlein:

Drinnen geht es im gleichen Stil weiter: Gemalte, gegipste, zum Relief gepresste oder ausgestopfte tote Tiere überall.

Muss man sich dran gewöhnen.

Sauerland im Schnee (4)


((((diesen Beitrag habe ich schon vor ein paar Tagen hochgeladen. Seltsamerweise mit sehr wenig Resonanz. Hm, hm, … sooo langweilig kann der Beitrag doch gar nicht sein, oder? Ob was schief gelaufen ist? Deshalb ein zweiter Anlauf!))))))))

Abendstimmung in den verschneiten Bergen, Naturschutzgebiet, Heidelandschaft, die sachkundig gepflegt wird. Das ist das eine.

Man kommt beim Wandern dann aber auch an großen Holzstapeln vorbei. Klar, irgendwann werden die Bäume halt mal gefällt, ist schließlich hessischer Staatsforst, Wirtschaftswald.

Aber mit den großflächig gefällten Bäumen stimmt etwas nicht. Die Fichten, vor allem aber die Lärchen, sind krank. Fast alle Lärchen sind verdorrt, haben erhebliche Beschädigungen an den Rinden.

Kleiner Trost: Die Monokulturen aus den 50er oder 60er Jahren werden so durch Mischwald ersetzt.