Ein profaner Garten

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Die Garten-Bilder, die ich gestern gepostet habe, habe ich auch einem Freund geschickt, den ich lange nicht mehr gesehen habe. Die Antwort kam mailwendend: Mein Garten sei ihm zu profan.

Zu profan, zu profan. Was soll das nur heißen? Profan als Gegensatz zu sakral? Ein sakraler Garten? Ein geheimnisvoller Garten, in dem die Elfen fliegen und anderes Mythengetier daheim ist? Mehr so vielleicht:

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Licht spielt um Blätter und Stämme heiliger Bäume …

IMG_1072 IMG_1076… und heilige Schauer durchziehen den ergriffenen Betrachter.

Aber dann ist mir eingefallen: Mein Freund, ein Stadtbewohner, der einen 2 qm großen Balkon nebst zwei Blumenkästen sein eigen nennt, neigt weder zum Sakralen noch zur pantheistischen Höhenflügen. Eher beschäftigt er sich stundenlang mit der Frage, welcher Drucker sich denn harmonisch in das Ganze seiner Wohnung einfügen könnte. Das muss es sein: Meinem Garten fehlt das Styling. Eine Wiese, ein paar Bäume, eine Hecke – wie profan.

Arbeitspause

Eine Binsenweisheit, gewiss, aber als ich heute morgen so im Garten saß und einen Apfel verspeiste, da dachte ich: Jetzt kann ich entweder den Anblick der sprießenden, in Grün- und Blautönen leuchtenden Natur genießen – oder die morschen Zweige oben auf der Birke betrachten und überlegen, wann und wie der Baum gefällt werden muss – oder mich über das Flugzeug ärgern, dass just in diesem Moment das Gurren der Tauben übertönt.

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Und was fällt uns zur Wiese ein? Der Rasen müsste gemäht werden und die braune Tonne ist voll – wohin mit dem Rasenschnitt?

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