Drei Fliegen mit einer Klappe oder: leicht daneben

Warum so viele Gräte, habe ich mir gedacht: Ein iPod zum Musikhören und Fotografieren, ein Tablet zum Zeitunglesen und Rumsurfen, eine Digitalkamera zum Fotografieren, ein Smartphone zum Telefonieren. Alles muss aufgeladen werden, das Smartphone, ein Motorola mit Android 2.2 ist veraltet, die Canon G11 auch nicht mehr so besonders aktuell, so dass sie meist in der Schublade rumlag. Das Tablet von Asus war ein Fehlkauf. Nicht halb so teuer wie ein Ipad, aber auch nicht halb so gut. Und das Fotografieren mit dem iPod hat mir zwar viel Spaß gemacht, aber für den eigentlich Zweck, das Musikhören, ist das Ding nur geeignet, wenn man die mitgelieferten Kopfhörer von Apple benutzt. Beim Überspielen auf die Stereo-Anlage geht einfach zu viel verloren, kommt nicht an die CD-Qualität heran.

Also habe ich alles bei Ebay verkauft.  Vielleicht hätte ich mir ein iPhone 6 plus oder 7 kaufen sollen. Da hätte ich wenigstens ein paar Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Telefon, Surfen, Zeitungslesen, Fotografieren. Habe ich aber nicht. Weil mir die Dinger zu teuer sind und ich mit der Apple-Cloud schon beim iPod auf dem Kriegsfuß gestanden habe.

Diese Cloud-Geschichte ist mir aber wichtig: Denn mal schnell ein Foto machen und sofort auf WordPress oder Instagram hochladen ist sehr praktisch, hat aber einen Fehler: auf dem kleinen Display eines iPods kann man nicht wirklich beurteilen, ob das Bild scharf ist. Also habe ich die Bilder erst in die Cloud geladen, dann auf dem PC überprüft und erst dann hochgeladen.

Ich habe mir also ein Android-Handy zugelegt, einen chinesischen iPhone-Nachbau namens Xiaomi Redmi Note 3. Auslaufmodell, keine 100 Euro. Ein schickes Ding, fehlt nur der Apfel auf der Rückseite. Kann alles, funktioniert gut. Telefonieren, Zeitung lesen, Surfen prima, beim Musikhören bin ich sowieso wieder auf die gute alte CD umgestiegen. Die verbaute Kamera ist von Sony, gute Bildqualität, Upload in die Cloud geht mit Google Fotos problemlos.

Aber zufrieden ist der Mensch bekanntlich nie: Das Ding hat ein starkes Weitwinkelobjektiv, 24 mm umgerechnet auf Kleinbild. Das mag ich nicht. Weitwinkel fand ich schon immer schwierig, und 24mm – das war früher, als man 50 mm als normal erachtete und 35 mm als Weitwinkel, schon ein Extrem-Weitwinkel. Mag ich nicht. Natürlich hat mein Redmi einen Zoom, aber nur einen digialen, da leidet also die Bildqualität recht stark. Ach, hätte ich noch meine gute alte Canon G11 ….. oder vielleicht so ein schickes neues Ding, eine sogenannte Edelkompakte mit eingebautem WiFi, am besten die Leica D-Lux 109 …. die Wünsche, man sieht es, nehmen kein Ende.

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14 Gedanken zu „Drei Fliegen mit einer Klappe oder: leicht daneben

  1. puzzleblume

    Wenn ich daran denke, dass es eine Zeit gab, in der es ein Ideal war, mit nichts weiter herumzulaufen als maximal einem Hausschlüssel in der Jeanstasche und einem Geldschein im Schuh … kaum zu fassen, dass mensch nun meint, stets eine ganze Multimediamaschinerie dabei haben zu müssen um bereit zu sein – egal für welches Bedürfnis.
    Weitwinkel-Fotos haben ihren Reiz leider nur in urbaner Umgebung, finde ich.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Nur ein Geldschein im Schuh und den Hausschlüssel in der Tasche? Muss an mir vorbei gegangen sein, diese luftige Zeit —– aber, tatsächlich benutze ich mein Handy gar nicht bestimmungsgemäß: Meist liegt es auf dem Tisch neben dem Sofa, auch dann, wenn ich unterwegs bin ….

