Bestellen wir doch das digitale Magazin . . . . . . . !

art

Seit ichweißnichtmehrwieviel Jahren haben wir das ART-Magazin abonniert. Die Hefte gelesen, gesammelt … und wenn ein Jahrgang komplett war, habe ich den Stapel verkauft.

Ist doch nicht mehr zeitgemäß, habe ich gedacht, warum nicht die digitale Ausgabe bestellen, das ist praktisch und zudem ein Drittel billiger.

Wahrscheinlich, dachte ich, kann man das Abo für die Druckausgabe irgendwie in ein Abo der digitalen Ausgabe umwandeln. Das erzählte ich dem Kundenservice am Telefon. Nein, hieß es, ich müssen erst das eine kündigen, dann das andere neu bestellen. Und ob ich mir das gut überlegt hätte, wenn ich mich zu einer Verlängerung des Abos entscheiden könnte, könne sie mir 40 € Sofortbonus einräumen. Nein, wollte ich nicht. Nach der Kündigung wollte ich dann die digitale Ausgabe bestellen. Geht nicht telefonisch, erfuhr ich, nur online. Und ob ich ihr nicht den Gefallen tun könnte, zwei kurze Fragen zu beantworten. Klar, sagte ich, und schwupps war ich mit einer anderen jungen Dame verbunden. Die erste Frage bezog sich auf die Qualität des Kundenservice und diente, wie sich herausstellte, nur zur Tarnung. Denn die zweite Frage war der Versuch, mir ein anderes Abo aufzuschwätzen.

Die digitale Ausgabe online zu bestellen erwies sich als einfach. Kaum hatte das Geld in in der virtuellen Kasse geklingelt, bekam ich schon eine Mail mit meiner Kundennummer. Dann noch eine Mail mit einer Anleitung, wie ich das frisch erworbene Magazin denn nun lesen könne. App im iTunes-Store herunterladen, einloggen, fertig.

War aber nicht so einfach, denn trotz Kundennummer konnte ich mich einfach nicht einloggen. Ein Passwort war gefragt, aber welches Passwort? —- Studium der Hilfe-Texte. Das Passwort, das ich beim Registrierungsvorgang selbst angelegt hatte. Hm, hm. Bei der Registrierung zwecks Online-Bestellung musste man kein Passwort anlegen. Aber halt: Nachdem Sie auf den Registrierungs-Link geklickt haben, der Ihnen per Mail zugeschickt worden ist.

Hatte ich aber nicht bekommen, diesen Link, auch im Spam-Ordner war nichts dergleichen angekommen. Vielleicht musste ich ja noch was warten. Ich gab den Damen und Herren vom der Gruner + Jahr GmbH noch 3 Tage Zeit. Kam aber nichts. Am vierten Tag habe ich dann wieder den Kundenservice angerufen. Ob ich denn eine Rechnung bekommen hätte. Und ob ich die bezahlt hätte. Klar, hatte ich, konnte sie auch auf ihrem Bildschirm sehen. Registrierungslink? Hm, da kenne sie sich nicht so aus, bei den digitalen Magazinen, sie werde nachfragen. Ich hörte mir eine Weile Musikgeplätscher an. Leider wissen die Kollegen auch nicht Bescheid, aber sie habe die Frage an die Digital-Abteilung weitergeleitet, ich würde zurückgerufen. Sie hätte sozusagen als Trostpflaster ganz besonders lukrative Abo-Angebote für mich, einmalige Chance. Ich habe gerade ein Abo abgeschlossen, sagte ich nicht so recht freundlich, und würde gerne erst mal das erste Heft von diesem Abo lesen. Das sah sie ein. Ob ich dann nicht wenigstens zwei Fragen beantworten wollte? Nein, das Spiel kenne ich schon.

Nach ein paar Stunden rief tatsächlich ein junger Mann an. Ich solle doch mal in meinen Spam-Ordner gucken. Da ist nichts? Hm, dann schicke ich Ihnen einen neuen Link. Müsste sofort ankommen. Vielen Dank.

Zuerst kam nichts, nach einer Stunde direkt zwei Registierungslinks. Dummerweise auf meinen Computer und nicht auf das iPad, denn da kommen meine Mails nicht an. Also habe ich die Mails weitergeleitet und die Sache erst mal auf sich beruhen lassen. Das war ein Fehler, denn als ich mich dann wieder dran gesetzt habe, verkündete die ART-App, ich käme zu spät, der Registrierungslink sei nur 24 Stunden lang gültig. Ich könne aber einen neuen anfordern. Der neue kam tatsächlich blitzschnell und funktionierte. Jetzt durfte ich noch ein paar Felder ausfüllen (warum nur, die haben doch meine Daten längst gespeichert?) und dann das Passwort festlegen.

Nach dem Studium einiger Hilfe-Texte ist es mir dann gelungen, die erste Ausgabe in die App zu laden und darin zu blättern. Intuitiv geht anders, aber optisch sieht das Magazin gut aus auf dem iPad. Dann kamen noch zwei Mails, in denen ich meine Registrierung bestätigen sollte, was ich brav versucht habe, was aber jedesmal mit der Fehlermeldung „Ihre Registrierung ist schon abgeschlossen“ quittiert wurde. Na ja, wenn es sonst nichts ist….

Fazit 1: Wenn es ebenso so schwierig wäre, bei Amazon ein Buch oder ein Film-Abo zu bestellen, hätten die längst pleite gemacht.

Fazit 2: Die Mitarbeiter in den Call-Centern, die dazu gezwungen werden, Kunden mit miesen Tricks Zeitschriften aufzuschwätzen, sind arme Schweine. Und ein Verlag, der die Leute dazu zwingt, ist mir ziemlich unsympathisch.

 

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3 Gedanken zu „Bestellen wir doch das digitale Magazin . . . . . . . !

  1. Susanne Haun

    Danke für diese amüsante Story, Martin.
    Ich habe mich von meinem art magazin Abo Ende letzten Jahres getrennt und lese nun (digital) das artforum international. Klappt von Anfang an prima und das auf allen Geräten.
    Einen schönen Tag von Susanne

    Antwort
  2. puzzleblume

    Callcenter-Beschäftigte sind wirklich nicht absichtliche Plagen der Menschheit, aber wie ich es vor viel Jahren, in der vordigitalen Zeit, bei einem solchen zwischenzeitlichen Job lernte, muss man tägliche oder wöchentliche gute Plätze im „Kollegen“-Wettbewerbs-Ranking belegen, zumindest damals war der Rauschmiss wegen zuwenig Terminierungs- bzw. Verkaufserfolg von Tag zu Tag möglich.
    Die Mails zu verschicken, scheint mir bei denen auch eine Aufgabe für solche oft minder kenntnisreichen „Drehtür-Mitarbeiter“ zu sein.

    Antwort
  3. Pit

    Ja, es lebe das digitale Zeitalter! 😉 Ich bleibe uebrigens bei unseren Magazinen be der gedruckten Ausgabe, weil ich digitale in vernuenftiger Form nur am Schreibtisch auf meinem grossen Bildschirm lesen kann. Auf meinem Laptop, den ich dann (etwas) gemuetlicher im Wohnzimmer verwenden koennte, muss ich viel zu viel scrollen, auf und ab, von links nach rechts. Nein: Blaettern ist viel schoener!
    Hab’s fein,
    Pit

    Antwort

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