Ein Jahr Instagram

Seit einem Jahr bin ich jetzt bei Instagram – und es hat sich eine gewisse Müdigkeit breit gemacht.

Da ist einmal die Tatsache, dass Instagram (fast) rein bildbasiert ist. Das ist nicht so recht meine Sache, denn ich erzähle gerne was zu den Bildern. Man kann „Herzchen“ sammeln, aber mit Kommentaren ist es auch nicht weit. Mir scheint, in der Instagram-Welt beschränken sich Kommentare in der Regel auf „Wow!“ oder irgendwelche mehr oder weniger kreativ aneinander gereihte Icons.

Zum anderen ist da etwas, was man hochtrabend Sinnkrise nennen könnte. Millionen (oder sind es Milliarden?) Bilder werden da rund um die Uhr hochgeladen. Eine ganze Reihe von Spitzen-Fotografen, dann Tausende (oder Millionen?) Bilder, die auch gut, sehr gut, ausgezeichnet oder bemerkenswert sind. Ziemlich sinnlos, da mitmischen zu wollen, scheint mir. Follower hat man bei Instagram bald eine Menge, aber die meisten sind nur Schein-Follower, Leute, die irgendwelche kommerziellen Interessen verfolgen und auf diesem Wege auf sich aufmerksam machen wollen. Und die wirklichen Follower, das sind dann doch wieder die guten alten Bekannten aus dem realen Leben oder von WordPress.

Ich müsste mir was Neues überlegen. Sozusagen eine Marktlücke. Blumenfotos, Reisefotos – da gibt es genug Leute, die das viel besser können als ich. Vielleicht beginne ich mit einer Reihe, die meinen täglichen Arbeitsalltag dokumentiert. Mit dem Bild oben habe ich schon mal angefangen. Sind zwar nicht meine Handschuhe, aber die lagen zufällig herum…. Mein Arbeitsalltag interessiert wahrscheinlich auch nicht gerade Millionen Bildbetrachter rund um den Planeten, aber so entstehe mit der Zeit Bilder, die zeigen, was ich so mache, wenn ich nichts besonderes mache. So habe zumindest ich selbst etwas davon, eine kleine Chronik der alltäglichen Arbeitslust/last.

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12 Gedanken zu „Ein Jahr Instagram

  1. Susanne Haun

    Dieses Bild zeigt mir, dass dein Arbeitsablauf heute ähnlich meinem war. Meine Handschuhe sind jedoch lila, immerhin komplementär zu gelb.
    Einen schönen Abend von Susanne

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Es sind Roswithas Handschuhe, aber egal, im Garten trage ich auch meist Handschuhe und bei uns ist die Gartenschere sozusagen im Dauereinsatz …. schönen Sonntag! Martin

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  2. puzzleblume

    Zwar unter den Augen von anderen, aber Momente und Ideen sammelnd für sich selbst – sonst macht einen dieser Web-Zirkus vom Gestalter einer eigenen Sache, die man mit ansehen lässt, um etwas mitzuteilen, zu jemandem, der man nicht sein mag: ein manipulatives Wesen, trotzdem ständig enttäuscht, weil Kommunikation mit Selbstdarstellern nicht befriedigt. Wenn nur halbherzige, gespielte Aufmerksamkeit wie eine Währung für das Tun angeboten wird, wirkt das Veröffentlichen von Inhalten zuweilen wie Selbstverletzung .

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Selbstdarstellung hat eine große Schnittmenge mit der Eitelkeit, die die Lateiner „vanitas“ nannten. Ein schönes doppelsinniges Wort, das ja sowohl Eitelkeit als auch Vergeblichkeit, Nichtigkeit bedeuten kann. Instagram ist so gesehen modernes „vanity fair“, Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein Zur-Schau-Stellen des Nichtigen. Die Selbstverletzung scheint mir tatsächlich immer als Gefahr mitzuschwimmen. Positiv noch wäre, wenn die Verletzung darin besteht, dass der Luftballon, zu dem das Ich sich aufgeblasen hat, einen Stich bekommt. Das wäre dann wenigstens ein Stück schmerzhafter Selberkenntnis.

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      1. puzzleblume

        Eigentlich könnte man meinen, das sei so in irgendeiner Weise moralisch und persönlichkeitsbildend wertvoll, aber ich nenne mal ein Beispiel: ein junger Mann meiner Bekanntschaft fotografiert ganz gut und versucht, sich ein bisschen Geld damit im Netz zu verdienen. Sein meistverkauftes Bild ist zu seiner Frustration ein aufs Geratewohl geschossenes Handyfoto, das er eigentlich nur aus Eulenspiegelei dazwischengemengt hatte. Ich bin nicht der Meinung, dass man in dem Fall die Eitelkeit für seine Enttäuschung verantwortlich machen kann, und reihe es darum als Beispiel zu der von mir gemeinten Enttäuschung, die mit Eitelkeit eines Selbstdarstellers nicht gemeint war.

