Noch so ein Upcycling-Ding

Endlich fertig. Das Ding hat mich eine ganze Weile genervt. Tochter und Schwiegersohn haben die Gartenbank angeschleppt. Ihr Vermieter wollte das Ding auf den Müll werfen, ich könne doch sicherlich …

Können und wollen sind bekanntlich zwei ganz verschiedene Sachen. Lust hatte ich keine, denn die Teile aus Gusseisen waren total verrostet, das gesamte Holz verrottet. Also erst mal: Entrosten, Rostschutz auftragen, dann zweimal anstreichen. Ging relativ flott.

Dann das Holz. Wieder Fichte-Kiefer-Tanne zu nehmen, wäre recht sinnlos gewesen, so was verrottet halt schnell. Im Keller waren aber noch einige Reststücke von den Terrassendielen, schönes haltbares Garapa-Holz. Ein leider sehr hartes Holz, bei dem man zum Bohren besser Metallbohrer als Holzbohrer verwendet. Mit Hilfe der Kreissäge und diverser Schleifmaschinen mussten aus den breiten Terrassendielen geeignete schmale Streifen gesägt und dann geschliffen werden, damit man auch gut drauf sitzt.

Als ich mit dieser Arbeit fast fertig war, vor Ostern, las ich zufällig in einem Prospekt, dass es so ähnliche Dinger für 60 Euro gibt. Funkelnagelneu und frei Haus. Darauf blieb die Bank liegen.

„Jetzt mach doch endlich die Bank fertig“, hörte ich darauf des öfteren. Irgendwann hatte ich den Satz oft genug gehört und hab mich wieder dran gegeben. Fertig schleifen, dann das Holz zweimal ölen. Und wenn schon Upcycling, dann richtig: Statt der auf Dauer rostenden verzinkten Schrauben kamen Edelstahlschrauben rein. Jetzt darf nur niemand kommen und die Wahrheit sagen: Solche Nostalgie-Bänke sind Pippifax und stehen in jedem zweiten Garten dumm rum.

 

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5 Gedanken zu „Noch so ein Upcycling-Ding

  1. puzzleblume

    Das ist doch mit den Strandkörben dasselbe. Als die ersten in den Gärten auftauchten, waren es ausrangierte aus dem Strandbetrieb, und dann kamen sie in Mode und wurden masssenhaft und qualitativ minderwertig für Gärten produziert. Die kann man nicht miteinander vergleichen. Und deine Bank spätestens jetzt auch nicht mehr.

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    1. emhaeu Autor

      Ach, die Strandkörbe. Da haben wir leider auch mitgemischt: Irgendwann in den 90ern musste plötzlich unbedingt ein Strandkorb her, obwohl so Dinger im Rheinland doch zu den Neophyten gehören. Gab es nur bei einem Versand von der Ostsee, echt Soundso, ein stabiles und schweres Ding, das von der Spedition geliefert wurde. Nicht viel später, da standen die Dinger in den Baumärkten, nicht so schön, nicht so solide, aber doch Strandkörbe. Und wir haben bald gemerkt, dass ein Strandkorb im Wintergarten eher was zum Angucken ist als eine bequeme Sitzgelegenheit. Dann ist er bei den Nachbarn gelandet, deren Kinder sich darüber gefreut (und ihn ruiniert) haben ….

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