Gießen

DSC0748835 Grad, Trockenheit, kein Regen in Sicht. Schwere Zeiten für mich. Ich kann nämlich Wasserverschwendung nicht ausstehen. Klar, das ist Unsinn, wir leben nicht in der Sahel-Zone und viele fleißige Menschen sorgen dafür, dass in Deutschland das Trinkwasser nie knapp wird.
Trotzdem. Wasserverschwendung geht mir auf den Keks. Schon wenn jemand zu viel oder falsch gießt, kriege ich die Krise. Im vorigen Leben Wüstenbewohner gewesen, würden manche Leute sagen. Näher liegt die genetische Erklärung. Schon mein Vater hat alle genervt, indem er bei entsprechenden Anlässen auf die Höhe der Wasserrechnung zu verweisen pflegte. Von ihm habe ich auch gelernt, wie man richtig gießt: Möglichst früh am Morgen, schon vor Sonnenaufgang, nie mit der Brause oder gar mit einem Schlauch, sondern mit der Gießkanne möglichst tief ansetzen und direkt neben, aber nicht auf die Pflanze gießen. Mittags bei Sonnenschein mit der Brause gießen war eine Todsünde gegen das Gebot des sinnvollen Einsatzes von Wasser.
Wüste ist nichts für mich, alle paar Tage ein kräftiger Schauer und die Welt ist in Ordnung.DSC07490

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15 Gedanken zu „Gießen

  1. nurmalich

    Ich finde auch es ist viel besser beim Wassersparen zu übertreibenals beimWasserverschwenden.
    Gegossenwird bei uns normalerweise mit der Gießkanne mit Regenwasser, das wir in zwei Regentonnen sammeln. Nur im Notfall auch mal aus der Leitung.
    Unser Rasen, bzw. das Stück Wiese, denn Rasen kann man das eigentlich nicht nennen, hält Trockenheit ganz gut aus. Und wenn er mal ne Weile keinen Regen bekommt, muss er auch ohne Gießwasser auskommen. Bisher hat er sich nach Trockenperioden noch immer ganz gut erholt.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ist eigentlich in hiesigen Breiten ziemlich normal, dass Gras im Juli/August nicht supergrün ist – aber so natürlich, wie die Natur es will, darf der Rasen dann auch nicht sein …

      Antwort
  2. puzzleblume

    Für das persönliche Wohlgefühl, das sich erst nach dem Ausüben des anerzogenen Richtigen einstellen will, kann ich auch nicht anders, als solchen Gießregeln einigermassen zu folgen, aber irrational ist es trotzdem, in einem Alltag voller privatem und industriellem Wasserverbrauch für die Dinge des täglichen Lebens, über die man sich keine solchen Gedanken macht, weil man diesen nicht direkt sehen kann.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Irrational, so ist es. Bei unserem alten Haus hätten wir, hätten wir es nicht rechtzeitig verkauft, ein paar Tausend Euro für eine Kanalsanierung bezahlen müssen. Begründung: Weil die Leute zu wenig Wasser verbrauchen, muss das System geändert werden ….

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      1. puzzleblume

        Das gibt es beim Müll ja auch, nachdem wir alle so brav Müll trennen, sind die Müllverbrennungsanlagen ohne Plastik und Papier im Hausmüll unrentabel und funktionieren nicht einmal.

