Troja – Türkei (7)

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Da war was los in Troja, damals: Ἄνδρα μοι ἔννεπε, Μοῦσα, πολύτροπον, ὃς μάλα πολλὰ / πλάγχθη, ἐπεὶ Τροίης ἱερὸν πτολίεθρον ἔπερσε· / πολλῶν δ’ ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω, / πολλὰ δ’ ὅ γ’ ἐν πόντῳ πάθεν ἄλγεα ὃν κάτα θυμόν, / ἀρνύμενος ἥν τε ψυχὴν καὶ νόστον ἑταίρων.

„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, Welcher so weit geirrt, nach des heiligen Troja Zerstörung“ …. … … ach, der alte Homer. Den Anfang der Odyssee musste ich in der Schule auswendig lernen, auf Griechisch natürlich, das war auf dem altsprachlichen Gymnasium selbstverständlich. Ich habe es versucht, aber nicht geschafft. Erstens, weil ich noch nie gut auswendig lernen konnte. Zweitens, weil man auch nach einigen Jahren Griechisch-Unterricht von dem seltsamen Gebrabbel des alten Homer kein Wort versteht, etwas, das sich bis zu meinem Abitur (mündliches Abitur im Fach Griechisch, Note „befriedigend“) nicht verbessert hat.

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Und jetzt sind wir sozusagen am Tatort, dem mythenumwobenen Troja. Hätte nicht sein müssen. Viel zu sehen gibt es nicht, ein paar Mauern aus irgendeiner der zahlreichen Phasen dieser Stadt, die nur eine Handvoll Spezialisten auseinanderhalten können. Jedenfalls behaupten sie, sie könnten sie auseinanderhalten. Der Rest der Menschheit, auch ich, sieht nur Steine. Da helfen weder der Griechisch-Unterricht noch die Promotion mit Nebenfach Alte Geschichte.

Die Aussicht ist nicht schlecht vom Troja-Hügel, das Wetter aber trübe und kalt wie immer. So bin ich nicht unfroh, dass es bald weiter geht und wir zum Mittagessen an eine Tankstelle fahren. Wir fahren zum Mittagessen immer zu Tankstellen, da haben die verschiedenen Busse genug Platz zum Parken, das Mittagsbuffet für 100 oder 150 Leute ist schon per Handy vorbestellt worden, es muss Zack-Zack gehen, denn mehr als 45 Minuten Essenspause ist nicht eingeplant.

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Wir haben die Aufpreis für die Mittagessen nicht bezahlt, gehen deswegen rund um die Tankstelle und essen Brötchen mit Keksen. Statuen gibt es hier auch an der Tankstelle zu sehen:

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5 Gedanken zu „Troja – Türkei (7)

  1. Karl-Heinz

    Griechisch brauchte ich auf dem Gymnasium nicht zu lernen – da haette ich mich fuer den sprachlichen Zweig auf dem Gymnasium entscheiden muessen und in Sprachen war ich sowieso nicht gut – Latein als antike Sprache hat mir schon genuegt. Mir lag eben mehr Mathematik bzw. naturwissenschaftliche Faecher. Damals wusste ich auch nicht, dass Englisch mal fuer mich sehr wichtig sein wuerde.
    Aber zu Troja, die Geschichte haben wir wohl alle gehoert und ich waere auch enttaeuscht, wenn man davon heute kaum noch was sehen kann. Man sollte seine Erwartungen nicht zu hoch setzen.
    Jedenfalls kann ich mir durch Deine Bilder eine Reise dahin ersparen.
    Gruss aus dem verregneten NW-Arkansas, Karl-Heinz

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Bist du denn schon in Schlesien auf ein Gymnasium gegangen? In der Gegend von Tschammendorf gab es doch keins …… ??
      Einen schönen Gruß! Martin

      Antwort
  2. Frau Blau

    „Mein“ Haus- und Gartengeist und ich hatten ja Ende des Jahres ebenfalls überlegt an einer Türkeibusreise teilzunehmen, dann stellten wir es uns vor und dann entschieden wir uns dagegen – wobei ich da, zugegeben, die treibende Kraft war, ich kann es mir einfach nicht vorstellen tagelang in einem Bus mit vielen anderen von einer Sehenswürdigkeit zur anderen gekarrt zu werden … klar, man macht das Beste draus, wie ihr ja wohl eben auch- dem gegenüber steht: man hat was gesehen, gelernt, erfahren und diese Steinmauern zum Beispiel hätten mein Herz gleich höher schlagen lassen, ich liebe Trockenmauern/Steinmauern und habe sie eine Zeit lang fotographisch gesammelt und diese hier haben einen besonders eleganten Schwung …

    da ich nach der Quarta das Gymnasium freiwillig verlassen habe, blieb mir so manches erspart, manches bedauer ich heute, aber ich jammere nicht einer Lateinstunde hinterher 😉

    habs fein – herzlichst Ulli

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Tatsächlich denke ich, so eine Busrundreise ist mehr was für die Zeit, wenn wir (noch) älter sind. Es ist einfach herrlich bequem, wenn man sich um nichts kümmern muss außer darum, auf die Uhr zu sehen, damit man den Bus nicht verpasst. Meine 15 Jahre ältere Schwester fährt manchmal mit einem Reiseunternehmen, die setzen noch einen drauf. Die holen die Leute von der Haustür ab, laden die Koffer ein und ab da läuft eine gut geölte Maschine.
      Wenn wir so in Lateinamerika unterwegs sind und uns um jede Kleinigkeit selbst kümmern müssen, was manchmal nicht so einfach ist, dann denke ich oft: So muss man es machen!

      Schönen Samstag! Martin

      Antwort
  3. Kathi und Melanie

    Hey there, wir haben eine Rubrik, die sich „Sag mal…“ nennt. Da geht’s um Folgendes: Es gibt so vieles, das wir uns fragen und worüber wir nachdenken. Und wir wollen wissen, wie ihr das seht. Deshalb haben wir uns etwas einfallen lassen: Wir stellen euch die wichtige und weniger wichtige Fragen des Lebens.

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    Hast du Lust, uns dein Kommentar dazu zu schicken? Dann schreib uns bitte ein Mal an mekapost@gmail.com mit dem Betreff „Million“. Schick uns auch gleich deinen Bloglink, den fügen wir dann bei deiner Antwort ein 🙂

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    Antwort

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