Was mir in Kalifornien aufgefallen ist (1)

Zurück von der Reise durch Nevada und Kalifornien (kein Urlaub, sondern ein notwendiger Verwandtenbesuch) dachte ich auf dem Frankfurter Flughafen: Puh, ist es hier dreckig.

In Las Vegas, mitten im Vergnügungsviertel, morgens um kurz nach 7:IMG_1226n

Da liegt nichts rum, obwohl am Vorabend in dieser Strasse ein großes Live-Konzert stattgefunden hat, da gibt es keine Graffiti, keine kaputten Flaschen etc.

Auch in der Wüste von Nevada liegt nur ganz selten mal Müll am Straßenrand, 1000 USD Strafe scheinen doch abzuschrecken:

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In der Nähe von Rigdecrest, wo ich aus dem Motelfenster den wenig einladenden, aber wiederum sehr gepflegten Pool fotografiert habe ….

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gibt es dann doch einen ungewöhnlich heruntergekommenen Ort, nämlich Trona. Da haben wir nicht angehalten, sondern sind schnell weitergebraust …

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19 Gedanken zu „Was mir in Kalifornien aufgefallen ist (1)

  1. puzzleblume

    Heute las ich in der Tageszeitung einen Artikel über die Sauberkeitsbestrebungen an US-amerikanischen Colleges, die sich in Warn-Listen für Bücher und Filme (F.Scott Fitzgeralds „Grosser Gatsby“, Virginia Wooolfs „Mrs.Dalloway“ sowie eine Liste nicht einzuladender Künstler gibt. Da ist mir ein bisschen Dreck nach einem Open Air Konzert oder ein wilder Piesler auf dem Münchner Oktoberfest auf einmal direkt sympathisch.

    Antwort
    1. Pit

      Hallo Puzzleblume,
      da hast Du leider einen ganz wunden Punkt angesprochen. Hierzulande, wo man sich immer wieder auf das 1st Amendment, die Redefreiheit beruft, und das auch bei mir absolut unverständlichen Gelegenheiten, wird diese im akademischen Bereich zunehmend eingeschränkt – und zwar von links sowie von rechts. Aber auch in Deutschland fängt so etwas an, wenn z.B. eine Familienministerin ihren Kindern eine „bereinigte“ Fassung von Pippi Langstrumpf vorliest.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
      Pit

      Antwort
      1. puzzleblume

        Das mit der „political correctnes“ bei deutschen Kinderbüchern hat mich auch schockiert. Weil meine schon grösser sind, und wir uns nur mit der Erneuerungswelle hinsichtlich der Rechtschreibreform herumgeärgert haben, war das bis vor kurzem noch an mir vorbei gegegangen. Für mich hat es immer den Anschein, als wären die so Säuberungsbesessenen ganz besonders stark befangen in Angelegenheiten von Rassismus und Emanzipation einerseits , andererseits Fanatiker in der Auffassung, Menschen, die Kinder bekommen, seien per se nicht zur Erziehung im Sinne humanistischer Werte in der Lage und darum sie ihnen alles vorzuschreiben bzw. aus den Händen zu nehmen. Sehr, sehr gruselig ist das..

      2. Pit

        Ich stimme Dir voll und ganz zu. Wie kann ich mich mit anderen (missliebigen) Meinungen auseinandersetzen, wenn ich sie erst gar nicht zur Kenntnis nehme? Denkverbot?! Ganz schlimm! Vor Allem möchte ich nicht, dass Andere für mich denken. Und dazu habe ich in meinem ganzen früheren Berufsleben als Lehrer meine Schüler immer angehalten: selber denken, sich eine eigene Meinung bilden und die vertreten, aber auch die Meinung Anderer ernst nehmen und sich im Diskurs damit auseinandersetzen.
        Die Geschichte mit den missliebigen Büchern – die man hierzulande dann sogar aus Büchereien entfernt – erinnert mich bei Weiten zu sehr an die Zeiten, als in Deutschland Bücher verbrannt wurden.
        So, aber jetzt mache ich hier Schluss und denke mal wieder an etwas Positives.
        Hab’s fein,
        Pit

      3. emhaeu Autor

        …. in der Schule geht es doch so: Der Schüler wird zum eigenen Denken und Urteilen angehalten … aber am Ende steht das an der Tafel, was der Lehrer sich vorher überlegt hatte (:-))

    2. emhaeu Autor

      Nun gibt es in der Literatur sicher auch eine Menge Dreck, aber da würde ich von oben angeordnete Säuberungsaktionen sicher nicht gut finden.

