Archiv der Kategorie: Außerdem

Alles, was sonst nirgends hin passt

Ist halt Geschmackssache

Bin gerade dabei, nicht ohne Wehmut die Bilder einer Reise von vor genau 10 Jahren zu sortieren. Ostküste USA im Januar. Nach 10 Jahren wird es schließlich mal Zeit, Ordnung in die Ordner zu bringen ….

Dabei sind mir zwei Bilder aufgefallen: Schaufensterauslagen in San Francisco, China Town. Geschmacksache, oder? Fällt mir immer auf, dass Leute etwa auf Kunstausstellungen oder bei Musik irgendwann sagen: Ist halt Geschmackssache. Wirklich? Ist das so? Jeder hat halt seinen eigenen persönlichen Geschmack – der subjektive Geschmack als entscheidendes und letztlich ausschlaggebendes Kriterium?

Schwierige Frage, aber ich lasse mir nicht ausreden, dass es da noch Kriterien jenseits des individuellen Geschmacks gibt, allgemeingültige Kriterien für künstlerische / ästhetische / musikalische Qualität. Überzeitlich? Kulturübergreifend? Schwieriges Feld.

In dem Laden, dessen Auslagen ich fotografiert habe, wäre ich sicher fündig geworden. So ein großer glitzernd-bunter bestickter Vogel … ist halt Geschmacksache …

Grauer Wald oder kaltes Meer?

Jetzt im Januar in einem coronaleeren Urlaubsort auf dem Hotelbalkon sitzen – 10 Minuten, sonst wird es zu kalt – und auf das leere Meer schauen.

Besser als an diesem Neujahrstag durch den wintergraubraunen Wald latschen und sich sagen: Wenn es schon kalt ist und feucht und grau, so ist doch wenigstens die Luft angenehm frisch?

Das Bild jedenfalls habe ich Anfang 2013 in der Türkei aufgenommen, ein Hotel am Rand von Antalya. Da ist es im Januar auch ohne Virus so leer.

Frohes Neues!

Foto: Pixabay

Das Feuerwerken und Böllern wird wohl dieses Jahr ausfallen. Nicht nur dieses Jahr, denn ich kann mich nicht erinnern, mal geböllert zu haben. Nie? Nein, mindestens einmal doch:

Da muss ich so 12 Jahre alt gewesen sein, meine Mutter hatte die Familie zu Silvester eingeladen. Wahrscheinlich gab es Bowle nach dem recht spartanischen Spezialrezept meines Vaters. Ach, ich sehe grade, so ungewöhnlich war sein Rezept gar nicht. Auf einem österreichischen „Gourmet-Portal“ wird für eine Silvester-Bowle das gleiche Mischungsverhältnis vorgeschlagen: Eine Flasche Weißwein und eine Flasche Sprudel.

In dem Jahr hatte sich meine Mutter etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hatte Böller und ein wenig Feuerwerk eingekauft. Leider regnete es draußen wie verrückt. Deshalb wurden die Böller im Hauseingang zum Böllern gebracht, die Raketen schnell Richtung Garten verschossen. Blieb noch ein Rest Kleinkram in der Packung.

Das Kleinzeugs, entschied meine Mutter in ihrer üblichen resoluten Art, brennen wir drinnen ab. Sie nahm vorsichtshalber die Tischdecke vom Couchtisch und stellte so ein kleines Ding direkt auf die Tischplatte. Zischschsch – es brannte ab wie eine große Wunderkerze. Super. Leider zeigte sich, dass die schöne Tischplatte danach einen bierdeckelgroßen Brandfleck hatte. Der schöne Tisch, dänisches Design, echt Teakholz!

Die restlichen Großwunderkerzen blieben in der Schachtel, die Bowle wurde doch ausgetrunken, wahrscheinlich, wir Kinder bekamen sowieso nur Kinderbowle. In der Woche drauf ließ mein Vater den Versicherungsvertreter seines Vertrauens kommen, um auszuloten, ob man den Schaden nicht irgendwie der Hausratversicherung anhängen könnte. Ohne Erfolg, glaube ich, denn der Tisch blieb noch lange im Wohnzimmer – immer mit einem Deckchen drauf, das den Brandfleck verdeckte.

Ein frohes neues Jahr wünsche ich allen!