Archiv der Kategorie: Asturien

Pink – die Mädchenfarbe

Ich habe ein neues (gebrauchtes) iPhone SE. Das ist jetzt nicht so berichtenswert, ist auch alles schon fein eingerichtet.

Aber: Dabei war eine Hülle, echt Leder, nur leicht abgenutzt. Nicht schlecht, das Ding, wäre da nicht die Farbe: Pink

Pink, der unangefochtene Favorit der Mädchenwelt. Und mit solch einer Hülle soll ich als alter Mann rumlaufen? Muss man drüber stehen, habe ich mir gedacht. Tue ich aber nicht. Probleme mit der eigenen Männlichkeit, sagt der Küchentherapeut, ein schwieriger Fall, aber gut therapierbar.

Ach, gerade habe ich mir eine andere Hülle bestellt, echt Leder, Farbe: Antik-Kaffee. Was immer das heißt – Hauptsache keine Mädchenfarbe. Ob die Hülle auch die besonders männlichen Duftnote „Old Leather“ haben wird? Wir werden sehen.

So sieht Regen aus

Nur zu Erinnerung – so sieht es aus, wenn es regnet:

…. das war vor 10 Tagen, da hat es in Asturien 3 Tage lang geregnet, genieselt und geschauert …..

Stechginster und Bergkäse

Auf dem Bild sieht man die verdorrten Reste eines umfangreichen Stechginster-Gestrüpps. Stechginster hat auf einer Alm nichts zu suchen, es handelt sich um eine der 100 ärgsten invasiven Arten. Er ist enorm durchsetzungsfähig, breitet sich aus, verdrängt das Grasland – und die Kühe haben weniger zu fressen. Wegen der Stacheln gehen nicht einmal Ziegen an den Stechginster.

Eine Eigenschaft des Stechginsters allerdings macht es leicht, den Bestand in Zaum zu halten: Er enthält leicht entzündliche Öle. Verdorrte Stücke brennen wie Zunder und werden so heiß, dass das Grüne auch abbrennt.

So haben es die Viehzüchter im Asturischen Bergland lange gemacht: Jedes Jahr im zeitigen Frühjahr ein Stück angezündet. Die Asche düngt, zusätzlich bindet der Stechginster Stickstoff im Boden, weshalb die Kühe, wenn sie dann Ende April/Anfang Mai hoch getrieben werden, sich über schönes, frisches Gras freuen.

Das Abbrennen missfällt aus nahe liegenden Gründen den Naturschützern, weshalb die Gemeinde im vorigen Jahr einen anderen Weg gegangen ist: Sie hat die Stechginster-Gebüsche mit einer Maschine (keine Ahnung, was für eine Maschine, ich habe es nicht gesehen) gerodet, genauer: abgesäbelt und die Reste liegen lassen. Das ist nicht hübsch anzusehen, aber Viehzüchter und Vieh sind zufrieden.

Als ich da oben rumgelaufen bin, habe ich immer überlegt, ob man den Stechginster nicht einfach wachsen lassen sollte. Natürlich, die Viehzüchter würden schreien. Aber es gibt ohnehin immer weniger und die, die noch die traditionelle Almwirtschaft betreiben, werden immer älter. Überleben können sie nur durch verschiedene Subventionen. Überall in der Gegend trifft man auf verfallene Ställe. Die sehen so aus, als ob sie ururalt wären. Stimmt aber nicht, ich habe nachgefragt. Vor 50 Jahren haben im Sommer überall noch Hirten zumindest zeitweise oben gewohnt und an Ort und Stelle den guten Bergkäse produziert, welcher dann in solche höhlenähnliche Gemäuer gebracht wurde, wo er sein Aroma entwickeln konnte:

In diesem Bezirk hat der letzte hat 2002 aufgehört, ein wenig weiter gibt es noch welche – aber die Ställe und Wohnhütten dort kann man auch mit dem Geländewagen erreichen. Früher sind die Leute mit Eseln und Ochsen den Berg rauf gekraxelt, um Bergkäse zu produzieren. Der einzige Grund, weshalb sie das gemacht haben, war Armut. Heute wird es nur noch gemacht, weil der echte Bergkäse einen hohen Preis erzielt. Ein Luxus-Produkt für eine verwöhnte Kundschaft.

Und wenn man einfach damit aufhört? Dann würde die Landschaft sich schnell ändern. Ein Dickicht aus Stechginster würde entstehen, aber auch der große Adlerfarn würde sich ausbreiten, wie man das an manchen Stellen schon beobachten kann. Dann würde es nicht lange dauern – auch das kann man schon beobachten, bis Weiden, Eschen und Eichen aus dem Gebüsch sprießen. Warum nicht? Kühe kann man auch weiter unten halten, im Dorf gibt es schon seit Jahren eine Käserei mit 100 Milchkühen, einer Menge Ziegen und Schafen – aus der Milch wird der typische Blauschimmelkäse, der Cabrales, gewonnen. Kein echter Bergkäse, na und?