      Antwort
      1. puzzleblume

        Das war, glaube ich, mehr so ein Mädchen-Ding. Jungs hatten ja ihre Jeanstaschen, aber die Baumwollkleider hatten meist keine Taschen und als Teenie wollte ich niemals eine Handtasche haben – sowas hatten Mütter und Omas, trugen die steifen Dinger über dem angewinkelten Arm und darin so schreckliche Dinge wie Stofftaschentücher, pappige Lippenstifte und Regenhäubchen – die sachgewordene Unfreiheit.
        (Mir ist auch darum völlig unverständlich, dass heutige junge Frauen so ein Gewese um ausgerechnet solche Hindernis-Handtaschen machen.)

      2. emhaeu Autor

        … heute hat man doch Unisex-Rucksäcke … ich konnte Rucksäcke allerdings noch nie leiden, was ich bei der einen oder anderen Reise damit bezahlt habe, dass vom Schleppen meiner Reisetasche lange Arme bekommen habe. – Kürzlich habe ich mir nach langem Zögern sogar eine Herren-Umhängetasche zugelegt. Für Reisen, soll ja praktisch sein. Die habe ich direkt bei ersten Mal (in Madrid) mit allen Papieren und Geldern im Hotel vergessen, ist halt völlig ungewohnt für mich so ein Ding. War aber glücklicherweise mit komplettem Inhalt bei der Rezeption abgegeben worden.

      3. puzzleblume

        Seit ich Hunde und Kinder habe, schleppe ich auch mehr Krempel mit, da muss man zwangsläufig Kompromisse schließen, und was nicht in die Jackentasche passt, kommt in eine umhängbare Tasche, Rucksäcke sind für den Stadtgebrauch zu unpraktisch und unsicher ja auch.
        Aber da haben wir’s mit deiner Madrid-Episode: Taschen sind ganz gemein gewöhnungsbedürftig! 🙂

  2. Pit

    Tja, lieber Martin, die eierlegende Wollmilchsau gibt es eben doch noch nicht. Spezialisten sind eben – in der Technik ebenso wie im menschlichen Leben – nicht zu ersetzen. Klingt banal, ist banal, aber: so isses!
    Und deswegen habe ich immer noch verschiedene Geraete: ein Smartphone [Samsung S7] fuer’s Telefonieren und den Alltagsgebrauch bei E-Mails und Nachrichten [schnell mal lesen], Twittern und Instagrammen. und auch oft zum Fotografieren [wenn nichts Spezielles anliegt und weil ich es eben (fast) immer dabei habe]. Sollen es bessere Fotos [mit optischem Zoom werden], dann muss entweder meine „kleine Nikon“ [S9500] ran, die nur sehr wenig Platz beansprucht, oder aber meine „grosse Nikon“ [D70s], wegen der besseren/vielfaeltigeren Einstellmoeglichkeiten und des optischen Suchers.
    Das Smartphone laedt meine Fotos uebrigens automatisch in die Dropbox hoch, die dann ebenso automatisch mit meinem Desktop und mit meinem Laptop synchronisiert wird. Alle eventuell noetige Bildnachbearbeitung findet dann hier zuhause am Schreibtisch an meinem Desktop statt, des grossen und hochaufloesenden Bildschirms wegen. Der Desktop ist auch mein „Normalcomputer“. Fuer Reisen gibt’s dann eben den Laptop. Dieses System bedeutet zwar einen gewissen Aufwand fuer dass immer mal wieder notwendige Synchronisieren der Systeme, ist aber gleichzeitig auch ein gutes Backup. Was mir die ganze Sache erleichtert: ich habe hier, ins Hausnetz eingebunden, eine Western Digital Festplatte mit 3 TB stehen, auf der alle Daten liegen. So kann ich nicht nur hier sondern auch auf Reisen auf diese Daten zugreifen, sofern ein Internetanschluss zur Verfuegung steht. Das finde ich ausgesprochen praktisch. Ich weiss, ein riesiger technischer Aufwand – muss ich ja zugeben, aber ich war eben schon immer ein Technikfreak.
    Mach’s gut, und liebe Gruesse,
    Pit
    P.S. was das Musikhoeren angeht: wir haben zwar auch einen DVD-Player, aber viele Musik auch auf der WD Festplatte. Per Haus-WiFi koennen wir die Musik [egal von welchem Speichermedium] dann in verschiedenen Raeumen hoeren [ueberall da, wo ins Netz eingebundene Lautsprecher stehen]. Ueber die Qualitaet kann ich, bei meinen „tin ears“ [wie man hier so dazu sagt] allerdings keine Aussagen machen.
    P.P.S.: Ein Nachteil im Hause Hickok/Vins ist allerdings, dass meine Frau Apple [i-Phone und i-Pad] verwendet, ich aber eben Windows bzw. Android. So sind wir beide (direkt) nur schwer kompatibel. Da muss ich noch dran arbeiten.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Lieber Pit, bin immer wieder erstaunt, welch ein Equipment du hast, jetzt auch in Deinem neuen Haus! Dazu bin ich irgendwie zu faul – und deshalb tröste ich mich dann damit, dass ich das gar nicht alles brauche. Aber wenn man es hat, ist es, denke ich, doch fein!
      Schönen Sonntag!
      Martin

