Der Fotograf bei der Arbeit

Ein etwas rätselhaftes Bild, das ich unter den alten Familienfotos gefunden habe, nur 4 x 4 cm groß, so dass ich erst auf dem Bildschirm gesehen habe, was drauf ist: Die Familie hat sich aufgestellt, der Fotograf mit der riesigen Plattenkamera ist bereit, die Kinder in Festkleidung hüpfen herum.

Entstanden ist das Foto um 1939 im Garten bei meinen Eltern. Aber hat man damals noch mit solchen großen Kameras fotografiert? Und was war der Anlass? Eine Hochzeit? Aber welche? Und wenn meine Mutter oder meine Großmutter das Foto gemacht haben, wieso sind sie nicht bei denen, die sich für das Foto aufgestellt haben? Vielleicht ging es um die Hochzeit meiner Cousine, die im Haus und Garten meiner Eltern ausgerichtet worden ist, weil dort genug Platz für die Hochzeitsgesellschaft war.

Der Fotograf

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18 Gedanken zu „Der Fotograf bei der Arbeit

  1. nurmalich

    Zur Frage was für ein Anlass das war kann ich natürlich nichts sagen.
    Aber zur Kamera:
    Du fragst, ob man damals noch mit solchen großen Kameras fotografiert hat. Ich erinnere mich, wie wir 1947 oder 1948 mit der Familie zu einemFotografengingen und dort mit so einer ähnlichen -vielleicht etwas kleineren – Kamera fotografiert wurden.
    Es ist wohl wie heute auch noch: Die Profis haben aufwändigere (damals natürlich aufwendigere) Technik, um bessere Bilder zu machen. Dass in diesem Fall wohl extra ein Profi engagiert wurde, deutet schon drauf hin, dass es ein wichtiger Anlass war. Ich vermute, dass er mehrere Bilder machte und dann auch welche entstanden sind, auf denen alle zu sehen sind, also auch der oder die die das von dir gezeigte Bild aufnahm.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ich habe noch mal alle Bilder, die ich aus der Zeit habe, durchgesehen, aber keines gefunden, dass damals aus so einem wichtigen Anlass mit der Großbildkamera aufgenommen sein könnte. — Dass man zu der Zeit noch so gewaltige Kameras benutzt hat, habe ich nicht gewusst. Ich dachte, die wären so nach dem 1. Weltkrieg ausgestorben ….

      Antwort
  2. puzzleblume

    Dass Kinder der Familie auf ein Hochzeitsfoto innerhalb der Familie nicht mit dazugestellt wurden, fände ich eher unwahrscheinlich. Ich finde aber, es sieht eher nach einer Gruppe von Damen aus, nicht nach Familienfeier.
    Schade, dass man oft so wenig über die ausserfamilären Aktivitäten weiss. In meinem Familienalbum gibt es ein paar Fotos von Betriebs- und Vereins-Ausflügen meiner Grosseltern, für die auch vor bestellten Fotografen posiert wurde, mal mit Partner, mal nur die tatsächlichen Mitglieder. Vielleicht gab es auch Hausangestellte, die einen feierlichen Anlass hatten?

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hausangestellte hat es gegeben, aber so viele dann doch wieder nicht – war ja kein Schloss. Trotzdem hast du mich auf einen Gedanken gebracht: Möglicherweise war es eine Hochzeit o. ä. unter den Landarbeitern, wovon es in der fraglichen Zeit noch an die 50 auf dem Hof meiner Eltern gegeben hat. Und zur Feier des Tages wurde dann ein Gruppenbild im Vorgarten gemacht ….

      Antwort
  3. hansekiki

    Ich meine, Kleinbild hatte sich zur damaligen Zeit eher im Amateurbereich durchgesetzt, zumindest bei den Leuten, die sich eine Kamera leisten konnten. Wenn man also etwas besonderes wollte, engagierte man den Profi mit der großen Kamera. Ich mag das Bild, weil es Fotografie noch als einen Event darstellt. Heutzutage knipst jeder, spätestens mit dem Smartphone brachen da alle Dämme 😀
    LG kiki

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      „… brachen alle Dämme“ — letztens habe ich den schönen Spruch gelesen: „Neue Fotos werden erst wieder gemacht, wenn die alten aufgebraucht sind!“ — Meine Mutter hat öfters erwähnt, sie hätte damals eine kleine Leica gehabt. Keine Ahnung, ob die damals (also um 1935) sehr teuer waren – so exotische Preise wie heute hatte Leica damals bestimmt noch nicht. —- … —- Jetzt habe ich es mal gegoogelt: Eine Leica kostete damals um die 250 Reichsmark. Eine 6 x 6 Rolleiflex genauso viel.

