Archiv der Kategorie: Computer

Alles neu macht der Mai – ein eher unfreiwilliger Konsumrausch

Die Kamera ist schon 13 Jahre alt, funktioniert tadellos, aber 13 Jahre ist viel heutzutage, da gibt es doch bestimmt was besseres. Und weil der Kontostand nicht im roten Bereich ist, fällt schon bald der Entschluss: Eine neue Kamera muss her. Ein, wie sich zeigte, folgenschwerer Entschluss.

(1) Kaum waren die ersten Bilder mit der schönen neuen Fuji gemacht, zeigte sich das erste Problem. Photoshop und Lightroom können die Fuji-RAWs nicht lesen. Machen Sie ein Upgrade auf die Version XY. Ach, die Version XY gibt es nur noch als Bestandteil der „Creative Cloud“ und die kann man nicht mehr irgendwo preiswert gebraucht kaufen, sondern nur noch mieten. Die neuesten Programme zu neuen Kamera, klingt verlockend. Schon ist das Abo abgeschlossen.

(2) Der gar nicht so alte Computer allerdings tun sich schwer mit den großen Dateien, die die neue Kamera produziert. Schon das Überspielen von der Kamera auf die Festplatte dauert ewig. Vielleicht geht es schneller, wenn man ein USB 3.0 – Kabel und eine schnellere SD-Karte benutzt. Amazon Prime bringt beides schnell ins Haus. Hilft aber nicht viel.

(3) Der alte Computer hat einfach zu wenig Arbeitsspeicher, 16 MB, so heißt es, brauche man schon zum zügigen Arbeiten in der kreativen Wolke. Und eine SSD-Festplatte wär auch nicht schlecht. Lohnt es sich, den alten Computer aufrüsten zu lassen? Wahrscheinlich nicht, also muss ein neuer Computer her. Was von Apple, die sind ja soooo schick, passen zum iPhone und iPad und sind ja auch gar nicht mehr so teuer, gebraucht jedenfalls. Die Wartezeit, bis das Mac-Dings da war, ließ sich locker damit überbrücken, alle möglichen Dokumente zu ordnen und an die 10.000 Fotos endlich mal besser zu ordnen und endlich mal besser geordnet auf der externen Festplatte zu sichern.

(4) Der Mac ist schick, hat leider nur 4 USB-Buchsen und nur einen HDMI-Eingang für den Monitor. Also kriegt Amazon wieder eine Bestellung: Ein USB-Hub muss her und ein Kabel, mit dem man den zweiten Monitor an den Thunderbolt-Ausgang beim Mac hängen kann. Man könnte auch einen originalen Apple Thunderbolt-Adapter verwenden, aber der ist unverschämt teuer. Mit dem Nachbau-Kabel wird es auch gehen.

(5) Geht es aber nicht, weshalb nun doch ein Apple-Konverter und ein gutes DVI-Kabel her muss. Prima, damit lässt sich auch der zweite Monitor zum Laufen bringen.

(6) Beim – übrigens erfolglosen – Versuch, die Foto-Mediathek des MAC irgendwie in einen Lightroom-Fotoshop-„Workflow“ einzubinden, zeigt es sich, dass die alte Tastatur vom PC zwar anstandslos am Mac funktioniert, es aber doch nervt, dass einige Tasten anderes belegt sind. Also muss eine neue Tastatur her.

(7) Die beiden Monitore haben am Mac einen deutlichen Farbstich. Kein Problem, dafür haben wir ja den Spyder, ein feines kleines Gerät zur Monitor-Kalibrierung. Die mitgelieferte Software arbeitet leider nicht mit dem neuen Mac-Betriebssystem zusammen. Nein, sie werden die Software des (noch gar nicht so sehr) alten Spyder nicht mehr weiter entwickeln, meint die Firma: Kaufen sie sich den neuen Spyder 5. Wieder kommt am nächsten Tag der freundliche Mann von Amazon Prime. Der neue Spyder tut seinen Dienst, die Ausdrucke entsprechen nach der üblichen Fummelei recht gut dem Monitorbild. Prima, jetzt kann die eigentliche Arbeit wieder losgehen.

