Istanbul (3) – Topkapi-Palast

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Eine Kulturrundreise ist keine Urlaubsreise, erst recht keine Vergnügungsreise. Wer daran gezweifelt hatte, wurde spätestens in dem Moment eines Besseren belehrt, als um 6:00 Uhr der Hotel-Weckdienst anrief. Aufstehen, gleich gibt es Frühstück, um 7:30 Uhr fährt der Bus ab.

Das Schlechte daran: Als gewohnheitsmäßiger Langschläfer schlurft man mit beschränkter Aufmerksamkeit zur ersten Sehenswürdigkeit.

Das Gute: Um die Zeit ist man fast allein im Topkapi-Palast, nur eine koreanische Reisegruppe war noch früher da. Deshalb hieß es Schlange stehen am Iftar-Pavillon. Dass der Pavillon den Koreanern so gut gefällt, dürfte weniger damit zusammenhängen, dass er deswegen „Iftar-Pavillon“ heißt, weil der Sultan hier immer die auf türkisch „iftar“ genannte Mahlzeit beim Fastenbrechen eingenommen haben soll, sondern weil der Erbauer, Sultan Ibrahim der Verrückte, eine Schwäche für fernöstliche Architektur hatte. Die Koreaner fühlen sich also sozusagen ganz zu Hause. Franzosen, falls es denn mal Franzosen nach Istanbul verschlagen sollte, übrigens auch,  denn die Sultane des 18. Jahrhunderts standen auf Rokoko und ließen große Teile der Anlagen im damals modernsten französischen Stil umgestalten.

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Ich hatte bei dem eiskalten Wind keine Lust mehr auf Warten und habe andere Ecken fotografiert.

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IMG_0353Der tiefblaue Himmel, ich sagte es bereits, täuscht. Es war so kalt, dass man sich kaum mal ein paar Minuten in die Sonne setzen konnte.

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IMG_0369Zum Schluss noch ein schönes Beispiel dafür, wie sehr sich in Istanbul Tradition und Moderne kreuzen, wie hier islamische Kalligraphie, osmanische Baukunst, deutsche Stahlträger, chinesische Kabelbinder und orientalisches Handwerk eine Synthese eingehen.

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4 Gedanken zu „Istanbul (3) – Topkapi-Palast

  1. Frau Blau

    das sind wunderbare Fotos, das erste und das vierte haben es mir total angetan – amüsant ist das Foto des einzelnen Koreaners und alle anderen Knipser drumherum …
    die Verflechtung von alt und neu fand ich ja letztes Jahr in Le Puy auch, bin immer wieder fasziniert, wie man in anderen Ländern mit Stromkabeln umgeht … das wäre so hier nicht möglich

    danke dir auch für diesen feinen Bericht
    herzliche Grüße
    Ulli

    Antwort
  2. Karl-Heinz

    Wieder ein sehr schoener Bild-Bericht, Martin. Ich war ueberrascht, dass es in der Tuerkei scheinbar recht kalt werden kann. Uebrigens in Israel auch, wie ich neulich erfahren habe. Normalerweise sieht man von diesen Laendern immer Bilder, wo es sommerlich warm ist.

    Antwort
  3. Susanne Haun

    Da hattet ihr aber einen schönen Tag! Und fast alleine ist ja ein Privileg. Ich weiss noch, wie sich die Massen dort vor allem am Harem drängten… nichts konnte man richtig betrachten!
    Der Pavillion hatte es mir auch angetan.
    Mein Besuch ist allerdings jetzt 20 Jahre her und Istanbul hat sich sicher so verändert wie Berlin.
    Einen schönen Tag euch, Susanne

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Istanbul rings um den Palast muss sich sehr verändert haben, es wuchert und wuchert in rasender Geschwindigkeit….
      So relativ alleine hat wirklich was. Wir waren vor 5 Jahren mal in Granada in der Alhambra, da hatten wir genauso Glück: Niemand da. Der Grund war der gleiche – ein sehr kalter Tag und früh am Morgen.
      Einen schönen Gruß aus dem Frühling! Martin

      Antwort

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