Echte Teppiche, echte Probleme

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Gut, dass die Buche genau in der richtigen Höhe ein Loch hat. Denn eine Teppichstange haben wir nicht. Kein Mensch hat heute noch eine Teppichstange. Braucht man ja auch normalerweise nicht.

Am besten ist es, wenn man Teppiche in den Schnee legt und ausklopft. Habe ich von meiner Mutter gelernt. Und meine Mutter wahrscheinlich von ihrer Mutter. Ja, im kalten Ostpreußen, da gab es genug Schnee, um die Teppiche sauber zu kriegen, aber im Rheinland ist bekanntlich der Schnee selten zu Gast. Vielleicht kommt ja noch Schnee, aber so lange kann ich nicht warten. Der Teppich, der auf dem Bild zu sehen ist, stinkt nämlich. Eine Neuerwerbung, Ebay macht es möglich. Ein schöner Teppich aus schöner dicker Wolle. Ein echter Nomadenteppich, ein Gashgai (oder Ghaschghai oder Kaschgai oder Qashqai), ca. 1940, Handarbeit. Ein „echter“ Teppich, wie meine Mutter zu sagen pflegte, denn für sie waren nur geknüpfte Orientteppiche „echte“ Teppiche. Aber er stinkt, was mir zuerst gar nicht so aufgefallen ist. Man könnte denken, der Geruch habe sich erst im Laufe der Zeit so richtig entfaltet.

Also erst Mal gründlich ausklopfen und abbürsten und ausklopfen und abbürsten. Teppichklopfen ist offenbar Männersache, jedenfalls scheint meine Mutter das so gesehen zu haben, denn nicht meine Schwestern mussten die Teppiche ausklopfen, sondern ich. Ich kann also auf jahrzehntelange Erfahrung im Ausklopfen von „echten“ Teppichen zurückgreifen. Wenn die Arme weh tun, ist es gut. Denn Staub kommt immer noch raus, egal, wie lange man darauf rumklopft.

Nur der Geruch hat sich nicht rausklopfen lassen. Da muss jetzt die Firma Henkel ran. Wenn das auch nichts hilft, freut sich vielleicht der Hund. Falls er den Geruch ertragen kann.

 

 

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15 Gedanken zu „Echte Teppiche, echte Probleme

  1. hansekiki

    Bei uns war das Frauensache. Die Teppiche sind ja richtig schwer. Ich hab’s gehasst. Dann hoffe ich mal, daß Firma Henkel hier noch helfen kann. 😉
    LG kiki

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Danke für den Tipp – kannte ich nicht. Jetzt habe ich so ein Teppichpulver von Henkel verwendet und der Teppich liegt vor mir in meinem Arbeitszimmer – er müffelt nicht mehr, aber riecht intensiv nach Henkel & Co

      Antwort
  2. federfluesterin

    Dort, wo der Teppich hergestdellt wurde, nämlich im Iran, werden die Teppiche jedes Jahr vor dem Neujahrsfest Nouruz an einen Bach getragen, dort mit mit viel ganz normaler Seife eingeschäumt, geschrubbt und dann im Bach ausgespült. Sie trocknen danach in der Sonne am Ufer.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Wenn ich das gewusst hätte! Hier nämlich kann man überall lesen, dass man diese Teppiche auf keinen Fall zu nass machen soll. — Na gut, jetzt im Winter wäre es nicht so einfach, den Teppich in der Sonne zu trocknen.
      Vielen Dank für den Hinweis! Martin

      Antwort
      1. federfluesterin

        Gut, man müsste hierzulande natürlich eine ausgesprochene Schönwetter-Periode mit hohen Lufttemperaturen und wenig Luftfeuchtigkeit erwischen – und ich selbst würde einen nassen Teppich immer über eine Teppichstange hieven und dort abtropen und trocknen lassen.

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