Stau-Schau

Unbenannt-1

Aha, am Kreisverkehr vor dem Schloßpark Türnich ist im Moment ein kleiner Stau, in den Dörfern Türnich und Balkhausen wie fast immer stellenweise zähflüssiger Verkehr. Sagt mir Google. Und weil ich seit einiger Zeit öfters das Handy als Navigationshilfe benutze, kann ich sagen: In der Regel hat Google-Maps recht. Hat auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest jüngst ergeben – Google Maps ist all den TomToms und Garmins überlegen. Das, was die Radiosender als „Stauschau“  von sich geben, ist demgegenüber voll voriges Jahrhundert.

Technik erscheint ja (im Grunde spätestens seit der Erfindung der Glühbirne) dem Laien mehr und mehr als Zauberei. Und man gewöhnt sich daran, dass die Hexenmeister immer neue Wunder kreieren. Funktioniert doch. Aber wie machen die das? Woher weiß Google in jeder Minute, was auf Deutschlands Strassen los ist? Und das nicht nur auf den Autobahnen, sondern sogar auf Land- und Dorfstraßen.

In diesem Fall von Zauberei werden nicht etwa Satellitenbilder ausgewertet o. ä., es handelt sich auch nicht um grobe Schätzungen aufgrund von typischen Verläufen, nach dem Motto: Am Türnicher Kreisel ist um 16.00 Uhr immer ein kleiner Stau. Nein, es wird tatsächlich gemessen.

Natürlich hat Google nirgends Messstationen stehen. Googles Messstationen sind wir.

Jeder, der mit einem Handy im Auto rumfährt, übermittelt seine Standortdaten an Google, es sei denn, er hat dem ausdrücklich widersprochen. Dann kann er allerdings Goggle Maps auch nicht mehr als Navi etc. nutzen.

Die ganzen vielen Daten von all den Leuten, die mit ihren Handys unterwegs sind, werden dann an eine Zentrale übermittelt, die von jedem Fahrzeug aufgrund der Daten die aktuelle Geschwindigkeit errechnet. Und wenn in einem Strassenabschnitt mehrere Fahrzeuge auffällig langsam fahren, dann ist da ein Stau. Brettert der nächste in voller Geschwindigkeit durch, ist da kein Stau mehr, der Strasse wird grün. Ganz einfach.

Geniale Erfindung. Wer vorhat, nach seinem nächsten Banküberfall mit dem Auto zu fliehen, sollte besser sein Handy daheim lassen, denn ob das Abschalten der Standortübermittlung tatsächlich etwas nutzt, bezweifele nicht nur ich:

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2 Gedanken zu „Stau-Schau

  1. Ulli

    Lieber Martin,
    da bin und bleibe ich zwispältig … ich weiß warum ich immer noch kein Wischtelefon habe. Manchmal bin ich gerne „Old-School“ – und … ich komme auch so immer überall dort an, wo ich ankommen will, so what?!
    herzliche Grüße
    Ulli

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