Archiv der Kategorie: Außerdem

Alles, was sonst nirgends hin passt

Ein geschenkter Gaul, den niemand mag

Vor etwa zwei Jahren fasste der bekannte Bildhauer Ulrich Rückriem den Entschluss, unserem Dorf eine seiner großen Steinskulpturen zu schenken. Er hat hier in der Nähe seine Steinmetz-Lehre gemacht, später lange Zeit in einem der Nachbardörfer sein Atelier gehabt; seine Kinder sind im hiesigen Dorfkrankenhaus (das nicht mehr existiert) zur Welt gekommen. Der Ort, an dem die Skulptur aufgestellt werden sollte, stand auch fest: Im Dorfpark. Nun, das ist weder ein besonders großer noch ein besonders prächtiger Park – aber wir Dörfler sind stolz auf ihn, denn welches Dorf hat schon einen Park?

Allerdings: Der Rat der Stadt schaute bedenklich, fand auch bald das Haar in der Suppe. Das Kunstwerk war ein Geschenk, aber den Betonsockel, den sollte die Stadt selbst gießen lassen. Dafür haben wir kein Geld, hieß es. Wir wollen das komische Ding nicht, war die Wahrheit. Aber konnte man ein mindestens 50.000 € teures Geschenk eines weltweit renommierten Künstlers ablehnen, ohne sich zu blamieren?

Irgendwann also wurde der Sockel gegossen, die Skulptur angeliefert und aufgestellt. Zur Eröffnung kamen nur ein paar Politiker, der Bürgermeister hatte keine Zeit, auch vom örtlichen Künstlerverein ließ sich niemand blicken, ganz einfach deshalb, weil man sich einig war, dass das Steindings nun mal keine Kunst sei.

Auch die Jugendlichen, die abends immer im Park rumlungern, hatten nicht viel Respekt und hinterließen auf dem Stein alsbald ihre gesprühten Durftmarken.

Mir gefällt das Werk, es erinnert mich an steinerne Engelsflügel, die die Spaziergänger und die Grundschüler, deren Schulweg zwischen den beiden „Flügeln“ hindurch führt, geleiten.

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Heiteres Beruferaten

In dem kleinen Gewerbegebiet, das ich im vorigen Beitrag erwähnt habe, gibt es einen Betrieb, der mir eine Zeitlang etwas rätselhaft erschien. Kein Firmenschild, keine Hinweistafel, nur ein großes Rolltor.

Tatsächlich leistet die Firma dort halb im Verborgenen einen wichtigen Dienst und die Mitarbeiter könnten sich  – gäbe es die Sendung noch – als Kandidaten für das „heitere Beruferaten“ bewerben. Jeder kennt sie: Sie stehen auf Baustellen rum, dürfen auf keinem Open-Air-Festival fehlen und für die sogenannten Erntehelfer werden sie auf den Feldern in der Umgebung aufgestellt – die praktischen und selten wohlriechenden Dixi-Klos.

Denkt man ja normalerweise nicht drüber nach, aber irgendjemand muss die ekligen Dinger ja auch reinigen. Und genau das geschieht hinter dem Rolltor. Fleißige Dixi-Klo-Reinigungsfachkräfte machen sich, vornehmlich in den Abendstunden, über die Dinger her.

Gelangweilter Hund


Jeden Tag zwei Mal: Der Hunderundgang.

Erst ein Stück am Feld lang ….

…. dann rechts ab (jetzt ist die Sonne schon sehr tief) …

… und bis zum Getreidesilo, auf dem Malzfabrik steht, obwohl dort schon seit sehr langer Zeit kein Malz mehr hergestellt wird, ….

… bis zum Bahnhofsparkplatz, die Sonne ist verschwunden.

Dann …

… durch so eine Art Gewerbegebiet und schon sind wir fast wieder da:

Also: Nicht dass jemand sagt, dass sei reine Projektion. Nein, ich gehe gerne jeden Tag den gleichen Weg. Aber der Hund? Ob es dem Hund nicht langweilig wird? Will er nicht mal wo anders rumschnüffeln? Scheinbar nicht, denn wenn ich versuchsweise in die andere Richtung gehe, verhält er sich auch nicht anderes. Vielleicht wissen Hunde gar nicht, wie sich das anfühlt: Langeweile.