Archiv der Kategorie: Asturien

Wilde Surfer

Irgendwann gehen auch die eifrigsten Surfer an Land.

Die Surfer haben sich übrigens in den letzten 20 Jahren hier in Asturien mächtig ausgebreitet. Um 2000 waren allenfalls mal welche am Stadtstrand von Santander zu sehen. Heute warten sie in fast jeder Bucht auf Wellen und allerorten haben Surf-Schulen aufgemacht.

Gut, sollen sie. Mich stört nur eins. Da der Surfer als solches nicht gerne sein Surfbrett und den Taucheranzug durch die Gegend schleppt, suchen sich die Surfer Stellen möglichst nah am Wasser. Beliebt in diesen Kreisen sind VW-Camping-Busse und ähnliche Gefährte. Mit denen fahren sie möglichst nah an den Strand, um dort wild zu campen, und „übersehen“ dabei gerne das eine oder andere Verbotsschild. Manche Orte wehren sich, indem sie spezielle Schranken aufstellen, durch die man nur mit einem PKW durchkommt. Aber dann gibt es in der Szene bald einen Geheimtipp, wie man über diesen oder jenen (für Autoverkehr gesperrten, aber was soll‘s) Feldweg doch zu einer tollen Stelle direkt am Strand kommt.

Zimmerreise XIV zum Buchstaben N: Nietzsche im Regal

Da steht er im Regal, der olle Nietzsche. Man sieht auf dem Bild: Der hat einiges mitgemacht. Nur zwei Umzüge, aber jede Menge Umzüge im Haus. Es gab in unserem alten Haus wohl keinen Raum zwischen Dachboden und Keller, in dem diese Nietzsche-Ausgabe nicht gestanden hat. Auch im Keller: Denn irgendwann um 1984 bin ich auf die Idee gekommen, mir im Keller eine Bibliothek einzurichten. Habe den Raum hergerichtet, sogar einen Holzfußboden verlegt, dann stabile Lagerregale aus Metall aufgestellt, so Dinger, wie sie ähnlich in den Magazinen der großen Bibliotheken benutzt werden – – – Aber ach, ich hätte es mir denken können, die Bücher sind stockfleckig geworden da unten.

Die allermeisten der Bücher, die damals im Keller gestanden haben, sind längst weg. Aber von der Nietzsche-Ausgabe mochte ich mich nicht trennen. Dabei ist die Gestaltung mit den nackten Figürchen auf dem Rückentitel durchaus gewagt. Die Bilder stammen von Bruno Héroux (1868 – 1944), ein heute vergessener, zu seinen Lebzeiten aber geschätzter und erfolgreicher Künstler, der in Leipzig in einer von ihm selbst entworfenen prächtigen Villa wohnte. Woran man mal wieder sieht, wie flüchtig Künstlers Erfolg&Ruhm sein können.

Ab und an lese ich auch mal wieder ein paar Seiten Nietzsche. Man muss nicht in allem seiner Meinung sein, das bin ich gewiss nicht, aber das ist schon verdammt scharfsinnig, was der Basler Professor da von sich gegeben hat. Und verdammt gut geschrieben obendrein. Und was hat er zu Lebzeiten gemacht? Seine Werke z. T. nur auf eigene Kosten drucken lassen und verschenkt. Woran man sieht, wie flüchtig Erfolg&Ruhm auch bei Philosophen sein können.