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  4. Manfred Voita

    Das Prinzip, den Fotografen dabei zu fotografieren, wie er gerade andere fotografiert, hat sich in unsere Medien- und Bilderwelt gerettet. Besonders reizvoll ist hier der große Abstand zu den Personen bwz. die große Rasenfläche, die für die Nachwelt festgehalten wurde.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ach, die Rasenfläche ist auf dem bild so groß, dass ich den elterlichen Garten zuerst gar nicht erkannt habe, ich konnte ihn nur an dem Gartenhäuschen im Hintergrund identifizieren. Wenn man tatsächlich in dem Garten steht, kommt er einem viel, viel kleiner vor.

      Antwort
  5. juergen61

    Das ist eine klassische Plattenkamera, vermutlich noch mit beschichteten Glasplatten zu bestücken…ich habe die Fotografenlehre ja in einem kleinen Fotostudio auf dem Land gemacht…und wir hatten den ganzen Keller voll mit solchen tollen, aber sehr fragilen alten Glasplatten….später kamen dann die Plattenkameras mit Filmkassette (Sinar oder Linhof z.B ) und dann in modernen Zeiten die Mittelformat (Hasselblad oder Rollei z.B) , Kleinbild war nichts für Berufsfotografen…..Und der Anlass, nun , früher gehörte es zum guten Ton zu besonderen Anlässen den Fotografen kommen zu lassen , z.B. Geburtstag, Geburt oder Einschulung der Kinder, Abitur oder Einberufung zum Militär…usw. …. Meine Chefin sagte immer : wenn du in kleinen Dörfern etwas über die Familien wissen willst gehe zum Pastor oder zum Fotografen…Grossartig übrigens wenn sich eines der Familienmitglieder zum schwarzen Schaf entwickelte…mein Job war es dann mit Bleistift auf der Rückseite des Glasplatte die betreffende Person herauszumalen…Photoshop gab es nicht aber es klappte auch so ganz gut 🙂
    Lieber Gruss, Jürgen

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Mit Bleistift auf die Glasplatte eine Person realistisch malen – das stelle ich mir sehr schwierig vor, ungefähr eine gleich fummelige künstlerische Arbeit wie das Bemalen von Porzellan. Heute fummelt man stundenlang mit Fotoshop rum und stempelt störende Personen etc. weg … —
      Aber dass so lange (vor sooo ewigen Zeiten kann Deine Lehre ja auch nicht gewesen sein, sonst wärst Du längst im wohlverdienten Ruhestand) noch Plattenkameras in Gebrauch waren, habe ich nicht gewusst. Nur die Becher-Schüler sind dann wieder mit Riesenkameras durch die Gegend gezogen, weshalb sich Roswitha vom http://www.photolaboratorium.wordpress.com auch so eine schweres Holzdings zulegte, das ich schleppen musste — da sind dann weniger Assistentinnen als Assistenten gefragt. Wurde aber bald wieder verkauft, zu viel Aufwand, zu hohe Laborkosten, zu geringer Qualitätsgewinn gegenübeer dere Hasselblad.

