Ach, die Hexen

Jetzt habe ich eine ganze Weile damit zugebracht, den oben eingefügten Holzschnitt (oder ist es eine Radierung?) im Internet zu finden. Dieser Holzschnitt spielt nämlich eine Rolle in einem wissenschaftlichen Text, den ich gerade schreibe.

Oder umschreibe, denn den Text habe ich vor ewigen Zeiten, nämlich 1988, verfasst und er ist in einer kurzen Fassung auch publiziert worden, allerdings nur an einem völlig abgelegenen Ort. Ist mir letztens in die Hand gefallen. Dann habe ich das nochmal gelesen und gedacht: Ach, ist doch schade drum – das überarbeitest du jetzt (wo es früh dunkel wird und draußen nieselregnet) und publizierst es gescheit.

Doch wie das so ist: Beim Abtippen bin ich vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen, soll ja alles besser werden als damals … so habe ich damals auch auf den Holzschnitt nur verwiesen, ihn aber nicht im Text abgebildet.

Dabei ist er nicht unwichtig: Er zeigt drei oder vier Hexen. Eine reibt sich gerade ein Bein mit einer Hexensalbe ein, die andere steckt noch im Schornstein, aber die vierte fliegt schon durch die Luft. Worauf es aber ankommt, ist der Mann, der durchs Schlüsselloch guckt. Kein Voyeur, sondern ein wissenschaftlicher Beobachter, der sieht, was die Frauen (die sich selbst für Hexen halten!) treiben, und der nachher schreiben wird, dass er gesehen habe, dass die Frauen, die felsenfest davon überzeugt sind, durch die Luft fliegen zu können, sich eingesalbt haben, dann aber nicht geflogen sind, sondern im Bett gelegen haben.

So wird also durch eine einfache empirische Versuchsanordnung die Wirklichkeit der Hexenritte als Fantasterei entlarvt. Könnte man denken. Doch der Beobachter, Johannes Weyer, der verdiente Kämpfer gegen das Unwesen der Hexenprozesse, hat gearbeitet wie gewisse Autoren des Spiegel oder Politiker, die ihren Doktortitel vor sich her tragen: Mal gucken, ob ich irgendwo was kopieren kann, was mir in den Kram passt. Und wenn nicht, dann wird die Story halt passend gemacht.

Komische Käuze

Ich muss zugeben, bis vor einiger Zeit hatte ich keine Ahnung von Steinkäuzen. Irgendwie so eine Eulenart, das war es. Das hat sich geändert, denn jetzt bin zu so einer Art Steinkauz-Hilfspfleger geworden.

Den Kasten oben auf dem Bild hat unsere kleine Naturschutzgruppe diese Woche aufgehängt. Der Steinkauz braucht nämlich nicht so einen typischen Nistkasten, sondern ein großes Ding mit einem kleinen Schlupfloch, das durch einen (hoffentlich) sinnreichen Mechanismus gegen das Eindringen von Mardern geschützt ist, mit mehreren Kammern im Inneren und dem passenden Einstreu. Steinkäuze, so musste ich lernen, schleppen nämlich nicht selbst Nestmaterial in ihre Behausungen, sondern nehmen nur solche, in denen schon das Passende liegt.

Wer jetzt denkt, solche Kästen könnte man überall hinhängen, der ist so naiv wie ich anfangs. Abgesehen davon, dass die Grundstücksbesitzer nicht immer erfreut über die neuen Mitbewohner sind („scheißen alles voll“ – „immer dieser Krach nachts“), haben die Steinkäuze auch da ihre Ansprüche: Das Loch des Nistkastens muss möglichst nach Süden zeigen, der Ast muss ziemlich waagerecht und stabil sein, darunter muss eine nicht zu kleine Wiese sein, die regelmäßig gemäht werden muss, weil die Vögel sonst keine Mäuse fangen können. Hinter der Wiese muss Feld sein, viele Häuser mögen sie nicht, Wald ebensowenig, denn da könnten ihre Feinde, nämlich Eulen und Uhus wohnen….

Wenn man sich das so durchliest, fragt man sich, wie die Steinkäuze es jemals ohne Menschen geschafft haben, geeignete Brutplätze zu finden. Viele Bäume mit bequemen Höhlen soll es früher gegeben haben? Und keine Marder? Und wer hat in Zeiten, als Deutschland noch dünn besiedelt und mit Wald bedeckt war, regelmäßig die Wiesen gemäht?

Jetzt jedenfalls kümmert sich ein regelrechtes Netzwerk um Steinkäuze und andere Eulen, in Düren gibt es einen Verein (http://www.egeeulen.de/), der seit Jahren das alles für die südlichen Rheinlande koordiniert und genau über Bestand und Ansiedlungserfolge Buch führt.

Unser Bezirk schneidet ganz schlecht ab. Der Bestand pendelt auf niedrigem Niveau. Von den ca. 20 Nistkästen, die zu unserem „Revier“ gehören, sind nur 2 – 3 belegt.

Aber, ehrlich gesagt, so ein richtiger Steinkauzfan bin ich nicht. Eigentlich kümmert sich unsere Mini-Gruppe um die Pflege von Feldhecken. Das finde ich irgendwie sinnvoller als die doch recht mühsamen Versuche, einen Vogel hier anzusiedeln, der mit weltweit 235.000 bis 1.300.000 Brutpaaren (so genau weiß das wie so oft keiner) nicht gerade gefährdet ist.

Schönheit

Man kann solche Amaryllis-Züchtungen affig finden, man kann kritisieren, wie da jedes Jahr Massen gezüchtet, durch die Welt geschippert (oft auch geflogen) und dann weggeworfen werden –

… aber schön sind sie doch, wenn sie dann in der Vase stehen ….