Vergrößerer Marke Eigenbau

adox start 1950

Mit dieser Adox Start von 1950 habe ich kein einziges Foto gemacht. Ich habe sie sozusagen geschlachtet, als ich ungefähr 16 Jahre alt war.

Damals nämlich hatte ich ein Buch, das „Das große Bastelbuch für Jungen“ hieß oder so ähnlich. Und da war eine Anleitung drin, wie man einen Foto-Vergrößerer selbst bauen kann.  Das hatte es mir angetan. Meine Mutter hat mir zu diesem Zweck ihre alte Adox-Kamera geschenkt, eine Klapp-Kamera, deren recht basic-mäßiger Sucher mir noch gut in Erinnerung ist. Diese Kamera habe ich dann ausgeschlachtet und Objektiv und Balgen für den Vergrößerer verwendet.

Hat tatsächlich funktioniert, mein aus Holz zurechtgezimmerter Vergrößerer. Dazu kam eine schwarze Entwicklerdose von Jobo, drei Schalen und zwei Zangen, welche ich von meinem Schwager geschenkt bekommen habe. Für Chemikalien, Fotopapier und eine Dunkelkammerbirne ging das Taschengeld drauf. Die ersten Bilder auf Chamois-Papier waren etwas kontrastarm, aber egal: Man konnte was erkennen.

Heute mag man es für ein Sakrileg halten, so eine schöne alte Kamera auszuschlachten.  Aber die Nostalgie war um 1966 noch eine sehr seltene Krankheit und es galt die Regel: Was alt ist, kann weg. So ging es dann bald dem ganzen Eigenbau-Vergrößerer, denn ich hatte so viel Spaß an der Sache gefunden, dass ich mir einen richtigen Vergrößerer schneken ließ – ich glaube, einen Rowi 35.

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3 Gedanken zu „Vergrößerer Marke Eigenbau

  1. Pit

    Hallo Martin,
    manchmal bedaure ich auch, was zunächst meine Eltern und dann ich so alles weggeworfen haben, z.B. Blechspielzeug. Nicht, dass ich das unbedingt heute zu Geld machen wollen würde, sondern größtenteils der Nostalgie wegen.
    Liebe Grße,
    Pit
    P.S.: Das selber Entwickeln und Vergrößern habe ich erst später angefangen, in den 70ern, und mit einem geliehenen Vergrößerer. Von einem Fotobegeisterten, der in der Wohnung unter uns wohnte. Das ganze Geschäft war mangels eine richtigen Dunkelkammer etwas abenteuerlich, im Badezimmer. Ging nur des nachts, und weil aus irgendeinem unerfindlichen Grund Glasbausteine zwischen Bade- und Schlafzimmer waren, wurde meine Frau instruert, ja nur kein Licht im Schlafzimmer anzumachen. Und die Heizung und Warmwasserbereitung [wir hatten einen Gasdurchlauferhitzer im Badezimmer] musste auch abgestellt werden. Aber es hat Spass gemacht.

    Antwort
  2. emhaeu Autor

    Lieber Pit,
    das Dunkelkammerproblem hatte ich natürlich auch. Richtig duster war es nie, deswegen bin ich zum Einspulen der Filme in die Entwicklerdose immer in den Kleiderschrank meiner Eltern gekrochen…..

    Antwort
    1. Pit

      Hallo Martin,
      meine improvisierte Dunkelkammer war ein Anorak. Reißverschluss zu, dann Filmspule und Entwicklerdose in den „Rumpfteil“ legen und mit den Händen von unten in die Ärmel reichen. Dann konnte mal wirklich im absolut Dunkeln den Film einspulen.
      LG,
      Pit

      Antwort

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