Alles total BIO

Besuch bei Bekannten, kleiner Rundgang durch den Garten. Neue Hochbeete haben sie angeschafft, zusätzlich zu den schon vorhandenen stehen jetzt 6 weitere große Kästen aus Holz und Metall im Garten rum. Sind ja so praktisch.

Das Problem, so erzählen sie, sei nur gewesen, die Kästen mit Erde zu füllen. Bei 500 m2 Garten wird ja wohl Erde aufzutreiben sein, meinte ich. Mit der Gartenerde, erfuhr ich, ist nichts mehr los. 42 Jahre Blumen und Gemüse, die ist einfach hin. Vorsichtshalber – man ist ja ein wohl erzogener Mensch und weiß sich als Gast zu benehmen – sagte ich dazu nichts.

Aber wie habt ihr die Kästen denn voll bekommen, fragte ein anderer Gast. Zuerst allen Kompost, den wir auftreiben konnten, war aber viel zu wenig, erzählte der Hausherr. Na ja, die Vorstellung, man könne seinen Garten komplett über eigenen Kompost versorgen, ist mir schon immer wie so eine Art Perpetuum Mobile vorgekommen, aber so ein Gartenrundgang schien mir nicht der rechte Zeitpunkt für derartige Grundsatzdiskussionen zu sein.

Zum Glück gab es im Baumarkt gerade ein Sonderangebot, plauderte der Hausherr weiter, supergünstig, passte natürlich nicht alles in den Kofferraum. Dann bin ich zurück gefahren, hab den Anhänger geholt und den voll geladen, dann noch einen Anhänger voll, insgesamt 40 Säcke. Insgesamt 72 Kilometer Fahrtstrecke, rechnete ich im Stillen.

Das eigene Gemüse ist halt das beste, wurde weiter geplaudert, alles total bio. Und schaut mal, wie der Salat wächst, ganz ohne Chemie und Kunstdünger. Klar, dachte ich, Gartenerde in Säcken wächst ja auf Bäumen und wer liest schon, was unten in der Ecke auf jedem Sack steht: Enthält in ausreichender Menge Stickstoff, Phosphat und Kalium mineralischer Herkunft.

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Alles neu macht der Mai – ein eher unfreiwilliger Konsumrausch

Die Kamera ist schon 13 Jahre alt, funktioniert tadellos, aber 13 Jahre ist viel heutzutage, da gibt es doch bestimmt was besseres. Und weil der Kontostand nicht im roten Bereich ist, fällt schon bald der Entschluss: Eine neue Kamera muss her. Ein, wie sich zeigte, folgenschwerer Entschluss.

(1) Kaum waren die ersten Bilder mit der schönen neuen Fuji gemacht, zeigte sich das erste Problem. Photoshop und Lightroom können die Fuji-RAWs nicht lesen. Machen Sie ein Upgrade auf die Version XY. Ach, die Version XY gibt es nur noch als Bestandteil der „Creative Cloud“ und die kann man nicht mehr irgendwo preiswert gebraucht kaufen, sondern nur noch mieten. Die neuesten Programme zu neuen Kamera, klingt verlockend. Schon ist das Abo abgeschlossen.

(2) Der gar nicht so alte Computer allerdings tun sich schwer mit den großen Dateien, die die neue Kamera produziert. Schon das Überspielen von der Kamera auf die Festplatte dauert ewig. Vielleicht geht es schneller, wenn man ein USB 3.0 – Kabel und eine schnellere SD-Karte benutzt. Amazon Prime bringt beides schnell ins Haus. Hilft aber nicht viel.

(3) Der alte Computer hat einfach zu wenig Arbeitsspeicher, 16 MB, so heißt es, brauche man schon zum zügigen Arbeiten in der kreativen Wolke. Und eine SSD-Festplatte wär auch nicht schlecht. Lohnt es sich, den alten Computer aufrüsten zu lassen? Wahrscheinlich nicht, also muss ein neuer Computer her. Was von Apple, die sind ja soooo schick, passen zum iPhone und iPad und sind ja auch gar nicht mehr so teuer, gebraucht jedenfalls. Die Wartezeit, bis das Mac-Dings da war, ließ sich locker damit überbrücken, alle möglichen Dokumente zu ordnen und an die 10.000 Fotos endlich mal besser zu ordnen und endlich mal besser geordnet auf der externen Festplatte zu sichern.

(4) Der Mac ist schick, hat leider nur 4 USB-Buchsen und nur einen HDMI-Eingang für den Monitor. Also kriegt Amazon wieder eine Bestellung: Ein USB-Hub muss her und ein Kabel, mit dem man den zweiten Monitor an den Thunderbolt-Ausgang beim Mac hängen kann. Man könnte auch einen originalen Apple Thunderbolt-Adapter verwenden, aber der ist unverschämt teuer. Mit dem Nachbau-Kabel wird es auch gehen.

