Der Horror lockt (Tim Burton)

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Ob noch viele in der Ausstellung waren, die gar nicht wussten, worum es geht, weil sie nicht wussten, wer dieser Tim Burton eigentlich ist? Ich hatte den Namen noch nie gehört, muss aber – das wurde mir schlagartig klar, als ich die lange Schlange an der Kasse sah – irgendwie einer Randgruppe angehören.

Ein Filmemacher, erfuhr ich dann bald, ein erfolgreicher Filmemacher, dessen Schwerpunkt der Horror zu sein scheint. In der Ausstellung hängen viele, viele Vorzeichnungen zu seinen Filmen. Ein guter Zeichner, zweifellos. Sympathischerweise sagt Burton selbst, dass es sich bei diesen Werken nicht um „große Kunst“ handele.  Wie dem auch sei:

Das Positive scheint mir zu sein, dass ich noch nie so viele junge Leute in einem Museum gesehen habe. Das Negative: Dass sie alle wegen des Horrors gekommen sind.

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13 Gedanken zu „Der Horror lockt (Tim Burton)

  1. Susanne Haun

    Ich bin auch so eine, die Tim Burton schätzt 🙂 aber nicht wegen seinen Zeichnungen sondern wegen seiner Filme. Besonders mag ich „Edward mit den Scherenhänden“ von 1991. Eigentlich müsste es auch deinen Humor treffen. Hier die ersten Wikipedia Zeilen zu dem Film:
    „Edward, ein künstlich erschaffener Mensch, ist noch nicht ganz vollendet, als sein Erfinder stirbt. Statt Händen ist Edward mit einer komplizierten Scheren-Konstruktion ausgestattet. Er lebt alleine im Schloss seines Schöpfers, bis eines Tages die Avon-Beraterin Peg das Schloss betritt. Peg hat Mitleid mit Edward und nimmt ihn mit zu sich nach Hause.“

    Antwort
  2. Wolfgang

    Horror – auch, aber nicht ausschließlich. Da lief z. B. gestern im TV Mars Attacks – ein Film der mit überdrehtem skurrilem Humor ausgestattet ist und mit Schauspielern erster Güte gedreht wurde. Tim Burtons Schaffen ist recht vielschichtig. Und dass er an die 1000 Grafiken selbst geschaffen hat wusste ich allerdings nicht. LG W 🙂 lfgang

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    1. emhaeu Autor

      Ich habe inzwischen „Alice im Wunderland“ gesehen – auch nicht so der reine Horror; wenn auch nicht so herrlich verspielt-verquer wie die Vorlage. Den zug zum schwarzen Humor kann man aufgrund der Zeichnungen mehr erahnen …

      Antwort
  3. puzzleblume

    Ein putziges Phantasieviech, aber Horror ist das doch nicht? Das arme Kerlchen könnte ohne Hilfe nicht mal überleben. Aber als Zeichnung gefällt es mir, erinnert mich an die Schulheft-Zeichnungen meines Sohnes in der Abi-Zeit.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Sowas ist es ja auch, Schulheft-Zeichnungen. Burton hat gesagt, es sei ihm eigentlich peinlich, dass seine Kritzeleien jetzt in einem Museum hingen, käme ihm so vor, als ob seine Unterwäsche öffentlich ausgestellt wäre. — Für ein putziges Viech aber ganz schön spitz und scharf an einigen Stellen ….

      Antwort
  4. Ulli

    Lieber Martin,
    nee, den kenne ich auch nicht, bin aber eh auch kein Horrorfan, mir reicht der Alltag 😉
    die Zeichnung gefällt mir … und ob nun Kunst oder nicht … egal!
    Warum junge Menschen sich so vom Grusel angezogen fühlen bleibt mir wohl auch ein Rätsel, aber nun, wir haben uns in jungen Jahren gegenseitig Edgar Allen Poe vorgelesen und uns zusammen gegruselt, bei Kerzenschein und flackernden Schatten, versteht sich-
    liebe Grüsse
    Ulli

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Liebe Ulli, das mit dem Kuscheln wäre eine schöne Erklärung! Aber ich vermute, es hat mehr etwas mit Langeweile und Überdruss zu tun – um es mal was plakativ zu sagen: Leute, die im Krieg oder auf der FLucht sind, schauen sich gewiss keine Horror-Videos an.
      Schönen Sonntag! Martin

      Antwort
      1. Ulli

        Das ist wohl wahr, dass Menschen, die den alltäglichen Horror erleben, dies nicht noch in Büchern oder Filmen suchen und mein Kommentar bezog sich auch nicht aufs kuscheln, sondern darauf, dass wir den Grusel eben in jungen Jahren auch gesucht haben. Ich vermute eher, dass es daran liegt, dass man sich in jungen Jahren auf die Suche macht, was will ich, was nicht und wer wil schon ein Pendel? Naja, bin gerade etwas müde, komme vom ackern und hoffe du verstehst mich trotzdem. Den schönen Sonntag wünsche ich dir auch
        Ulli

  5. khecke

    Ich habe nie etwas von Tim Burton gehoert. Liegt wohl daran, dass ich mir keine Horrorfilme ansehe – die normalen Nachrichten genuegen mir an Horror. Dafuer gefiel mir der Beitrag vom ARD ueber Carl Laemmle viel besser der am 17. Januar 1867 in Laupheim (Deutschland) geboen wurde und mit 17 Jahren also 1884 ohne Geld nach Amerika auswanderte und sich ueber die verschiedensten Jobs zum einem gewissen Reichtum hocharbeitete und spaeter Universal Studios gruendete und bis in die Depression Jahre der dreissiger betrieb und sehr viel Filme herstellte. Er starb am 24. September 1939. In den letzten Jahren seines Lebens ermoeglichte er hunderten von Juden waehrend der Nazi-Zeit nach Amerika zu kommen und ihnen somit das Leben rettete.
    Uebrigens war die Nazi-Zeit in Deutschland Horror genug fuer mich.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Interessant, dass du ARD sehen kannst – wahrscheinlich über Internet. Als wir jetzt im November in Kalifornien gewesen sind, konnten wir nirgends deutsches Fernsehen empfangen – was ehrlich gesagt auch nicht so schlimm ist, denn die Talkshows im deutschen Fernsehen schaue ich mir schon länger nicht mehr an.
      LG Martin

      Antwort

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