Alte Bilder

Vor einiger Zeit schon ist eine Verwandte von mir verstorben, in Kalifornien. Der Nachlassverwalter fragte, was mit persönlichen Erinnerungsstücken geschehen solle. Keiner der Hinterbliebenen hatte irgendein Interesse. Aber die hinterlassenen Fotos. Wollte auch niemand haben, nur ich, ich habe einen Hang zu alten Photos.

Jetzt ist das Paket aus den USA gekommen. Ein paar 100 Aufnahmen aus der Zeit von 1965 – 1980. Farbbilder, fast alle schon recht stark verblichen und farbstichig (die Beispiele, die ich hier poste, hab ich mit Photoshop aufgebessert). Bilder, die jemand gemacht hat, der, vorsichtig gesagt, kein Händchen fürs Fotografieren hatte. Ganz selten mal ein Gesicht, das ich kenne, eine Landschaft, die ich einordnen kann.

Aufheben oder doch wegwerfen? Ich habe mir die Bilder noch mal in Ruhe durchgesehen, etwa 15 aussortiert und den Rest nicht ganz ohne schlechtes Gewissen zum Altpapier gegeben.

Advertisements

5 Gedanken zu „Alte Bilder

    1. emhaeu Autor

      Ja, ich habe ja auch eine große Kiste mit allerhand geerbten Briefen, Notizen und Bildern. Nach dem Studium sind einige meiner damaligen Mitstreiter Archivare geworden. Aber das war mir dann doch zu staubtrocken.

      Antwort
  1. puzzleblume

    Mich rühren alte Fotos an, selbst wenn ich die Personen und Umstände nicht kenne. Sie haben etwas von Verlorenem an sich, das die einen Bewahrer-Instinkt ansprechen, kann ich gut nachvollziehen. Aber dass man nicht alle retten kann, ist leider auch wahr.

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Es ist das Anrührende, was die Hauptrolle spielt. Viele Leute können das gar nicht nachvollziehen. Der ganze alte Krempel, sagen sie, lebe im Hier&Jetzt! Man sollte mal eine Kritik des Lebens im Hier&Jetzt schreiben ….

      Antwort
      1. puzzleblume

        Das Hier und Jetzt ist das, was ein Affe in der Hand hält und frisst.
        Fehlen da Empathie und Phantasie? Selbstwert- oder Verantwortungsgefühl?

        Gerade vor wenigen Tagen unterhielt ich mich mich einer alten Dame, die sich hingebungsvoll und kenntnisreich in vielerlei Hinsicht mit der Geschichte ihrer Familie beschäftigt, aufschreibt, ordnet, aufbereitet, aber die erzählte, wie verschieden ihre beiden Söhne darauf reagieren. Für den einen ist es spannend und für den anderen bloss uninteressante Vergangenheit von Menschen, die für sein Leben, wie er meint, bedeutungslos sind.
        Der Altersunterschied zwischen den beiden beträgt nur knapp zwei Jahre, die Erziehung und Lebensumstände der Kindheit und Jugend sind identisch, sie kannten dieselben Verwandten und deren Erzählungen – die Unterschiede sind jedenfalls nicht biographisch nachvollziehbar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s