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Bücher, die ich gelesen habe

Wladimir Kaminer: Schönhauser Allee

(… weil ich hier alle Bücher vorstelle, die ich gelesen habe …)

Endlich mal wieder ein Buch, das mir gefallen hat. Das zweite Buch von Wladimir Kaminer, der mit „Russendisko“ bekannt geworden ist.

Eine Sammlung von Erzählungen, die alle um die Schönhauser Allee in Berlin kreisen, die Straße, auf der Kaminer damals gewohnt hat. Manchmal hatte ich den Eindruck, die Szenen aus dem Alltag dieser Gegend und ihrer multikulturellen Bewohner seien belanglos, so locker-leicht sind sie aufs Papier geworfen. Aber der Eindruck täuscht, denn Kaminer gibt Einblicke in diese Welt, aber er bewertet sie nicht, gibt dem Leser nicht mit dem Holzhammer vor, wie er das Erzählte denn einzuordnen hat.

Beispielsweise bei der Geschichte, bei der sich zu einer Party eine ganze Reihe von meist aus Russland stammenden Menschen zusammenfinden. Der Leser verliert bald den Überblick über die Verhältnisse: Alle kennen sich gut und alle, so scheint es, sind mehrfach verheiratet gewesen. Ein jeder begrüßt gut gelaunt seinen Ex-Partner oder/oder die Ex vom Ex-Partner. Am Ende wird der Hintergrund des fröhlichen Treffens mehr angedeutet als klar: Die anwesenden Personen haben jeweils geheiratet, um einem weiteren Russen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Und sich dann scheiden lassen.

Manchmal trägt Kaminer recht dick auf, übertreibt er deutlich. Aber das geht dann nach dem Motto: Wen kümmert es, ob das Erzählte wahr ist – Hauptsache, es handelt sich um eine gute Geschichte.

Oben steht, dass ich alle Bücher vorstelle, die ich gelesen habe. Drum ein kleiner Nachtrag. Von Botho Strauß habe ich „Das Partikular“ gelesen, ein Erzählungsband aus dem Jahr 2000. Genauer: Ich habe darin gelesen, nach weniger als der Hälfte aufgehört. Viel zu prätentiös, eine gesuchte, „erhabene“ Sprache. Und lauter unerfreuliche Paargeschichten.

Als Erftstadt noch Liblar hieß …

Das neueste Produkt aus meiner „Büchermanufaktur“, wie man das hochtrabend nennen könnte, wenn jemand stundenlang am Computer sitzt und aus vielen alten Fotos und einem Text ein Buch zusammenbastelt.

So sieht das Buch aus – das Cover, das ich gemacht habe, zeigt den Autor mit seinen Eltern 1954. Da kannten wir uns schon, aus dem Sandkasten. Dieter nämlich wohnte auf der selben Straße knapp 100 Meter weiter. Nun hat er Erinnerungen aus der Kindergartenzeit und der Schulzeit zu Papier gebracht, manche Texte, die in dem Buch versammelt sind, hat er schon mit großem Erfolg in Liblar öffentlich vorgetragen.

In Liblar, wie wir immer noch sagen (wobei zwischen Oberliblar und dem von den Oberliblarern Unterliblar genannten eigentlichen Liblar Welten lagen), obwohl es längst Erftstadt heißt, ein Name, der wegen der Flut um die Welt gegangen ist.

PS.: Die Bildqualität des Covers oben ist nicht gut, es handelt sich um einen Screenshot aus dem Katalog von BoD. Mein Computer hatte nämlich am Montag einen unerklärlichen aber totalen Zusammenbruch und ich muss erst alle möglichen Programme neu installieren. Zum Glück kein Datenverlust, weil ich alles einigermaßen Wichtige immer auf einer externen Festplatte speichere – was ich hiermit allen, die das nicht tun, noch mal ans Herz legen möchte ….

Frisch aus der Druckerpresse

Frisch aus der Druckerpresse: Die 9. Produktion aus meinem Mini-Einmann-Verlag – aber Verlag ist übertrieben, eher passt Mini-Buchwerkstatt. Wenn man die drei Kunstausstellungskataloge hinzu nimmt, dann bin ich sogar schon bei Nummer 12.

Nummer 13 und 14 sind schon fast druckfertig. Bei Nummer 13 macht mir das Einfügen von zahlreichen Abbildungen in den Text so viele Probleme, dass ich gerade aufgehört habe und jetzt zur Entspannung diesen Blogeintrag schreibe.

Mini-Werkstatt auch deswegen, weil jegliches Personal fehlt. Früher gab es zu dem Zweck einige Lehrberufe, heute reicht ein Bekloppter und ein Computer: Texterfassung, Lektorat, Textsatz, Bildbearbeitung, Layout, Covergestaltung. Nur das Korrektur-Lesen übernimmt meistens jemand anderes. Meistens: Bei dem Buch, dessen Cover oben abgebildet ist, habe ich selbst Korrektur gelesen. Eigentlich nur die Korrektur der Korrektur, denn es handelt sich sozusagen um die zweite Auflage.

Geschrieben habe ich das Buch 2011/2012. Ich hatte aber den Ort, um den es sich dreht, nämlich dieses Nieder Mois, durchgehend falsch geschrieben, außerdem war – Anfängerfehler – bei der ersten Auflage die Schrifttype viel zu klein. Zweiter Anfängerfehler damals: Das Buch war viel zu teuer, da bei der falschen Plattform publiziert.

Der Verkaufserfolg wird trotzdem gegen Null gehen. Macht aber nichts, denn jetzt ist das Buch, in dem es um das ehemalige Landgut meiner Familie geht, so preiswert produziert, dass ich es an interessierte Familienangehörige problemlos verschenken kann. Und, last but not least: Schreiben und Büchermachen macht mir einfach Spaß.