G. K. Chesterton: Pater Brown Geschichten

… weil ich hier alle Bücher vorstelle, die ich gelesen habe …

Wahrscheinlich ist zumindest bei meiner Generation die Gestalt des Father Brown fest verknüpft mit dem Bild des allzeit lächelnden Herrn Rühmann. Die Original-Geschichten, wurde mir gesagt, seien deutlich besser, enthielten auch mancherlei philosophische und religiöse Betrachtungen.

Also habe ich mir die Geschichten runtergeladen (nicht bei dem Verlag oben auf dem Bild), für 1 Euro. Das war schon mal ein Fehler, denn so durfte ich erfahren, wie schlampig eBooks gemacht sein können. Offensichtlich hat jemand die Texte einfach maschinell eingescannt und dann ohne weiteres Korrekturlesen veröffentlicht. Jedenfalls ist nicht nur der Zeilenumbruch schlecht, es finden sich außerdem auch jede Menge von Fehlern, die Texterfassungsprogramme so machen: Zwei Punkte hintereinander, falsche Anführungszeichen, falsch gelesene Buchstaben. Hat mir schon mal schlechte Laune gemacht.

Die Geschichten selbst? Na ja, ganz unterhaltsam, manchmal mit einiger Sprachgewalt geschrieben. Aber Chesterton lässt dem Leser keine Chance. Sein Held ist soooo schlau, der löst jeden Fall. Der Leser, der gerne miträtselt, kann gar nicht auf die richtige Lösung des Falles kommen, da der Autor ihm die entscheidende Information regelmäßig verschweigt.

Auf jeden Fall lächelt die Hauptfigur nicht ständig wie Heinz Rühmann in der Rolle des „Father Brown“, der – ein Übersetzungsfehler, den man auch in Filmen immer öfters hört – gar kein Pater Brown, also Ordensgeistlicher ist, auch kein Vater Brown (die Anrede „Vater“ für Geistliche gibt es im Deutschen nicht), sondern ein ganz gewöhnlicher Dorfgeistlicher, also der Pfarrer Brown.

4 Gedanken zu „G. K. Chesterton: Pater Brown Geschichten

    1. emhaeu Autor

      Es darf ja auch jeder ein Schild an seine Tür machen: „xy-Verlag“ – man kann das Büchermachen richtig lernen, man muss es aber nicht. Und bei Autoren, die mehr als 70 Jahre tot sind, kann jeder die Texte ganz legal irgendwo kopieren und in seinem Verlag verkaufen, ist alles möglich. Ich habe jedenfalls gelernt, dass man bei dem Kauf, gerade wenn die eBooks so billig sind, aufpassen muss.

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  1. puzzleblume

    Es ist eine Weile her, dass ich die Geschichten las, aber erinnere mich, auch als „Illustration“ die Bilder der alten schwarzweissen Heinz-Rühmann-Filme im Kopf gehabt zu haben.
    Und es stimmt auch, dass man viel mehr die Person des „Pater Brown“ mit seiner etwas schlitzohrigen Religiosität zu bewundern und liebzuhaben genötigt wird, als wäre das Wirken des Guten Anliegen der Geschichten, nicht die kriminellen Anlässe und ihre Auflösung als Rätselspiel.

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