Die Rosen-Wegwerf-Gesellschaft

Nette Rosen mit relativ kleinen Blüten. Bodendecker-Rosen – mag ich normalerweise nicht so besonders. Aber dem geschenkten Gaul …

… ja, direkt 5 solcher Rosen habe ich geschenkt bekommen. Unter der Bedingung, dass ich sie selbst ausbuddele, was sich als eine ziemliche Plackerei erwies, denn die Rosen waren mit Stauden und Ziergräsern zu einem kaum entwirrbaren Klump verwachsen.

Die Schenkenden lassen den nur vielleicht 5 m2 großen Vorgarten neu machen. Tja, dachte ich mir, genau so macht man das heute: Man lässt es machen, beauftragt also einen Gartenbaubetrieb, weil man keine Lust hat, selbst den Spaten in die Hand zu nehmen. Und man lässt den Vorgarten „neu machen“. Nach der gleichen Methode, nach der man heute auch das Bad oder die Küche „neu machen“ lässt: Alles raus, alles neu. Alle Geräte, Armaturen, Möbel wandern auf den Müll, alles wird nach der je aktuellen Mode neu gestaltet.

Und so geht es dann halt auch bei Garten & Pflanzen. Alles raus, alles neu. Wegwerf-Pflanzen: Pflanzen erzeugende Industrie und Gartencenter freuen sich. Nicht dass ich ihnen den Umsatz nicht gönne. Nur sollte man dann nicht immer von Umwelt, Nachhaltigkeit und Natur daherschwätzen.

10 Gedanken zu „Die Rosen-Wegwerf-Gesellschaft

  1. Fairy Queen

    Deine Rosen sind wirklich sehr schön. Ich hatte vor Jahren einen grünen Daumen und liebte die Gartenarbeit. Aber dann bin ich in ein Gebiet in Norditalien gezogen und kann hier nichts mehr anbauen. Winterfrost zerstört alles. Meine Hunde graben im Garten alles aus. Es ist wirklich ein Schmerz. Im Sommer trocknet die sengende Hitze alles aus. Ich bin müde. Ich bebaue jetzt nur noch den Gemüsegarten, immerhin sammle ich etwas. 😆

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    1. emhaeu Autor

      Na, Gemüsegarten ist doch schwieriger und arbeitsintensiver als Rosen und Blumen. Wir haben es umgekehrt gemacht. Kein Gemüse mehr, nur noch Obststräucher, paar Obstbäume, was Rasen und seit neuestem statt Rasen Blumenwiesensamen eingesät …

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  2. Pit

    Ich habe auch einen Teil unseres Gartens [vor und hinter dem Haus] „neu gemacht“, aber
    – erstens: nichts schoenes Altes vernichtet, sondern vom Zuwuchern mit den verd****** Bermudagras [das ist eine echte Plage] befreit und Kakteen gepflanzt
    – zweitens: selber gemacht, und das war bei um die und ueber 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit eine echte Plackerei, die mir auf den Kreislauf gegangen ist [30 Minuten arbeiten, dann 30 Minuten drinnen erholen, damit der Blutdruck wieder in halbwegs brauchbare Regionen hochkam]
    Hat sich aber gelohnt!

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    1. emhaeu Autor

      Na da hast Du ja vorbildlich vorgemacht, wie es besser geht ! In Palm Desert, wo Roswithas Tante gelebt hat, habe ich auch die kalifornische Variante kennengelernt: Unter Einsatz aller möglichen Maschinen und mit Riesenkrach wird gewirbelt und gewütet, bis alles wieder „fein“ aussieht. Da dort mangels Regen nichts ohne Bewässerung gedeiht, dreht sich der ganze Aufwand um ein paar wüstentaugliche Pflänzlein …
      Aber das kannst Dur Dir ja, falls Du noch da bist, selbst angucken ….
      Schönen Tag!
      Martin

