Facebook ade

Grafik: MobilGeeks

Als Facebook gerade aufkam, was jetzt ja schon eine Weile her ist, fragte ich bei einem Familiengeburtstag meine Neffen, die damals zwischen 20 und 30 Jahre alt waren, wozu dieses Facebook denn eigentlich gut sei. Nach einem kurzen Überlegen sagten sie lachend: „Für nix!“

Stimmt natürlich nicht. Es gibt Leute, die halten damit Kontakte oder nutzen es für Werbung in eigener Sache. Alles ok.

Irgendwann war ich dann doch mal wieder zu neugierig und habe mich auch bei Facebook angemeldet. Eine Reihe von Freunden und Bekannten fand sich recht schnell. Aber wenn ich das richtig sehe, sind viele nur noch so Art Karteileichen. Und die, die übrig geblieben sind, gehen mir in der Mehrzahl auf den Keks. Vielleicht habe ich einen Hang zur Misanthropie, aber mich interessieren nun mal die Figurprobleme von X nicht so brennend. Auch Sonnenuntergänge oder Selfies sind nicht so recht mein Ding, egal, ob die Sonne nun in China untergeht oder ich das bekannte Gesicht diesmal am Strand von Cancun sehe. Zu wenige haben zu selten etwas mitzuteilen.

Eine Seuche sind die Postings, die irgendwoher übernommen sind und unter denen dann steht: „Unbedingt teilen!“ Wenn das dann im Kreise der Facebook-Freunde die Runde macht, dann wird man von dieser Mitteilung regelrecht bombardiert. Was besonders dann blöd ist, wenn man das Posting für blöd hält. Sicherlich gut gemeint, all die Aufrufe, irgendwelche Tiere zu schützen oder Geschäfte zu unterstützen oder ungeliebte Politiker zu verdammen. Aber wenn ich gelesen habe, was Politiker Y gesagt hat, dann hab ich mich schon genug darüber geärgert. Dann muss ich das nicht (oft in vergröberter oder zugespitzter Form) noch 53 Mal lesen.

Bin ich anderer Meinung, dann habe ich das anfangs ab und an kund getan. Oh, das darf man nicht. Dann wird man entweder „entfreundet“ oder angefaucht oder beides. Viele scheinen den Austausch von Argumenten mit lautem Geschrei zu verwechseln. Der virtuelle Stammtisch sozusagen.

Irgendwann habe ich nichts mehr mitgeteilt, nichts kommentiert, nur noch mitgelesen. Und jetzt ist auch damit Schluss.

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4 Gedanken zu „Facebook ade

  1. Patsy

    Facebook hat mittlerweile für mich zwei Hauptnutzungsgründe: schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit Firmen, Kundenservice etc. und halt spezielle Gruppen für meine Hobbes, wo ich binnen Sekunden Hilfestellungen, Tipps und tolle Ideen bekomme.
    Bei allem anderen stimme ich dir allerdings zu. Mich ödet es ansonsten auch nur noch an 🙈

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  2. Pit

    Einen Facebook-Account habe ich mal quasi notgedrungen eroeffnet, weil ich nur so eine bestimmte Gruppe kontaktieren konnte. Fand ich zwar ausgesprochen bloed, wenn man so zu Facebook gezwungen wird, ging aber nicht anders. Den Account habe ich zwar immer noch, nutze ihn aber ueberhaupt nicht. Bisher war ich nur zu faul, ihn zu kuendigen, obwohl ich Facebook eigentlich ueberhaupt nicht leiden kann.
    Hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

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    Antwort

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