      Antwort
  2. Pit

    Hallo Martin,
    das mit den Graffiti ist mir bei unserer Deutschlandreise wieder so richtig bewusst geworden: in Deutschland sind diese Schmierereien allüberall zu finden, hier in Amerika kaum. Viele Städte sind, wie Du es für Vegas beschreibst, sehr sauber, aber längst nicht alle Städte – vor allem nicht alle Bereiche einer Stadt. Die Wegwerfgesellschaft gibt es auch hier, und je niedriger das soziale Niveau ist, desto schlimmer sieht es in der jeweiligen „neighbourhood“ aus. Ich bin mal gespannt auf Dein Negativbeispiel.
    Übrigens: in vielen Städten gibt es Grundstücke, auch mitten drin, die sehen schlimmer aus als ein/e Schrottplatz/Müllhalde. Hier gibt es kein Ordnungsamt, das darauf achten würde.
    Bei Motels und deren Swimming-Pools stimme ich Dir zu: auch ich finde sie nicht unbedingt einladend, aber immer sauber und gepflegt.
    Apropos Müll am Straßenrand: den gibt es hier in Texas doch, trotz $ 1000 Dollar Strafe und der allgegenwärtigen Schilder „Don’t mess with Texas.“ Hier gibt es zum Saubermachen das „Adopt a highway“ Programm. Da verpflichten sich Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Schulen etc., zwei Meilen einer Straße regelmäßig von Müll zu befreien. Das „befreit“ dann natürlich die Unverantwortlichen, doch wieder ihren Müll hinzuschmeißen.
    Hab’s fein,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hallo Pit!
      Ob das “Adopt a highway”-Programm, das ja selbst in der Wüste unübersehbar ist, tatsächlich die Wegwerfer nicht vom Wegwerfen abhält, habe ich mich auch gefragt. Aber ist es nicht so, dass man da, wo es sauber ist, auch weniger geneigt ist, etwas hinzuwerfen als da, wo sowieso schon Müll liegt?
      Beim Negativ-Beispiel Trona CA hätte ich einige Gegenbilder machen können, aber wir haben, wie gesagt, nicht angehalten. Trona ist aber auch eine Art Extremfall, da dort viele Leute wegziehen wegen der Belastung durch den Mineralienabbau im Salzsee. Die soziale Komponente, von der du sprichst, ist mir aufgefallen in Mojave CA an der 395, wo wir zum Tanken von der Strasse ein wenig abgebogen sind und an einer ziemlich abgewrackten und dreckigen Tankstelle gelandet sind …
      Einen schönen Tag!
      Martin

      Antwort
      1. Pit

        Hallo Martin,
        zum Thema „allen Müll auf den Boden werfen“ hat mir der Vater einer Schülerin [promovierter Biologe] einmal gesagt, das sei der beste Beweis, dass der Mensch von ehemaligen Baumbewohnern abstammt. Die werfen auch alles, was sie nicht mehr brauchen, vom Baum herunter auf die Erde. Und dann ist es eben für sie entsorgt: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“
        Ob Menschen weniger Müll wegwerfen, wenn die Gegend sauber ist? Ich weiß es nicht.
        LG,
        Pit

  3. Susanne Haun

    Hallo Martin,
    sicher liegt es auch ein wenig an die Lohnkosten, die in den Staaten sehr viel geringer sind als bei uns. So ist es einfacher weil kostengünstiger, Straßenreiniger einzustellen.
    Bei uns in Berlin/Wedding fegen viele Händler vor ihren Läden selber und so ist es in den letzten Jahren sauberer geworden. Besonders, weil auch die Anzahl an Hunden sich verringerte und auch der Hundedreck vom Besitzer wer gemacht werden muß.
    „Do not litter“ ist mir auch noch gut als Schild am Autobahnrand in Erinnerung!
    LG Susanne

    Antwort

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