      Antwort
  6. khecke

    Ja meine Grossmutter in Gossendorf Kreis Neumarkt in Schlesien hatte so eine grosse Plattenkamera und hat damit oefters Bilder von uns Kindern gemacht. Man musste dafuer eine gute Sekunde ganz still sitzen. Habe sogar noch paar Bilder aus der Zeit von ihr gerettet. Das war noch in den 30iger Jahren also vor dem Krieg. Heute fotografiert man mit dem Smartphone und macht Selfies. 🙂
    Gruss Karl-Heinz

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Deine Großmutter hat selbst mit so einem großen Ding fotografiert? Das war aber damals für eine Frau sicherlich ungewöhnlich …. ich stelle gerade sämtliche Fotos zusammen, die sich aus der Zeit vor 1945 erhalten haben, sind tatsächlich mehr, als ich gedacht hatte.
      Wünsche dir eine schöne Zeit! Martin

      Antwort
  7. Pit

    Das waren noch Kameras! 😉 Da hat man Bilder noch „komponiert“ und nicht einfach „geknipst“!
    Habt eine schoene Woche,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Da hat man schon deswegen in Ruhe komponiert, weil man keine Lust hatte, die schweren Dinger rumzuschleppen … aber, im Ernst, ich meine auch, dass heute zu viel rumgeknipst wird. ——- hier ist es schon ein wenig frühlingshaft, da steigt der Stimmungspegel an! LG Martin

      Antwort
      1. Pit

        Hallo Martin,
        für mich sind die neuen digitalen Kameras besser, denn da kann ich massenhaft rumknipsen in der Hoffnung, das dabei auch mal ein gutes Bild rauskommt. Nach dem alten Motto, „wenn 2 Millionen Affen 2 Millionen Jahre lang auf 2 Millionen Schreibmaschinen herumhacken, kommt irgendwann dabei auch mal ein Shakespeare Sonett heraus“. 😉
        Ein Beispiel dafuer hier: http://tinyurl.com/gw4erf9
        2 Millionen Jahre etc. waren dafür allerdings nicht nötig. 😉 Es war eine Serie von etwa 15 Bildern, von denen ich nur wenige nicht gelöscht habe. Und dieses hier ist das beste.
        Frühlingshaft ist es hier an den meisten Tagen. Einen richtigen Winter haben wir noch nicht gehabt. Aber „viel Winter“ gibt es hier ohnehin nicht. Für die nächsten 10 Tage soll es sonnig werden, mit Tageshächsttemperaturen bis zu 26 Grad. Nicht unbedingt winterlich, oder? Allerdings fein zum Radeln. Da habe ich dann keine Ausrede mehr. 😉
        Hab’s fein,
        Pit

      2. emhaeu Autor

        Das Bild ist dir aber wirklich gut gelungen!
        Komisch, dass die Winterwelle von der Ostküste so gar nicht bis zu Euch gedrungen ist. In Süd-Kalifornien, habe ich gelesen, hat es einen Kälteeinbruch gegeben, auf nur 16 Grad tagsüber …. brrrr…. LG Martin

      3. Pit

        Hallo Martin,
        danke für’s Lob. Aber ich muss zugeben [auch wenn Eigenlob bekanntlicherweise stinkt], dass es mir auch sehr gut gefällt. Ich habe Glück gehabt, dass der Reiher so schön posiert und still gehalten hat.
        Zum Wetter: so richtig Winter mit kalt und viel Schnee haben wir hier im südlichen Texas eigentlich nie. Schnee mit richtigen Blizzards gibt es manchmal im Nordwesten, „oben“ im Panhandle um Amarillo und Lubbock herum. Hier bei uns ist es wohl zu trocken, und natürlich im Schnitt auch zu warm. Die Großwetterlage im typischen Winter [ich glaube, es liegt am Jetstream] passt hier nicht zu Schnee. Dazu müssen Kaltluftmassen aus dem Norden auf feuchte und warme Südluft treffen. Und das ist hier sehr selten. Kalt – mit deutlichen Minusgraden – kann es hier allerdings schon einmal werden, wenn ein „(blue) Northerner“, wie der schneidend kalte Nordwind hier heißt, herrscht. Aber das, dass sich extrem kalte Luftmassen von der kanadischen Arktis aus nach Süden wälzen, hatten wir in diesem Winter noch nicht. Mal sehen, ob’s noch kommt. Januar [der ist natürlich schon fast rum] und Februar sind hier normalerweise die kältesten Monate. Und bis Anfang April müssen wir hier [Texas Hill Country] noch mit Nachtfrost rechnen.
        So, das war dann mein Exkurs in Sachen Wetter. 😉
        Mach’s gut in „good ol‘ Germany“,
        Pit

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