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      1. Pit

        Es wird so mancher Unsinn betrieben, um Gaerten „schoen“ zu haben. Gestern waren wir hier an der Kueste und haben sogenannten „englischen“ Rasen auf einem Golf- und auf einem Boccia-Platz gesehen: vielleicht zwei Zentimeter hoch und platt eben – wie ein gruener Teppich. Finde ich ganz bloed.
        Wir lassen unseren „Rasen“ wachsen und ich maehe vielleicht alle zwei Wochen. Deswegen ist es auch kein Rasen, sondern eine Wiese. Kommt aber der Natur und meiner Faulheit entgegen.
        Uebrigens: um das Weiterwachsen bzw. eine weitere Invasion von Bermudagras in unser Kakteenbeet zu verhindern, habe ich den Boden mit Zeitungspapier ab- und dann mit dick Mulch ueberdeckt. Habe ich einmal in einem Blog einer organischen Gaertnerin ans Tipp gelesen.
        Liebe Gruesse,
        Pit

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  3. puzzleblume

    Wort für Wort zutreffend.
    Es hätte ja nichts dagegen gesprochen, die Plackerei des Ordnungmachens einem Gartenbauer zu überlassen, der die Rosen befreit und wieder einen Anblick herstellt, der mehr so wirkt wie das in Gartenzeitschriften und -büchern vielzitierte Klischee des Vorgartens als Visitenkarte des Hauses, aber manche nehmen das verkaufstüchtige Ratgebergeschwurbel allzu wörtlich und denken, wie bei der Wohnungseinrichtung innen, müsse man auch aussen mit der jeweiligen Mode gehen, und wenn gerade die rotgelben Rosen out sind, dann heisst das für die „raus“.
    Ich hoffe, sie wachsen bei dir gut an, gedeihen und führen dem Spender vor, wie dumm er war, sie herzugeben.

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      1. puzzleblume

        Fein. Ja, dieses Jahr ist bisher mit Niederschlägen viel gnädiger, das wird sich hoffentlich positiv auswirken. Rosen können Hitze erstaunlich gut vertragen.
        Ich habe in meinen WP-Abos einen Blogschreiber aus Corrales, New Mexico, dessen Rosen stehen quasi blühend in der hitzeverbrannten Umgebung.

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      2. emhaeu Autor

        Ich habe nur gemerkt, dass die verschiedenen Hundsrosen, die sich im Garten angesiedelt haben (und z. T. sich zu Hundsrosengebüschen entwickelt haben) von trockenen Perioden gar nicht oder fast gar nicht beeindrucken lassen. —- Es ist seltsam hier im Garten. Vor allem der Teil vor dem Haus ist mehr oder weniger immer trocken, da will auch nichts so recht wachsen und die vor 4 Jahren gepflanzten Apfelbäume sind irgendwie mickrig, trotz Gießen. Da habe ich gestern Rasen gemäht, hätte ich auch bleiben lassen können, weil es kaum was zu mähen gab. Hinten war der Rasen schon so hoch, dass der Mäher und der Mähende zu kämpfen hatten, obwohl es hinten sonniger ist als vorne. Der moderne Gartenbaubetrieb würde wahrscheinlich vorne alles ausrupfen, 30 cm Erde abtragen und dann neuen Mutterboden verteilen …. Ich sage mir (mühsam), so eine Magerwiese hat auch was für sich.

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      3. puzzleblume

        Der neue Mutterboden wird schnell genauso trocken und arm an überlebenden Mikroorganismen wie der alte.
        Es ist ungewohnt, sich nicht mehr einfach eine Idee auszusuchen, und das Gepflanzte wächst dann auch ohne Mucken, sondern den Gegebenheiten zu folgen, weil man eben nicht unbegrenzt wässern kann und bei Hitze betüddeln will,
        Aber es ist nicht unmöglich, auch wenn die Geduld schwer fällt, weil alles auf magerem, trockenem Boden so lange dauert, bis es ein angenehmes Bild abgibt.
        Der kurze Rasen brennt viel schneller kaputt als eine höher stehenes Kräuterwiese, da lernt man besser ein neues Schönheitsempfinden, statt den alten Zuständen nachzutrauern. Oder heimlich Bewässerungssysteme zu vergraben, damit die Nachbarn neidisch werden, wie man das nur macht, so ohne laufende Rasensprenger, weil in der Zeitung steht, man soll nicht …
        Was ist so schwer zu verstehen am „Nicht“?

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