(8) Oh, was ist das? Der Mac liest die externe Festplatte mit dem ganzen Bilderarchiv anstandslos ein, aber will keine Dateien darauf schreiben? Ach so, Festplatten für Mac dürfen nicht NTFS formatiert sein, NTFS ist ein proprietäres Dateisystem für Windows, lehrt Wikipedia. Nun könnte man natürlich alle Daten von der alten Festplatte löschen, das Ding für MAC umformatieren und dann die Daten vom alten PC wieder draufspielen. Die alte Externe ist aber fast voll, und wenn jetzt die großen Dateien von der Fuji dazu kommen, wird sowieso bald eine neue fällig werden. Und weil die bei Amazon gar nicht so teuer sind, klingelt am übernächsten Tag mal wieder der freundliche Bote.

Das war’s, hoffentlich. Im Prinzip läuft das System jetzt. Die teilweise recht dämlichen, aber gravierenden Anfängerfehler bei der Umstellung auf den Mac habe ich vorsichtshalber mal weggelassen, auch wenn sie im Rückblick, der wie üblich alles verklärt, gewisse komische Elemente enthalten.

Advertisements

Drei Fliegen mit einer Klappe oder: leicht daneben

Warum so viele Gräte, habe ich mir gedacht: Ein iPod zum Musikhören und Fotografieren, ein Tablet zum Zeitunglesen und Rumsurfen, eine Digitalkamera zum Fotografieren, ein Smartphone zum Telefonieren. Alles muss aufgeladen werden, das Smartphone, ein Motorola mit Android 2.2 ist veraltet, die Canon G11 auch nicht mehr so besonders aktuell, so dass sie meist in der Schublade rumlag. Das Tablet von Asus war ein Fehlkauf. Nicht halb so teuer wie ein Ipad, aber auch nicht halb so gut. Und das Fotografieren mit dem iPod hat mir zwar viel Spaß gemacht, aber für den eigentlich Zweck, das Musikhören, ist das Ding nur geeignet, wenn man die mitgelieferten Kopfhörer von Apple benutzt. Beim Überspielen auf die Stereo-Anlage geht einfach zu viel verloren, kommt nicht an die CD-Qualität heran.

Also habe ich alles bei Ebay verkauft.  Vielleicht hätte ich mir ein iPhone 6 plus oder 7 kaufen sollen. Da hätte ich wenigstens ein paar Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Telefon, Surfen, Zeitungslesen, Fotografieren. Habe ich aber nicht. Weil mir die Dinger zu teuer sind und ich mit der Apple-Cloud schon beim iPod auf dem Kriegsfuß gestanden habe.

Diese Cloud-Geschichte ist mir aber wichtig: Denn mal schnell ein Foto machen und sofort auf WordPress oder Instagram hochladen ist sehr praktisch, hat aber einen Fehler: auf dem kleinen Display eines iPods kann man nicht wirklich beurteilen, ob das Bild scharf ist. Also habe ich die Bilder erst in die Cloud geladen, dann auf dem PC überprüft und erst dann hochgeladen.

Ich habe mir also ein Android-Handy zugelegt, einen chinesischen iPhone-Nachbau namens Xiaomi Redmi Note 3. Auslaufmodell, keine 100 Euro. Ein schickes Ding, fehlt nur der Apfel auf der Rückseite. Kann alles, funktioniert gut. Telefonieren, Zeitung lesen, Surfen prima, beim Musikhören bin ich sowieso wieder auf die gute alte CD umgestiegen. Die verbaute Kamera ist von Sony, gute Bildqualität, Upload in die Cloud geht mit Google Fotos problemlos.

Aber zufrieden ist der Mensch bekanntlich nie: Das Ding hat ein starkes Weitwinkelobjektiv, 24 mm umgerechnet auf Kleinbild. Das mag ich nicht. Weitwinkel fand ich schon immer schwierig, und 24mm – das war früher, als man 50 mm als normal erachtete und 35 mm als Weitwinkel, schon ein Extrem-Weitwinkel. Mag ich nicht. Natürlich hat mein Redmi einen Zoom, aber nur einen digialen, da leidet also die Bildqualität recht stark. Ach, hätte ich noch meine gute alte Canon G11 ….. oder vielleicht so ein schickes neues Ding, eine sogenannte Edelkompakte mit eingebautem WiFi, am besten die Leica D-Lux 109 …. die Wünsche, man sieht es, nehmen kein Ende.

