Gebranntes Kind

gitter

 

Zwei Familien, die in der Nähe wohnen, besitzen einen Kaminofen. Beide haben jeweils zwei Kinder im Kindergartenalter, beide haben ihren Kaminofen mit einem der oben abgebildeten Gitter eingezäunt. Ist ja auch fürchterlich gefährlich, so ein Ofen.

Waren früher die Öfen anders, die Kinder anders oder die Eltern anders? Mein Elternhaus jedenfalls wurde bis 1962 mit Einzelöfen beheizt. Einer stand unten im Wohnzimmer und beheizte gleichzeitig das Esszimmer und die kleine Küche. Ein Kohleofen mit braunroten Kacheln, der später durch einen immer ein wenig stinkenden Ölofen ersetzt worden ist. Das Elternschlafzimmer war unbeheizt, die beiden Kinderzimmer oben wurden durch einen weiteren Kohleofen beheizt, der zum Glück in dem Zimmer stand, das ich mir mit meiner jüngsten Schwester geteilt habe. In dem anderen Zimmer, das sich die beiden älteren Schwestern teilten, war es immer etwas kühler. Dann stand noch ein Ofen in dem Zimmer, das meine Tante Lene mit ihrem Sohn bewohnte, ihr gemeinsames Schlafzimmer war auch unbeheizt. Das Bad, dass sich die 8 Bewohner des Hauses teilten, wurde zweimal in der Woche geheizt, natürlich auch mit Kohle.

Ich kann mich nicht erinnern, in meiner Kindheit einmal gefroren zu haben, erst später, als die Ölzentralheizung kam, war es oft zu kühl. Und natürlich gab es keine Gitter um die Öfen, das Haus war voll, es war eng, Nachbarkinder kamen zum Spielen, der Ofen bollerte. Ob sich nie jemand verbrannt hat? Keine Ahnung. Und wenn, dann vermutlich nur einmal. Gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer.

 

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10 Gedanken zu „Gebranntes Kind

  1. nurmalich

    Oh ja, ich erinnere mich an die gitterlose Zeit. Und für mich wars EINMAL – allerdings wirklich nur ein einziges Mal richtig schmerzhaft und mein Handrücken hatte eine sehr intensive Brandblase.

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  2. TBW-Pur

    Ich find es mit Gitter sicherer als ohne, Kinder sind halt neugierig und das Feuerchen zieht sie magisch an. Gerade noch wenn sie so klein sind….

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  3. puzzleblume

    Ich bin in einer mit Kachelofen beheizten Wohnung aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, den je eigenmächtig geöffnet zu haben oder mich daran verbrannt zu haben, aber fand es toll, den in Begleitung eines Erwachsenen „füttern“ zu dürfen.
    So auch mein Sohn, der seine ersten sechs Jahre in einer vorwiegend mit Ofen beheizten Wohnung oder Ferienhäusern alle Chancen auf Brandblasen gehabt hätte.
    Der Hang zum Überbehüten in Gestalt von allem möglichen Equipment statt geduldigen Erklärungen und wiederholten Nein-Sagens scheint mir eine Mischung aus Feigheit und Bequemlichkeit zu sein. Man braucht dann nicht „der Böse Neinsager“ und Spielverderber zu sein, aber dauernd aufpassen mag man auch nicht, sprich: der Trend ist eher einer wachsenden Frustrationsintoleranz auch bei der Elterngeneration geschuldet als der tatsächlichen Gefahr durch einen Ofen mit geschlossender Tür.
    Nachdem es viele Eltern vorziehen, die Erziehung an Kita und Kiga zu delegieren und in der Freizeit nur noch geliebt werden wollen, wird der Trend zur Prävention wohl noch lange nicht ausgereizt sein.

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    1. emhaeu Autor

      „…. und in der Freizeit nur noch geliebt werden wollen“ – da ist was dran, ich habe derzeit viel Anschauung, weil drei Gärten an unseren stoßen und alle drei Gärten Leuten mit je 2 – 3 noch nicht schulpflichtigen Kindern gehören. Die Kinder spielen übrigens alle jeweils mit ihren Eltern und nie zusammen. Wenn sie überhaupt mal in den Garten dürfen, denn tagsüber sind sie in der Ganztagsbetreuung, zwischen Abendessen und Bett bleibt dann nicht viel Zeit, Fernsehen gibt es ja auch noch. Am Wochenende geht es dann zum Reiten/Wohnwagen/Oma/Grillen-bei-Freunden, … und schon wieder kann ich mich der Ruhe erfreuen und den Vögeln zuhören.

      Antwort

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