  3. Pit

    Hallo Martin,
    diese Regeln habe ich ebenfalls von meinem Vater gelernt. Hier allerdings machen wir es nicht mehr mit der Gießkanne. Das wäre viel zu viel Arbeit. Wir legen einen Schlauch hin und lassen das Wasser dann ganz langsam laufen, fast nur tröpfeln., und zwar relativ dicht am Stamm. Den Rasen wässern wir allerdings mit der Sprinkleranlage. Einmal pro Woche ist es erlaubt, für jeweis 4 Stunden am Morgen und am Abend. Das hält den Rasen ohne Probleme am Leben – wenn auch nicht unbedingt grün. Unser St. Augustin- und Bermudagras geht in eine Art Sommerschlaf und kommt dann im Herbst aus den Wurzeln wieder. Nur unsere neugepflanzten Bäume müssen mehr bekommen, bis sie richtig angegangen sind. Das wird über ein Jahr dauern.
    Wasserverschwendung kann ich auch nicht ab. Auch im Haus sparen wir, wo möglich. Allerdings haben wir keine Regenwasssersammelanlage, wegen des Preises. Damit es sich wirklich lohnen wuerde, müssten die Tanks schon 10 bis 15tausend Gallonen fassen, und pro Gallone muss man etwa einen Dollar an Gestehungskosten rechnen. Dazu käme eine Neuanlage des Sprinklersystems, um es aus dem Tank zu versorgen.
    Ach ja: eigentlich müssten wir uns gar nicht an die Verbrauchseinschränkungen halten, denn wir haben ja unseren eigenen Brunnen. Aber wir tun’s trotzdem, denn es kommt ja Alles aus dem gleichen Grundwasserreservoir.
    Habt eine feine Woche,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hallo Pit! Ein eigener Brunnen ist natürlich fein. Ich habe gerade unter einem Deckel im Garten einen tiefen Schacht entdeckt. 11 Meter tief, habe ich gemessen. Und natürlich gehofft, da wäre Wasser drin. War aber knochentrocken. Jetzt rätsele ich, wozu das Loch dient oder gedient hat. –
      Einmal pro Woche den Rasen wässern ist nicht wirklich viel. Ich glaube, hier würde das nicht reichen, um den Rasen aus dem „Sommerschlaf“ zu wecken.
      Aber gestern war ein Gewitter, jetzt ist erst mal alles nass!
      LG Martin

      Antwort
      1. Pit

        Hallo Martin,
        der eigene Brunnen hat wirklich etwas für sich. Ich weiß aber nicht, ob ich da nicht einmal nachschauen lassen sollte, wo der (Grund)wasserspiegel da ist. Schließlich ist der Brunnen schon 1979 angelegt worden, und in den letzten Jahren ist der Grundwasserspiegel hier doch gesunken. Hoffen wir mal, dass es noch lange reicht.
        Wenn Euer Haus aelter waere, würde ich ja sagen, das Loch war das Burgverließ. 😉 Aber so? Wer weiß?
        Zum Rasen: hoffen wir mal, dass wir keinen zu trockenen Sommer hier bekommen, damit wir keine strengeren Auflagen [das wären dann 1 Mal alle 14 Tage] für’s Rasenwässern bekommen. Gott sei Dank hatten wir ja in der letzten Zeit ganz schön viel Regen.
        Und Ihr hattet ja jetzt auch welchen. Hat das Gewitter auch Abkühlung gebracht?
        Liebe Grüße,
        Pit

      2. emhaeu Autor

        Nein, lieber Pit, eine Burg haben wir nicht und an dieser Stelle, wie alte Karten zeigen, hat auch niemals eine Burg gestanden … der Schacht ist auch gar nicht nicht so alt, ich habe nochmal reingesehen, da führt u.a. ein gelbes Plastik-Rohr rein, wie sie erst seit ca. 30 Jahren für die Drainage verwendet werden. Geregnet hat es hier noch lange nicht genug und auf die Abkühlung warten wir – laut Wetterbericht soll der Temperatursturz stündlich kommen …. Liebe Grüße! Martin

  4. khecke

    Wenn es sehr trocken werden sollte, was es in diesem Jahr bisher noch nicht gewesen ist, kann es vorkommen, dass Ruth paar Blumen giesst, aber sonst muss sich Mutter Natur um das Grundstueck kuemmern, das immerhin 37 Hektar ist und auf dem wir 2 Teiche haben wobei der eine seine eigene Quelle hat. Ueberhaupt haben wir Wasserquellen auf dem Grundstueck, die aber im Sommer versiegen koennen. Unser Wasser pumpen wir aus einer Tiefe von ca. 180 Metern und haben daher auch keine Wasserrechnung, nur dass die Wasserpumpe natuerlich bischen Strom verbraucht.
    Wasserknappheit in dem Sinne haben wir persoenlich nicht, obwohl Arkansas normalerweise nicht ungedingt mit Regen verwoehnt wird und sich hier niemand beklagen wuerde, wenn es regnet. Die meisten Leute sind dankbar, wenn wir Regen bekommen. In diesem Jahr haben wir bisher mehr Regen als normal bekommen.
    LG Karl-Heinz

    Antwort
    1. Pit

      Hallo Karl-Heinz,
      zwei Teiche und sogar eigene Quellen auf dem Grundstück: ich werde neidisch! 😉 Unser Brunnen – auch wir haben einen eigenen – ist nur 30 Meter tief. Da müssen wir unbedingt, denke ich, einmal in Erfahrung bringen, wie lange das noch reicht, da der Grundwasserspiegel ja langsam aber sicher sinkt.
      Hab‘ einen feinen Sonntag,
      Pit

      Antwort

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