Hilfe, mein Smartphone wird abgehört!

Ich bin wirklich niemand, der ständig unter der Vorstellung leidet, überwacht zu werden. Als ich gesehen habe, dass ein Bekannter die Kamera seines Laptops und seines Smartphones mit etwas Tesa-Band zugeklebt hat, habe ich das als Symptom eines Verfolgungswahnes eingeordnet – dieser Bekannte ist in dieser Beziehung tatsächlich so eine Art Borderline-Fall.

Ein paar Sachen, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, haben mich doch etwas skeptischer gemacht. Über mein Smartphone soll ich abgehört werden können? Technisch ist das kein Problem. Jedes Smartphone hat klarerweise ein Mikrophon. Das wird nur beim Telefonieren gebraucht, habe ich bislang naiverweise gedacht, und sonst ist es halt deaktiviert. Ist es aber nicht. Wie könnte sonst so ein Dienst wie (bei Apple-Geräten) Siri funktionieren? Die „persönliche“ Assistentin hört bekanntlich aufs Wort. Auch Skype und, falls man Sprachnachrichten austauschen will, Whatsapp brauchen natürlich Zugriff auf das Mikrophon.

Schaut man sich mal die Liste der Apps an, die Zugriff auf das Mikrophon haben, wundert man sich allerdings. Vor allem Facebook: Wieso hat Facebook (nicht nur der Facebook-Messenger, wie auf dem Screenshot) das Recht, auf Mikrophon und Kamera zuzugreifen?

facebook_messenge

Die Sache ist schon vor gut 2 Jahren hochgespielt worden, als eine amerikanische Professorin gegen Facebook vorgehen wollte. Sie hatte sich nämlich mit einer Freundin über Kreuzfahrten unterhalten, kurz darauf bekam sie Werbung über Kreuzfahrten.

Nun muss man dazu wissen, dass in der US-Version von Facebook (und offenbar nur dort) tatsächlich eine Funktion  implementiert ist, die Facebook erlaubt, Hintergrundgeräusche, Musik und Sprache über das Mikrophon zu analysieren. Hört Facebook also mit?

So einfach ist das allerdings nicht, denn diese Funktion des Mithörens muss vom User jeweils eigens aktiviert werden, also nicht ein mal pauschal, sondern fallweise. Wenn er z. B. jemandem mitteilen will, welche Musik er gerade hört oder welche TV-Serie er verfolgt – schwupps, schon ist dieses bedeutende Ereignis gepostet.

Die Professorin konnte am Ende nicht gerichtsfest nachweisen, dass sie nicht schon mal nach Kreuzfahrten gegoogelt hatte. Und Facebook blieb dabei, nie vor sich aus auf das Mikrophon zuzugreifen. Man habe das gar nicht nötig, hieß es.

So weit, so gut. Ist ja auch nur in den USA so. Tatsächlich aber hat jeder, der Facebook oder verschiedene andere Apps nutzt, seine Zustimmung gegeben, dass  die App auf das Mikrophon oder die Kamera zugreifen kann. Ohne Einschränkungen. Facebook hat auf Beschwerden hin erklärt, diese Bedingungen müssten nach den Android-Richtlinien so abgefasst sein, sie hätten auf die Formulierung gar keinen Einfluss. Und man werde selbstverständlich nicht ….

Nun, ich habe trotzdem bei allen Apps, die solche Rechte haben, den Zugriff deaktiviert. Das geht bei Apple-Geräten unter Einrichtungen/Datenschutz ganz einfach, bei Android etwas schwieriger.

Das Problem, das ich dabei habe, ist nicht, dass ich der Meinung bin, die Facebook-Leute oder die Konkurrenz würden tatsächlich mithören, was ich so erzähle, wenn vor mir unbeachtet das Smartphone liegt. Die machen das nicht, schon deswegen, weil sie einen Riesen-Ärger und total negative Publicity bekämen. Mein  Problem ist, dass die Technik vorhanden ist. Dass es für Leute, die nicht nur darauf aus sind, mit Werbung Millionen zu machen, so leicht ist, mitzuhören, was ich beim  Nachmittagskaffee so von mir gebe.