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Ausgelesen: Weihnachten mit Loriot

Der kleine Band ist mir gerade rechtzeitig im öffentlichen Bücherschrank über den Weg gelaufen. Aufgrund von Gesprächen mit Bekannten bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich wohl der einzige bin, dem alle hier versammelten Zeichnungen und Texte unbekannt waren.

Läse ein Außerirdischer „Weihnachten mit Loriot“, würde er wohl kaum auf die Idee kommen, bei diesem seltsamen Tannenbaum-und-Geschenke-Event, um das die Texte kreisen, handele es sich um ein religiöses Fest. Nun, insofern spiegelt Loriot nur die real existierende Weihnachtswelt. Geht man durch die Straßen, sieht man allerlei Elche, Weihnachtsmänner, Tannenbäume und leuchtende Sterne – hat bekanntlich alles nichts mit der christlichen Weihnachtsgeschichte zu tun, nicht einmal die Sterne, denn der Stern und die Astrologen kommen ja erst zwei Jahre später.

Der religiöse Aspekt also taucht bei Loriot nicht auf. Was er aufs Korn nimmt, sind Gebräuche und Traditionen, die sich um Weihnachten herum angelagert haben, das Gedöns und das Getue. Und das nimmt er ausgesprochen scharf, ja böse aufs Korn.

Vielleicht, dachte ich beim Lesen, zu scharf und zu böse. Denn steckt nicht auch hinter der kitschigsten Weihnachtsdekoration eine gute Absicht? Oder, zugespitzter: Wäre die Welt denn am Ende des dunklen Monats Dezember schöner, besser, angenehmer, wenn es nirgends Sterne im Fenster und leuchtende Weihnachtsbäume gäbe, wenn sich die Familie nicht treffen würde und es keine Geschenke und nicht viel zu viel zu essen gäbe, wenn die Weihnachtswoche genau so normalalltagsgrau wäre wie – sagen wir – die vierte Woche im Januar?

Perlen zeitgenössischer Baukunst (10 und Schlussbemerkungen)

Die Begrünung des öffentlichen Raums ist eine Aufgabe, die sich heute mehr denn je stellt. Hier einige Beispiele:

Nachbemerkung

Hiermit endet die kleine Serie. Man könnte sie endlos fortsetzen. Leider. Aber genug des Sarkasmus. Es gibt genug Sarkasmus auf der Welt. Wo bleibt das Positive, Herr Rumgekritzelt?

Die meisten Bilder sind bei Spaziergängen in zwei sehr unterschiedlichen Städten auf verschiedenen Kontinenten entstanden. Mir ging und geht dabei immer ein Gedanke im Kopf herum: Mögen die Architekten eigentlich die Menschen, die doch in und mit den von ihnen entworfenen und umgesetzten Bauten leben müssen? Oder sind für die Architekten Menschen nur solche Figuren oder Puppen wie die, die in Architektenzeichnungen hineinkopiert werden? Würden die Architekten selbst gerne dort leben? Oder würden sie sagen: Nein, für mich wäre das nichts, aber die Auftraggeber, wissen Sie, die Auftraggeber lassen einem heutzutage keine andere Wahl, …

Und wenn das so ist: Was hat sich geändert seit der Kaiserzeit, als die heute so begehrten Altbauwohnungen entstanden sind? Warum konnten noch um 1930 bis heute als mustergültig geltende Neubausiedlungen und Wohngebiete entworfen und realisiert werden? Oder: Gibt es auch Fachwerkhäuser, die ähnlich kaltschnäuzig und letztlich menschenverachtend in die Gegend gesetzt worden sind? Oder ist das alles nur Nostalgie?