Truman Capote: Eine Weihnacht

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Obwohl ich fast alle Bücher verkauft habe, finden sich in den Restbeständen immer wieder Überraschungen, so z.B. „Eine Weihnacht“ von Truman Capote in einer edel gemachten Sonderausgabe aus dem Bertelsmann-Verlag, erschienen 1990 in kleiner Auflage mit Illustrationen von Hans Hillmann, meinem Vetter. Womit schon klar wäre, dass ich das Buch von meiner Mutter geerbt haben muss, denn Vetter Hans pflegte meiner Mutter zu besonderen Anlässen je eines seiner Bücher zu schenken, schließlich war meine Mutter es gewesen, die den Eltern von „unserem Hans“ verklickert hatte, dass der Junge, der Hoferbe, wohl nicht Landwirt werden würde, sondern Künstler. Aber egal.

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Eine schöne Geschichte, eigentlich nur ein paar Seiten lang, aber so üppig gesetzt, dass ein Buch daraus geworden ist. Lesedauer: Zwei Ahoi-Brause-Bonbons. Aber hat sich gelohnt. Was da wie ein schnell niedergeschriebenes Stück Autobiografie daher kommt, ist in Wirklichkeit ein kleines Meisterwerk, weil es Capote gelingt, die Verletzungen und Enttäuschungen, die seine Kindheit geprägt haben, nur anzudeuten und doch ganz präsent zu halten. Die Dramen, die sich da abgespielt haben, das Versagen beider Eltern, denen das Kind auf ihrem Weg zu Selbstverwirklichung und Karriere nur im Weg war, werden nicht breit und weinerlich ausgewalzt, sondern in einem eigentümlich schwebenden Ton gehalten. Hat mir sehr gefallen, auch wenn das Thema nicht gerade zur Jahreszeit passt.

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6 Gedanken zu „Truman Capote: Eine Weihnacht

    1. emhaeu Autor

      Es war aber nicht die gute alte Ahoi-Brause, sondern was neumodisches: Ahoi-Brause-Bonbons – ich glaube, die gab es früher nicht. Wenn die Tüte leer ist, werde ich auch keine mehr nachkaufen …. Schönen Abend! Martin

      Antwort
  1. Frau Blau

    wahrlich, das sieht nach einem kleinen Schatz aus! ich hoffe du behälst es?!
    Ahoi- Brause, am liebsten Waldmeister, oderr?! 🙂 ja, ich weiß schon, es waren nicht DIE, aber die hatte ich eben auf der Zunge …

    genieße das WE
    liebe Grüße
    Ulli

    Antwort
  2. Dina

    Superschön von mit und über Capote finde ich „Capote + Kaltblütig“ Collector’s Edition, kennst du den?
    Philip Seymour Hoffman bekam den Oscar 2006 für seine Rolle als Capote. Highlight!
    🙂

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      „Kaltblütig“ habe ich nicht gelesen, aber, wenn ich mich nicht irre, vor ewigen Zeiten den Film gesehen – und Danke für den Highlight-Tipp! Werde man nachforschen! Schönen Sonntag! Martin

      Antwort

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