Baby Baa Baa

Susanne Haun hat unlängst in ihrem Blog von Bilderbüchern für kleine Kinder berichtet, in denen Tiere recht verkitscht dargestellt werden.

Ein schönes Beispiel ist dieses Buch, das jemand der Enkeltochter geschenkt hat:

baby deutsch

Auf dem Bilderbuch-Bauernhof gibt es ein Schwein, eine Ente, eine Kuh, ein Schaf, ein Huhn und ein Pony. Davon abgesehen, dass schon die Zusammenstellung der Tiere viel mit nostalgischer Fantasie, aber nicht mit heutigen real existierenden landwirtschaftlichen Betrieben zu tun hat, ist die Wahl der Abbildungen bemerkenswert:

Alle Tiere werden nämlich als Plüsch-Tiere dargestellt. Lauter nette, saubere, bunte Kuscheltiere. Der deutsche Verlag hat das Buch in England eingekauft. Dort heißt es wenigstens nicht „Bauernhof“, sondern viel treffender „Baby baa baa“:

baby baa ba

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7 Gedanken zu „Baby Baa Baa

  1. puzzleblume

    Eine Beobachtung, die mich bei den Bilderbüchern meiner eigenen Kinder auch verfolgt hat, dass manches sehr dümmlich daher kommt.
    Andererseits sind in den ersten drei Jahren, also in der Altersgruppe, für die das Bähbäh-Buch gedacht ist, Bücher keine richtigen Bücher, mit denen man Kinder allein lässt, sondern Dialog-Hilfen, spielerisch-soziale Erlebnisse, mit denen man als Erwachsener gemeinsam mit dem Kind den Unterschied zwischen Phantasie und Realität, Scherz und Ernst, ja sogar erwünschter Sprache und verbaler Verblödung erlebbar machen kann sollte.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Gegen die „verbale Verblödung“ habe ich bei der eigenen Tochter immer angekämpft und weder „Wau-Wau“ noch „Bäh“ zugelassen. Beim Enkelkind bin ich viel milder, das redet sowieso nicht so gerne, da freut man sich über ein „Papa – Wau wau“ …

      Antwort
  2. Susanne Haun

    Martin, mir war das Ausmaß dieser Bücher nicht bewusst!
    Ich bin gespannt, wie die Verlegerin meine Tiercollagen im Buch präsentiert und ob es für dieses Buch dann auch einen Markt gibt!
    Frohe Ostern für die gesamte Familie senden Susanne und Micha

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  3. cookmantravel

    Ich bin Sozialpädagoge und hab einem 8-jährigen Kind letzding ein Kinderbuch vorgelesen, wo dem Bärenkind geraten wird, doch aus dem Fenster zu pinkeln, wenns so dringend ist. Das war völlig okay. Leider hatte ichs schon vorgelesen, bis ich das FIasko verstanden hab. Habs dann direkt nochmal vorgelesen, weil ich es nicht glauben konnte.

    Bin kein Fan von Kinderbüchern. Die meisten sind einfach so dermaßen doof, dass ich es nicht einsehe meinem Kind sowas zu zeigen. Gibt natürlich auch gute, nette Bücher, aus denen auch ein Mehrwert rauskommt. Aber das meiste… uff. Da nehm ichs lieber an die Hand, geh in die Natur und zeig ihnen wo sie nicht hinpinkeln dürfen. Auf alle Fälle nicht ausm Fenster.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Das Schwierige ist, dass Kinder oft einen – sagen wir mal vorsichtig – etwas abweichenden Geschmack haben. So hat meine Tochter damals immer und immer wieder nach einem seltamen schwedischen buch verlangt. Das konnte sie dann auswendig. Und ich konnte es nicht mehr sehen.

      Antwort

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