Unterschiedliche Sonnen

Ob das wirklich die gleiche Sonne ist? Die Sonne, die am Vortag so geschienen hat, dass am Strand meine Sonnenbrille zu schwach war? Die so heiß herunter gebrannt hat, dass wir mit unseren Rollenkoffern immer auf der Schattenseite zum Busbahnhof gegangen sind, um uns dann verschwitzt in einen Bus zu setzen, bei dem die Klimaanlage so gut gearbeitet hat, dass wir in unseren Sommer-Klamotten bald anfingen zu zittern? —– Das soll die gleiche Sonne sein wie die, die im rheinischen Garten aus blauem Himmel scheint und so wenig wärmt, dass ich trotz Winterjacke nur die in der Sonne liegenden Blätter zusammenreche?

Rasen gibt es auch in Mittelamerika, sogar heruntergefallene Blätter. Aber Nachbarn, die schon um halb Zehn am Morgen mit dem Rasenmäher herumlärmen, die gibt es nicht. Denn wer dort ein Haus mit Rasen hat, der hat etwas Geld. Und wer etwas Geld hat, der bestellt einen Muchacho oder mehrere, die erst penibel und langsam jedes Blatt entfernen, dann den Rasen mit der Machete mähen. Anschließend kehren sie noch die Wege und entsorgen dann alles: Die Blätter, den Rasenschnitt, den Müll, der auf der Strasse herumlag. Die Entsorgung ist ganz einfach: Man macht ein kleines Feuer am Straßenrand. Wenn ein paar Plastiktüten oder Flaschen rumgelegen haben, brennt es besonders gut.  Manche Gemeinden – das schreibe ich jetzt, damit sich niemand beschwert, ich hätte die Verhältnisse einseitig dargestellt – haben auch eine Müllabfuhr. Da wandert der Abfall dann in einen schwarzen Plastiksack. Die Säcke werden abgeholt, zum Müllplatz der Gemeinde gefahren und dort zu den anderen Müllsäcken geworfen. —- Ich werfe die Blätter natürlich in die braune Tonne, den Abfall, der auch hier auf dem Gehweg und im Vorgarten liegt, in die graue Tonne. Trotzdem riecht es nach Feuer. Muss der Nachbar sein, der Kaminofen zieht mal wieder schlecht. Aber Plastikflaschen – um auch das klarzustellen – verbrennt mein Nachbar nicht. Ich stopfe die Blätter in die Tonne, drücke und quetsche, damit noch mehr hineingehen. Und, siehe da, die Sonne wärmt doch.

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7 Gedanken zu „Unterschiedliche Sonnen

  1. Frau Blau

    was für ein Strand, was für Farben … ich gestehe, so habe ich es noch nie gesehen, aber kein Wunder, bin eben keine Weitgereiste, manchmal denke ich schadeee … aber es ist, wie es ist und es ist guuuut.

    Blätter in eine Tonne? Das ist mir ganz fremd, mein Liebster recht die zusammen und legt sie um die Bäume als Mulch drumrum, da sollst du mal den feinen Humus sehen und all die vielen Regenwürmerchen im Frühling! Auch gedeihen die Bäume prächtig. Du müsstest mal kommen und mit dem Liebsten im Garten herum schwadronieren, ich glaub ihr beiden hättet euren Spaß und Roswitha und ich tanzen dann mit den Kameras um euch herum 😉

    schön, dass du/ihr wieder da seid. Herzlich Willkommen zurück und liebe Grüße
    Ulli

    freue mich schon sehr auf mehr Fotos!!!

