Ein mysteriöser Supermarkt

auchandrive

Gemütliche Landstraßenfahrt durch Frankreich. Etwas frisches Obst täte jetzt gut, Baguette und Camenbert, Wasser, ein Sixpack Bier für den Abend. Irgendwo vor jeder französischen Kleinstadt gibt es einen Supermarkt. Richtig, da ist schon das Schild: Auchan Drive, 4. Kreisverkehr, 3. Ausfahrt. Und schon haben ich ihn gefunden, einen nicht besonders großen Supermarkt. Der Parkplatz vor dem Gebäude ist winzig, also muss der richtige Parkplatz dahinter sein. Unsereins kennt sich schließlich aus mit solchen Einkaufsstätten.

Aber hinter dem Gebäude ist auch kein Parkplatz, nur 15 seltsame Schalter. Klar, ist ja auch ein „Drive“-Supermarkt. Also muss man sicherlich irgendwo reinfahren, einkaufen und dann draußen an den automatischen Kassen bezahlen. Neumodischer Kram, denke ich und umrunde das Gebäude zum zweiten Mal.

Nirgends ein Einfahrt zu entdecken. Muss man doch wie üblich zu Fuß einkaufen? Aber auch dann muss es doch einen Eingang geben. Ich umrunde das Gebäude zu Fuß. Als ich an den Schaltern vorbei komme, hieven gerade zwei Familien einige Einkaufstüten in den Kofferraum. Und richtig: Das sind auch zwei Frauen in Auchan-Uniformen, die gerade wieder ins Gebäude gehen. Da ist also der Eingang versteckt!

Leider schließt sich hinter den Frauen die Glastür wieder und ein Schild wird sichtbar, auf dem „Eingang nur für Personal“ steht. Unmissverständlich auch für Menschen wie mich, die kaum ein Wort Französisch sprechen. Deshalb traue ich mich auch nicht, jemanden zu fragen.

Ich setzte mich also ins Auto, um die Menschen zu beobachten. Da, wo alle hingehen, muss der Eingang sein. Leider kommen nicht viele Autos angefahren und die wenigen, die ich sehe, fahren alle sofort in Richtung der seltsamen Schalter. Seltsam. Da war ich doch schon, da ist doch der Personaleingang!

Da fällt mein Blick auf die Reklametafel: Das Wort „Drive“ steht in einer riesigen Computermaus. Computer? Internet? Bestellt man etwa die Waren im Internet und holt sie dann an den Schaltern ab?

So muss es sein, denke ich, fahre wieder auf die Landstraße und halte Ausschau nach einem anderen Supermarkt. Irgendwo wird es bestimmt so ein veraltetes Ding geben, wie sie in Deutschland üblich sind.

 

 

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7 Gedanken zu „Ein mysteriöser Supermarkt

  1. puzzleblume

    Hier bei uns fahren als Notlösung normale Taxifahrer mit Einkaufszetteln durch die Gegend – ich wäre sehr für einen Edeka-Drive, damit mehr der waghalsigen Senioren endlich ihr Auto stehen lassen können, denn der Taxi-Service ist fast so teuer wie eine Personenfahrt und nur die allerletzte Wahl.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Es gibt zwischen Bofrost und Essen auf Rädern da die seltsamsten Sachen auf dem Dorf, z.B. kommt hier ein „Supermarkt auf Rädern“. Eine sinnvolle Sache, finde ich, aber weil es dort etwas teurer ist … in Spanien liefern die Supermärkte Einkäufe über 70 oder 80 Euro kostenlos nach Hause – aber ob sie bis zu den Bergdörfern fahren, wage ich zu bezweifeln.
      Und die waghalsigen Senioren: Können nicht mehr weiter als 100 m gehen, schlecht sehen, Radfahren sowieso nicht – da bleibt nur das Auto. Vielleicht wird bei uns auch mal wie in Kalifornien die Pflicht, seinen Führerschein in regelmäßigen Abständen überprüfen zu lassen, eingeführt.

      Antwort
  2. cookmantravel

    Witzig. Die Erfahrung, die du da gemacht hast, könnte aber auch von mir stammen. I würd mi au net traun zu fragen :> 😀 Da steigt man lieber wieder ins Auto und sucht nach den Dingen, die man kennt. Was ein Bauer nicht kennt, frisst er net! Ha!

    Antwort
  3. Pit

    Hallo Martin,
    so einen Supermarkt haette ich mir ja eher hier in den USA vorgestellt, aber nicht in Frankreich.
    Hab’s fein, und eine gute Reise,
    Pit

    Antwort
      1. Pit

        Hallo Martin,
        danke fuer den Link. Das mit den Muenzen fuer Einkaufswagen wuenschen wir uns hier auch immer wieder, wenn wir sehen, dass viele Leute diese noch nicht einmal zu den vielen Sammelpunkten auf dem Parkplatz zurueckbringen, sondern einfach stehen lassen, wo auch immer sie ins Auto umgeladen haben. Eigene Einkaufstaschen statt Plastiktueten kommen hier so langsam auch in Mode. Unser Supermarkt hat an allen Sammelpunkten fuer Einkaufswagen Hinweise „Don’t forget your re-usable shopping bag.“ Vielfach muss man aber trotzdem immer noch an der Kasse darauf hinweisen, dass sie es in diese und nicht in die Plastiktueten packen. Dazu habe ich in dem ALDI-Artikel uebrigens nichts gelesen, ob da jemand – der alten amerikanischen Tradition folgend – fuer den Kunden einpackt.
        Einen schoenen Sonntagabend,
        Pit

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