Rosengerüst mit goldenen Füßen

Die Kletterrose will klettern und braucht dazu ein Gerüst. Ein freistehendes Gerüst, denn dummerweise steht sie mitten auf dem kleinen Rasen. Für solche Zwecke bietet die Industrie natürlich diverse Klettergestelle und Kletterobelisken an. Aber die sind erstens meist aus rostendem Metall (Rost ist sowas von out …!), zweitens entweder billig und aus dünnen Rohren oder teuer und aus massiven Rohren, drittens meist nicht hoch genug. Und wenn man die Stangen zwecks Stabilität in den Boden steckt, werden sie ja noch niedriger. Unsere Rose aber will hoch hinaus. Man könnte sie auch abschneiden, aber lassen wir das.

Bevor ich bei Manufactum so eine massive rostende Säule für 135 € bestelle, die zudem nur für extra schlanke Rosen geeignet ist – 31 cm Durchmesser, was ist das schon für eine anständige Rose? – fahre ich zum Baumarkt, kaufe ein paar Stahlstäbe und baue so ein Ding selbst.

Das ging nach dem Motto „Trial und Ärger“ vonstatten. In die senkrechten Stangen werden Löcher gebohrt, durch die Löcher dünnere waagerechte Stangen gesteckt. Wird schon stabil sein. War es aber nicht, außerdem kostete mich das Bohren der Löcher in genau der richtigen Höhe und vor allem im genau richtigen Winkel ein paar Bohrer und ein paar Nerven. Und wackelig war es auch. Also erstmal mit Rostschutz grundieren, dann grün lackieren. Zeit gewinnen.

Dann muss man halt die Stangen tief genug in den Boden stecken, Problem gelöst, Rosengerüst steht – aber erstens zu wackelig und zweitens zu niedrig. Das muss in Beton rein, hat ein vorbeikommender Bekannter doch direkt gesagt. Auf zum Baumarkt, einen Sack Fertigmörtel gekauft, drei Beton-Boden-Anker aus unbenutzten Blumentöpfen gemacht:

Jetzt die Betondinger einbuddeln. Wäre gegangen, aber ob die Rose das überlebt hätte, so nahe am Stamm drei große und tiefe Löcher buddeln? Wahrscheinlich nicht, ich habe schon beim ersten Loch aufgehört, zu viele Wurzeln wären beschädigt worden.

Neuer Trial – man gibt ja nicht so schnell auf – neuer Ärger. Der Gedanke: Die Stangen einfach mit Hilfe von Rohren, die noch im Keller standen, verlängern, Rohre tief einschlagen, Stangen reinstecken, mit Querschraube fixieren. Vermessingte Rohre standen im Keller, ne, die streiche ich jetzt nicht auch noch grün, irgendwann muss das Basteln auch ein Ende haben. Kam mir sowieso vor wie ein Lehrling in der Metallbranche, der in den ersten Tagen mit der Hand Stahl zurechtsägen und zurechtfeilen muss. Dabei ging wieder ein Bohrer drauf, der liegt jetzt neben dem Sägeblatt der Stahlsäge in der entsprechenden Tonne.

Der Aufbau – vielleicht hätte ich vorher den Morgenkaffee durch Beruhigungstee ersetzen sollen – war, machen wir es kurz: letztlich erfolgreich. Wird ja wohl kein Gewittersturm kommen ….

11 Gedanken zu „Rosengerüst mit goldenen Füßen

  1. Susanne Haun

    Der Streß hat sich gelohnt, Martin, das Gestell ist individuell und mir gefallen die goldenen Füßchen 🙂 Ist nicht die Rose die Königin der Blumen?
    Einen sonnigen Tag von Susanne

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    1. emhaeu Autor

      Danke, liebe Susanne. Wünsche dir auch einen sonnigen Tag, aber in meiner Eigenschaft als Gärtner, der auf Regen wartet, darf die Sonne ruhig nur eine innere Sonne sein!

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    1. emhaeu Autor

      Und dann fängt man doch immer wieder was an. Da sind die Leute, die von vornherein sagen, sie hätten zwei linke Hände, klar im Vorteil!

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  2. puzzleblume

    Ach, aus dem Baumarkt… ich dachte schon, nun kommt wieder eine Upcycling-Geschichte, in der das Gestänge ein alten Familienhauszeltes von Anno 1970 verarbeitet worden wäre.
    Aber es stimmt, diese Rankhilfen halten alle nichts aus.

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    1. emhaeu Autor

      Na ja, so falsch hast du nicht gelegen. Das Vorgängermodell, das ich im Winter gebastelt habe, bestand aus einer Stange von einem alten Strandsonnenschirm, dazu eine Alustange von der Rollfock des längst verkauften Bootes. Drum herum gewunden eine Stahlspirale, die aus so einem Tunnel, durch den Kinder kriechen, stammt. Das Modell war stabil, aber etwas wild geraten und hat der Gattin nicht gefallen ….

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      1. puzzleblume

        Mag sein, dass die Beschreibung dieses Konglomerats kreativer wirkt, als das Ergebnisses ästhetisch vermitteln konnte . Solange alles unter Blüten und Blättern verschwindet, geht so etwas, aber bei Rosen, die im Winter die Blätter verlieren, verdoppelt sich wahrscheinlich die Verwirrung der Eindrücke.

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