    Antwort
    1. Pit

      Hallo Fraun Blau,
      davon, Blätter direkt zum Mulchen zu verwenden, wird hierzulande abgeraten, wegen der Möglichkeit eines Schädlingsbefalls [Pilz und/oder Insekten]. Wir kompostieren sie. Das soll angeblich Schädlinge abtöten. Und außerdem: wenn wir Blätter um die Bäume herum häufeln, so bläst der nächste Windstoß sie doch nur wieder in den garten.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

      Antwort
    2. emhaeu Autor

      Vielen Dank für die lieben Worte!
      Ich muss auch immer dazu sagen, dass wir nicht so aus Abenteuerlust in die Gegend gefahren sind, sondern in erster Linie, um unsere Tochter zu besuchen. Die ganze Reise war schon was beschwerlich, Reise ist das richtige Wort – Urlaub ist was anderes.
      Und die Blätter: 25 Jahre lange habe ich nach dem Motto den Garten geführt: Alles, was im Garten wächst, wird auch irgendwie verwendet. Habe Zweige geschreddert, einen immer größer werdenden Wall aus Ästen und Zweigen aufgeschichtet, einen großen Komposthaufen gefüllt, Blätter unter die Bäume gelegt, Rasenschnitt zum Mulchen verwendet und auf die Nachbarn mit ihren braunen Tonnen herabgeblickt…. Pit hat schon geschrieben, was die Gefahr ist: Man bietet allen Möglichen Blattkrankheiten und Parasiten hervorragende Überwinterungsgelegenheiten. So haben sich bei uns Augustmilben breit gemacht – die Nachbarn haben keine. Auch die Rosen haben es nicht gerne, wenn man die Rosenblätter mitsamt Rosenrost u.ä. überwintern lässt. Jetzt bin ich so weit, wie mein Vater, studierter und begeisterter Landwirt sein Leben lang, schon immer war: Mulchen ist eine gefährliche Sache. Deshalb wird – wenn ich das richtig sehe – auch im Bio-Erwerbsgartenbau, auf jeden Fall im Bio-Weinbau auf das Muchen mit den eigenen Blättern verzichtet, man nimmt vielleicht Stroh o.ä., hütet sich aber Blattkrankeiten zu verschleppen. Ob es was hilft, weiß ich noch nicht ….
      Und die Bilder: Wir haben beide viele und schöne Bilder gemacht. uns ein paar Tage Zeit gelassen, am Ort nur herumzugehen und nach Fotomotiven Ausschau zu halten. Ja, aber: Erstens ist nach der Hälfte der Zeit Roswithas Kamera kaputt gegangen (nicht tropentauglich?), danach mussten wir uns meine geschisterlich teilen … und dann am Schluss habe ich am letzten Tag die bilder auf einen USB-Stick überspielt und dabei einen Fehler gemacht, die Hälfte unwiederbringlich gelöscht …..(((( „Du sitzt den ganzen Tag vor dem blöden Computer und dann kannst du noch nicht mal Bilder richtig kopieren … !!!)). Vom Rest aber werde ich nach und nach die besten zeigen!
      Einen schönen Wochenendgruß auch von Roswitha! Martin

      Antwort
      1. Frau Blau

        lieber Martin,

        das würde vielleicht erklären wieso der Schneeball jedes Jahr aufs neu die selbe Blattkrankheit bekommt, aber nur er, allen anderen gehts prächtig, allerdings nimmt der Liebste auch den Grasschnitt zwischendurch. Die Wälle, die baut er auch und ich mag sie sehr. Sie bieten auch dem ein und anderen als Untesrchlupf. Nun … ich bin eh nicht wirklich die Gärtnerin, son bissken Kräuter, Blümelein, Salat und so, den rest macht er und studiert dann immer schlaue Bücher 🙂

        mit der Kamera von Roswitha ist ärgerlich und mit der Speicherei auch ( ist mir och schon passiert, aber dette is nu ja och keen richtiger Trost- m) aber nun denn, ich freue mich auf die, die es noch gibt und vielleicht habt ihr ja eure Tochter nicht das letzte Mal besucht?!

        liebe Grüße an euch Zwei und kommt in Ruhe an
        herzlichst
        Ulli

    1. emhaeu Autor

      Ja es ist ein Strand wie aus dem Urlaubsprospekt, man ist dann da ganz überrascht, dass es wirklich so aussieht wie auf den Werbebildern. Ist allerdings nicht überall so schön an der „Riviera Maya“, und – man sieht auf dem Bild die aufziehenden Wolken, ab und an gibt es auch kräftige Schauer, die aber auch irgendwie dazu gehören. LG Martin

      Antwort

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