  3. Pit

    Hallo Martin,
    ein kleiner Unterschied: meine Arbeitshandschuhe sind aus Leder. Sie muessen naemlich schon etwas aushalten koennen. Ich hatte sie heute auch an. Nicht dass sie noetig gewesen waeren, um beim Rasen Maehen das Lenkrad zu halten. Aber es kann immer mal vorkommen, dass ich wieder einmal etwas Stacheliges aus dem Weg raeumen muss.
    Zu Instagram: ich stimme Dir zu. Ich nutze es eigentlich nur, um mal schnell meinen Freuden ein Bild zu zeigen. Wenn es mahr Kommentar sein soll, dann kommen die Bilder auf mein Bilderbuchblog. Und wenn die Bilder (nur) Erlaeterung zu einem (laengeren) Text sind, dann eben in mein Fritztown-Blog.
    Hab’s fein,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hallo Pit!
      Lederhandschuhe habe ich auch, fürs Grobe, allerdings nur einen, denn der andere ist weg gekommen …. ein richtiger Mann trägt ja keine Handshcuhe bei der Arbeit. Hat mir ein Spanier klar gemacht, der zu mir, als ich mit Handschuhen arbeitete, gesagt hat: „Ein Kater mit Handschuhen fängt keine Mäuse“ – altes spanisches Sprichwort.
      Schönen Sonntag! Martin

      Antwort
      1. Pit

        Hallo Martin,
        nun ja, da ich nicht die Lederhaut eines alten Spaniers habe, sondern schreibtischverwoehnte Haende, muessen Lederhandschuhe manchmal schon sein, besonders wenn es Stacheliges [und das ist in Texas ja nicht selten] zu bearbeiten gilt. Normalerweise aber ziehe ich es doch vor, ohne zu arbeiten.
        Hab‘ noch einen feinen Restsonntag,
        Pit
        P.S.: heute werden hier alle jungen Baeume gewaessert, und da trage ich auch wieder Handschuhe, wenn ich den Schlauch verlege. Aus reiner Faulheit, weil ich mir nicht jedes Mal danach [das waere alle 45 Minuten] die Haende waschen will.

      2. emhaeu Autor

        Ach, dieses Jahr müssen wir auch wässern, es ist extrem trocken. Habe gerade mal die Statistik eingesehen, in unserem Ort hat es in der ersten Jahreshälfte kaum die Hälfte von dem geregnet, was dem Durchschnitt entspricht ….

      3. Pit

        Auch hier hat es weniger geregnet als ueblich, aber nicht viel weniger. Nur: „ueblich“ ist ja auch schon (zu) wenig. Wir waessern die Baeume, die wir hier gepflanzt haben seit wir hier wohnen, immer. Es sei denn, wir hatten einmal fuer eine Woche oder zwei richtig viel Regen. Im ersten Jahr zwei Mal pro Woche, dann nur noch ein Mal, und jetzt, nach drei Jahren, immer dann, wenn wir glauben es sei noetig. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis diese Baeume so tiefgehende Wurzeln haben, dass sie sich ganzjaehrig selber versorgen koennen.
        Auch unser Rasen wird ein Mal pro Woche gewaessert. Mehr duerfen wir nicht, wegen der Trockenheit. Wir sind in „Stufe 3“, d.h. Rasen waessern ein Mal pro Woche, morgens 4 Std. und abends 4 Stunden. Wir braeuchten uns nicht daran zu halten, weil wir kein staedtisches Wasser sonmdern unseren eigenen Tiefbrunnen haben, aber wir tun es trotzdem. Schliesslich kommt ja Alles aus ein und demselben Grundwasserreservoir, auch wenn wir nicht so tiefe Schichten anzapfen wie die staedtischen Brunnen.

    1. emhaeu Autor

      Interessant aber immer wieder, wie was Neues kommt, von dem ich zuerst gedacht habe: Was soll ich damit? – und dann brauche (brauche?) ich es doch, z. B. WhatsApp. Aber wozu Twitter gut sein soll, falls man nicht Präsident von irgendetwas oder sonst ungemein wichtig ist, hat sich mir noch nicht erschlossen

      Antwort

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