It Smells Like Ponyhof

Frischer Pferdemist. Was besseres gibt es nicht für den Garten. Sagen die Leute. Ich als alter Bio-Ketzer glaube das nicht so ganz. Vielleicht nur deswegen nicht, weil ich ein fauler Gärtner bin und mir sage: Über Winter mulchen und im Frühjahr etwas Blaukorn ausbringen, spart eine Menge Energie. Meine Energie natürlich.
Aber jetzt sprach mich ein Bekannter an, er fahre mit seinem Anhänger zu einem Bauern am Dorfrand, ob ich nicht auch etwas Pferdemist gebrauchen könne. Also bin ich mitgefahren.
Ein kleiner Bauernhof. Der Besitzer baut nichts mehr an. Seine Felder sind verpachtet, er lebt davon, dass er sich um die Pferde von Leuten kümmert, die sich ein Pferd leisten können und außerdem jemanden bezahlen können, der sich um das Pferd kümmert. Einen Pferdeknecht sozusagen, aber natürlich nennt man das heutzutage anders und spricht von Pensionspferden, das klingt irgendwie nach Urlaub.
Als erstes musste ich lernen, dass Pferdemist nicht das gleiche ist wie Pferdeäpfel. Ich wollte eigentlich Pferdeäpfel haben, aber weil wir Pferdemist bestellt hatten, bekamen wir auch nur Pferdemist.

Der Anhänger war schnell vollgeladen, 7 Schubkarren Pferdemist sind schon im Garten verteilt. Der Geruch wurde mit verteilt, die Nase des Menschen gewöhnt sich an alles, sagt man. Bei Spülmittel mit Apfel-Geruch und Duschgel mit Kiwi-Geruch („My rebellion is kiwi – Duschgel für ein verboten frisches Hautgefühl und den kiwi-fruchtigen Duft des Abenteuers. Sanft schäumend. Vegan“) klappt es. Wieso nicht bei Pferdemist?

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17 Gedanken zu „It Smells Like Ponyhof

  1. Pit

    Hallo Martin,
    das erinnert mich an Jugendzeiten in Vaters Garten. Nachdem wir aus meinem Geburtsort Krefeld-Linn in einen anderen Vorort Krefelds [Verberg] umgezogen waren, wohnten wir dort in der Naehe eines Reitstalls. Da haben wir dann gelegentlich eben auch Mist abgeholt. Der wurde dann entweder untergegraben oder unten ins Fruehbeet gepackt, als „Warmhaltepackung“ sozusagen. Aber wir haben da auch gelernt, dass Pferdemist nicht gleich Pferdemist ist. Da der Reitstall ein sehr ordentlicher war, wurden die Boxen sehr oft gereinigt und neu mit Stroh eingestreut, mit dem Erfolg, dass wir immer sehr viel Stroh, aber wenig Pferdeaepfel bekamen. Weil wir selber laden durften/mussten, haben wir uns bemueht, immer nur die „reichhaltigen“ Stellen auszuwaehlen, aber trotzdem war es nicht unbedingt der beste Mist, den wir da bekommen haben. Was den Geruch angeht: der Nutzgarten war weit geug vom Haus weg, hinter dem Ziergarten. Da hielten sich die Duefte in Grenzen.
    Ganz andere „liebliche“ Duefte habe ich vorher in Linn kennengelernt. Dort gab es ein, wenn auch wenig benutztes, Plumpsklo. Meistens kamen da zwar nur (Kuechen)abfaelle, denn wir hatten auch einen „richtigen“ Abort [um dieses Wort mal zu nutzen] mit Anschluss an die Kanalisation im Haus, aber gelegentlich wurde es eben doch benutzt. Und jeden Herbst wurde dann die Sammelgrube geleert [von Hand, mit einer riesigen „Schoepfkelle“], in zwei Tonnen auf einer Schubkarre, und die wurden dann zum Garten gekarrt, wobei die Bruehe immer wunderbar ueberschwappte. Nach der ersten Fuhre haetten wir dann auch die Augen schliessen und den Weg per Nase vefolgen koennen.
    Ach, wie ist es doch schoen, in Jugenderinnerungen zu schwelgen! 😀
    Liebe Gruesse,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hallo Pit!
      Ja Gerüche prägen sich halt tief ein im Hirn! —
      Dann ist der Reitstall, wo wir den Mist geholt haben, offenbar ein besonders ordentlicher, denn Pferdeäpfel waren sehr, sehr selten in dem, was uns aufgeladen wurde.
      Einen schönen Gruß!
      Martin

      Antwort
    1. emhaeu Autor

      Ach, der richtige Dörfler hält durch. Habe heute den Teufel mit Beelzebub ausgetrieben, zuerst das Tor zur Garageneinfahrt mit Rostschutz gestrichen. Danach war mein Geruchssinn völlig desorientiert. Gegen Abend dann noch in der Feuerschale einen Haufen Kiefern-Nadeln verbrannt (die fallen dieses Jahr wohl wegen der Trockenheit massenhaft herunter, viele Schubkarren voll, keine Ahnung, wohin damit, ich habe Angst, dass die den boden säuern …). Die waren dann doch nicht so trocken, wie gedacht, was das ganze Grundstück ordentlich eingeräuchert hat, Kiefernnadel-Räucherung, sozusagen.

      Antwort
      1. emhaeu Autor

        Die Klangschalen sind dem großen Post-Eso-Reinemachen zum Opfer gefallen. In Spanien haben wir noch einen großen chinesischen Gong …. damit hätten wir dem Dorf ein prima Ritual bieten können!

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