Der Blaumilchkanal

Blaumilchkanal

Eines dieser Bücher, die mir über den Weg gelaufen sind. Uralt, aber nie gelesen. Mein Exemplar stammt von 1971 – schon damals betrug die Auflage 300.000 Exemplare. Erstaunlich, denn sie sind recht lustig, diese satirischen Szenen, aber wer liest schon Hörspiele?

Viel verloren haben diese Szenen aus dem Israel der 60er Jahre nicht. Korruption, Bürokratie, Eifersucht und Eitelkeit sind halt zeitlose Themen.

Besonders gefallen haben mir die überdrehten Szenen wie „Der Blaumilchkanal“ oder „Der Betrüger“, aber auch „Sallach“, ein Hörspiel, in dem die orientalische Mentalität auf sozialistisch-feministische Überzeugungen trifft. Am Schluss – das zeichnet die meisten dieser Szenen aus – kommen sie doch irgendwie miteinander zurecht.

Kishon

Kishon in den 70er Jahren

In einer Zeit, wo viele Deutsche meinen, die einzige Demokratie im gesamten nahen Osten kritisieren und die Brandstifter in Schutz nehmen zu müssen, tut die Lektüre der Werke dieses großen israelischen Humoristen, der sein Land als freier Geist durchaus kritisch sieht, aber liebt, gut.

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8 Gedanken zu „Der Blaumilchkanal

  1. Tantchen

    In meinem Bücherregal stehen einige Kishon Bücher; zur damaligen Zeit ein beliebtes Geschenk. Soweit ich mich erinnere,las ich sie auch gerne,unter lautem Gegackere.Erstaunlich,ein Stichwort,schwupps,kommen Erinnerungen wieder hoch.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Kishon hat in Deutschland 66 Millionen Bücher verkauft! Da müssten überall welche rumstehen – und ich hatte noch nie was von ihm gelesen! LG Martin

      Antwort
  2. Simone Spicale

    Kürzlich hatte mein Sohn (16) eine „Leseflaute“. Um diesen Missstand schnell abzustellen, haben wir im Keller nach Geschichten gestöbert und sind dabei auch auf Kishon gestoßen. Spontan haben wir uns die Satiren gegenseitig laut vorgelesen und uns dabei schlapp gelacht! Der Knaller war dabei für uns „Gottes Hand und Josseles Fuß“. Ich fand es spannend, dass sich ein Sechzehnjähriger heute noch genauso darüber beeumeln kann wie ich vor … ups… mindestens 30 Jahren!

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  3. Klausbernd

    Wie Tantchen kann ich mich daran erinnern, dass Büchergeschenk damals in den 60. Jahren (und davor) Kishon hieß. Ich habe viel von ihm gelesen, kann mich aber an nichts mehr erinnern, außer dass ich mich köstlich amüsiert habe. Mein Großvater, der sonst nur Hochkluges las, liebte Kishon – Kishon war absolut in & mainstream und es war schon wieder peinlich, sich als Kishon-Fan zu outen.
    Liebe Grüße und euin feines Wochenende
    Klausbernd

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      …. huii, na, heute darf ich vielleicht als Fan outen, ohne dass es peinlich ist. In 30 Jahren darf man dann vielleicht die „Shades of Grey“ lesen …..
      Wunderschönes Wochenende! Martin

      Antwort

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