(5) Geht es aber nicht, weshalb nun doch ein Apple-Konverter und ein gutes DVI-Kabel her muss. Prima, damit lässt sich auch der zweite Monitor zum Laufen bringen.

(6) Beim – übrigens erfolglosen – Versuch, die Foto-Mediathek des MAC irgendwie in einen Lightroom-Fotoshop-„Workflow“ einzubinden, zeigt es sich, dass die alte Tastatur vom PC zwar anstandslos am Mac funktioniert, es aber doch nervt, dass einige Tasten anderes belegt sind. Also muss eine neue Tastatur her.

(7) Die beiden Monitore haben am Mac einen deutlichen Farbstich. Kein Problem, dafür haben wir ja den Spyder, ein feines kleines Gerät zur Monitor-Kalibrierung. Die mitgelieferte Software arbeitet leider nicht mit dem neuen Mac-Betriebssystem zusammen. Nein, sie werden die Software des (noch gar nicht so sehr) alten Spyder nicht mehr weiter entwickeln, meint die Firma: Kaufen sie sich den neuen Spyder 5. Wieder kommt am nächsten Tag der freundliche Mann von Amazon Prime. Der neue Spyder tut seinen Dienst, die Ausdrucke entsprechen nach der üblichen Fummelei recht gut dem Monitorbild. Prima, jetzt kann die eigentliche Arbeit wieder losgehen.

(8) Oh, was ist das? Der Mac liest die externe Festplatte mit dem ganzen Bilderarchiv anstandslos ein, aber will keine Dateien darauf schreiben? Ach so, Festplatten für Mac dürfen nicht NTFS formatiert sein, NTFS ist ein proprietäres Dateisystem für Windows, lehrt Wikipedia. Nun könnte man natürlich alle Daten von der alten Festplatte löschen, das Ding für MAC umformatieren und dann die Daten vom alten PC wieder draufspielen. Die alte Externe ist aber fast voll, und wenn jetzt die großen Dateien von der Fuji dazu kommen, wird sowieso bald eine neue fällig werden. Und weil die bei Amazon gar nicht so teuer sind, klingelt am übernächsten Tag mal wieder der freundliche Bote.

Das war’s, hoffentlich. Im Prinzip läuft das System jetzt. Die teilweise recht dämlichen, aber gravierenden Anfängerfehler bei der Umstellung auf den Mac habe ich vorsichtshalber mal weggelassen, auch wenn sie im Rückblick, der wie üblich alles verklärt, gewisse komische Elemente enthalten.

Die schönen Buchsbäume und der böse Zünsler

Quelle: Wikipedia

Jetzt krabbeln sie wieder und wollen meine Buchsbäume auffressen, die blöden Viecher. Die meisten Nachbarn haben schon aufgegeben, ich nicht. Nur ein wenig: den größten, mindestens 70jährigen Buchsbaum habe ich im Winter gefällt. Bleiben noch 5 mittelgroße Buchsbäume und zwei große Kugeln von 3 oder 4 Metern Durchmesser. Die Methode meiner Wahl ist: Absammeln.

Nun ist Absammeln allerdings ein Euphemismus, wie ihn die Gärtner-Zeitschriften bevorzugen. Meine Schwester hat das wörtlich genommen, die Raupen eingesammelt und in die braune Tonne geworfen. Worauf sie nachts alle wieder rausgekrabbelt sind. Am nächsten Tag hat sie die eingesammelten Raupen in eine Abfalltüte geworfen, die Tüte in eine weitere Tüte gesteckt und das ganze mit Tesa zugeklebt. Hat nichts geholfen, am nächsten Morgen krabbelten sie wieder die Wände der Mülltonne herunter. Darauf hat sie die Buchsbäume abgesägt.

Absammeln ohne Umbringen hat keinen Zweck. Zuerst habe ich sie mit der Gartenschere durchgeschnitten, aber das ist nicht einfach. Jetzt zerquetsche ich sie zwischen den Fingern. Das ist nicht nett zu den Raupen, aber wie kann man nett zu den Viechern sein? Mit Gift bespritzen hilft auch, allerdings nur dem buchsbaumbesitzenden Menschen, nicht der Raupe als solcher. Außerdem verursacht man bei der Methode noch einige, sagen wir: Kollateralschäden.

Und wenn man sie einfach fressen lässt? Ist mittelfristig auch nicht hilfreich, denn die sind ja blöd, die Viecher. Die fressen und fressen und zerstören die einzige Lebensgrundlage, die sie haben. Ohne grüne Buchsbäume in der Nähe geht die Population zugrunde. Also zerquetsche ich weiter täglich 30 – 50 Zünsler und freue mich am frischen Buchsbaumgrün, das sie übrig lassen.