Bettenanbieten

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Das Buch „Bettenanbieten“ von Joachim S. Gumpert habe ich nur wegen der Illustrationen aus dem Regal des öffentlichen Bücherschranks Kerpen gezogen. Die Illustration oben von Bernd A. Chmura beispielsweise zeigt sozusagen den Rezensenten 2.0 – während er liest, werden seine Gehirnströme gemessen und daraus automatisch seine Einschätzung des gelesen Textes generiert …..

Zu Hause erst habe ich gemerkt, dass es sich bei „Bettenanbieten“ um ein 1978 in der DDR erschienenes Büchlein handelt. Gelesen habe ich es kaum 5 km von der ehemaligen Zonengrenze entfernt, bei einer Erkundungstour durchs winterliche Wendland in einem Ort mit dem seltsamen Namen Simander.

Ein vergnügliches Büchlein, nicht nur wegen der Illustrationen. Kleine schrullige Erlebnisse und Begebenheiten aus dem Alltag der DDR erzählt der Autor. Immer voller Humor, aber dass die Zustände in der DDR dabei nicht gut wegkommen, ist nicht zu übersehen.  Hätte ich der DDR gar nicht zugetraut, dass dort solche Texte erscheinen können, habe ich gedacht.

Wieder zu Hause im Rheinland habe ich dann was rumgegoogelt. Das Buch ist unter Pseudonym erschienen, der Autor hat seinen Job als Verlagslektor aus politischen Gründen verloren. Jetzt stimmt mein Weltbild wieder.

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6 Gedanken zu „Bettenanbieten

  1. theomix

    Schade drüm, aber so war das da. Ob es bei uns besser war und zur zeit besser ist, ist eine andere Geschichte und kann ein anders mal erzählt werden.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Na, ich erinnere mich noch zu genau daran, wie froh ich immer war, wenn ich nach meinen Besuchen in der DDR oder auch in Polen oder der CSSR wieder im Goldenen Westen war …

      Antwort
  2. Susanne Haun

    Gut, dass auf dem Stuhl rechts und links vermerkt ist, Martin, mir gefällt die Illustration auch sehr gut.
    Und die Frage ist, ob es jetzt in Gesamtdeutschland besser ist…. von der Verlagsfreiheit sicher…..
    Einen schönen Tag Susanne

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ist noch etwas altmodisch, die technische Ausrüstung des elektronischen Rezensenten, aber die Richtung ist gut getroffen, finde ich.
      Viel Spass auch heute! Martin

      Antwort

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