Die Olympiasiegerin

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Herbert Achternbusch, der kommt für mich irgendwie aus einer fernen Zeit. In den 70ern habe ich mir mal seine „Alexanderschlacht“ gekauft, mehrmals versucht, das Buch zu lesen. Ohne Erfolg, das Buch ist wahrscheinlich nur für Lese-Masochisten. Bin ich nicht, trotzdem habe ich mir jetzt „Die Olympiasiegerin“ vorgenommen, weil das Buch im kommunalen Bücherschrank der Stadt Kerpen stand und mir beim Blättern einige Bilder haften geblieben sind.

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Es handelt sich um ein „Filmbuch“, also um Bilder aus Achternbuschs gleichnamigem Film und eine Mischung aus Drehbuch und Nacherzählung des Films. Kurz, einfach zu lesen.

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Man sollte die Geschichte, in der es darum geht, wie Herbert, Achternbuschs kindliches Alter-Ego, Eltern sucht und findet, die ihn zeugen sollen, nicht als reinen oder höheren Blödsinn abtun. Natürlich kümmert sich Achternbusch nicht im Geringsten um so etwas wie eine realistische Story. Und doch ist die Geschichte einer Affäre, deren Folge dann das Kind ist, nicht nur eine private Vergangenheitsbewältigung, nicht nur die Eigen-Analyse eines egoverliebten Autors und Filmemachers. „Die Olympiasiegerin“ ist ein sehr politischer Film, ein Film, in dem sozusagen das Politische im Privaten herausgearbeitet wird.  Insofern hat mich dieses Werk von Achternbusch sehr an die Stücke des Ödön von Horváth erinnert, vor allem an dessen „Geschichten aus dem Wiener Wald“. Viel zu schade fürs Altpapier, aber nichts wert heutzutage: Das Buch gibt es für unter 1 Euro.

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Achternbusch selbst spielt die Hauptrolle

 

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4 Gedanken zu „Die Olympiasiegerin

  1. kbvollmarblog

    Lieber Martin,
    ich finde Achternbusch sehr gewöhnungsbedürftig. Aber nach deinem Kommentar zu ihm, sollte ich mich vielleicht noch einmal an ihn wagen. Aber da warten, glaube ich, viel vergnüglichere Bücher, dass Achternbusch erst mal warten muss. Aber er bleibt im Hinterkopf abgespeichert.
    Feine Osterfeiertage, liebe Grüße
    Klausbernd

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Vergnüglich ist der nicht so recht, manchmal, denk ich, muss man wohl ein Bayer sein, um seinem Humor folgen zu können, so ein seltsamer anarchistisch-bayrischer Humor. Das was ich von ihm kenne, fällt eher unter die Kategorie der Bücher, die meine Mutter immer „eher unerfreulich“ zu nennen pflegte.
      Also: Erfreue dich über Ostern an etwas Erfreulichem, mach einen Osterspaziergang wie der alte Faust und pass auf, dass dir nicht ein Pudel hinterherläuft!
      Martin

      Antwort
  2. Frau Blau

    es ist seltsam ruhig um Herbert Achternbusch geworden, seine Filme waren in den 70igern/8oigern Kult – unvergessen für mich: Servus Bayern und der „Bierkampf“ –
    bei mir im Regal stehen zwei Bücher von ihm, die ich, zugegeben, nie wirklich zuende gelesen habe, aber bislang auch nicht weggeben konnte …
    ich habe seinen Humor oft als englisch empfunden, ob das nun stimmt oder nicht-

    herzlichst Ulli

    Antwort

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