      Antwort
      1. Pit

        Tja, ich war schon immer ein Technikfreak. 😉 Und ich neige immer noch zum Uebertreiben, wie Du siehst. Aber andererseits: Spezialisten machen ihren jeweiligen Job besser and Allrounder. Insofern machen verschiedene Geraete doch einen Sinn.
        Hab‘ einen feinen Restsonntag,
        Pit

  3. einfachtilda

    Mit Smartphone fotografieren nur für schnelle Bilder. Nie für den Blog, da bevorzuge ich immer meine Kamera.
    Zeitung lese ich täglich aus Papier und Musik aus dem Radio…Wenn überhaupt, denn das ist mir alles zuviel.
    Mein Handy mach super Fotos, doch auch die muss ich noch zuschneiden.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ich habe halt davon geträumt, ich könnte mich von einer Menge technischem Ballast befreien, wenn ich ein Gerät für alles anschaffe. Aber das einzige, was wirklich eingemottet worden ist, sind die Papierzeitungen und das Radio, da höre ich nur im Auto rein, wenn ich alleine unterwegs bin, was dann auch wieder nicht so oft vorkommt. Ist mir halt auch alles zu viel – das muss an den alternden Nerven liegen ….

      Antwort
  4. Susanne Haun

    Ich bin mit meinem iPhone 6.0 absolut zufrieden! Ich hätte nie gedacht, dass es so genial ist. Die iCloud habe ich ausgestellt, eine Dropbox benutze ich nicht. Ich übertrage Bilder und Daten mit dem guten alten Kabel. Meine Fotos bearbeite ich nicht nach aber ich lade kein Foto ins Netz hoch, ohne es zu benamsen und mein Copyright hinzuzufügen. So finden mich die Suchmaschinen und was das Copyright bedeutet, muss ich nicht weiter schreiben. Ich habe schon lange keine Musikanlage mehr, dafür aber anständige Boxen für das iPhone, Es wird beim Musikhören gleich aufgeladen.
    Auf meine Canon EOS 550 Kamera kann ich jedoch als Extragerät nicht verzichten.
    Ich bin immer erstaunt, Martin, wie konsequent du bist.
    Pit, ja, so eine Festplatte wollen wir auch aufbauen. Das hat Micha schon länger vor.
    Einen schönen Abend von Susanne

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  5. emhaeu Autor

    … ich bin dann halt doch immer zu geizig, so ein iPhone wäre sicherlich auch für mich das Rechte. Nur bei der Musik, da stimme ich Dir nicht zu. Denn ich habe einige Versuche gemacht und tatsächlich klingt nichts so gut wie eine CD, abgespielt über die Stereo-Anlage.
    Schönen Sonntag!
    Martin

    Antwort
    1. Pit

      Ganz persoenlich habe ich was gegen Apple: deren Loesungen sind zu proprietaer. Mary [iPad und iPhone] und ich [Windows Computer und Android Phone] haben Probleme, Daten [insbesondere Photos] auszutauschen. Zwischen Android und Windows-Computer absolut problemlos.

      Antwort

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