Archiv der Kategorie: Computer

Noch ’n Appel

Im Garten ist Gießzeit, immer trocken, immer Sonne. Und wenn es dem Menschen draußen zu warm und sonnig wird, geht er in Haus und studiert und vergleicht Smartphones. Ein neues Smartphone musste her, das stand fest, das alte machte schlechte Fotos, verlor unterwegs zu oft den Kontakt zum GPS, immer mehr Apps verweigerten den Dienst, weil das Samsung-Teil ja soooo alt ist. Android 2.5, nicht updatefähig. Nur telefonieren kann man noch prima mit dem Ding. Aber zum Telefonieren wird das Taschenspielzeug ja doch kaum gebraucht.

Also, wie gesagt, habe ich studiert und verglichen, gründlich und immer gründlicher, wie es so meine Art ist, und dann zwischen einem Xiaomi Mi5 und dem Lumia 950 geschwankt. Und als dann die Entscheidung gefallen war, spontan alles über den Haufen geworfen und mal versuchsweise 120€ für ein gebrauchtes iPhone6 geboten und schon hatte ich das Ding für 116. Prima Zustand.

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich kein iPhone. Nie! Der ganze Hype um die Dinger und die hohen Preise, nix für mich. Jetzt habe ich eins. Bin nach NEC, Siemens, Motorola, noch mal Motorola, Asus, Xiaomi und Samsung bei Apple gelandet. Und, verdammt noch mal, das Ding ist wirklich gut. Das ist ein Effekt, den all die Tests nicht einfangen können: Das Gesamtpaket sozusagen. Ungefähr wie bei Mercedes: Du setzt dich rein und am Geräusch, das die Tür beim Zuziehen macht, erkennst du den Unterschied.

So war es jedenfalls bei dem einzigen Mercedes, den ich mal hatte: einem 220D, Baujahr 1984. Leider konnte ich nur ein Mal damit fahren, danach stellte sich heraus, dass die doofe Karre einen Motorschaden hatte, was zum einer umfänglicheren juristischen Auseinandersetzung geführt hat, die glücklicherweise damit endete, dass ich mein Geld zurück bekommen habe. Kurzum: Man sollte ein Auto nicht wegen des Geräusches kaufen, dass die Tür macht. Und ein Smartphone nicht wegen des Apfels?

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Haben, Alles-Haben, Nix-Haben

Quelle: Wikipedia

Ach, was waren das für Zeiten. Gar nicht so lange her. Schallplatten musste man haben, viele Schallplatten, je mehr, desto besser. Später Cds, Videos, DVDs. Je mehr, desto besser. Und damit sie niemand übersah, wurden sie in eigens angeschafften Regalen präsentiert.

Alles vorbei. Der Besitz von Tonträgern oder Videos ist „voll voriges Jahrhundert“. Nicht mal im Speicher seines Smartphones sammelt man noch. Man zieht Musik und Bilder aus einer Wolke.

Hat der Mensch sich weiter entwickelt? Vom Verliebt-Sein in das Kaufen, Horten und Vorzeigen zum Genießen dessen, was da aus der Wolke, sozusagen aus dem Äther strömt? Gut, schon das Radio strömte aus dem Äther, die Fernsehwellen auch – aber Radiohörer wie TV-Konsumenten waren ja zum Kollektiv gezwungen. Jetzt macht sich jeder sein eigenes Programm.

Schön wär’s. Die Wolke: Ein Begriff, der so genial wie falsch ist. Die Wolke ist bekanntlich nichts als ein Haufen von Rechnern, die so gar nicht ätherisch durch den Himmel ziehen, sondern ganz irdisch-schwer irgendwo rumstehen. Und wenn dort irgend jemand den Stecker zieht, dann hat man nicht alles, was man will, sondern nix. Mal ganz abgesehen davon, dass sich Diktatoren aller Art nichts schöneres vorstellen können, als so eine Menge von Untertanen, die auf die von ihnen kontrollierte Wolke angewiesen sind.

 

Alles neu macht der Mai – ein eher unfreiwilliger Konsumrausch

Die Kamera ist schon 13 Jahre alt, funktioniert tadellos, aber 13 Jahre ist viel heutzutage, da gibt es doch bestimmt was besseres. Und weil der Kontostand nicht im roten Bereich ist, fällt schon bald der Entschluss: Eine neue Kamera muss her. Ein, wie sich zeigte, folgenschwerer Entschluss.

(1) Kaum waren die ersten Bilder mit der schönen neuen Fuji gemacht, zeigte sich das erste Problem. Photoshop und Lightroom können die Fuji-RAWs nicht lesen. Machen Sie ein Upgrade auf die Version XY. Ach, die Version XY gibt es nur noch als Bestandteil der „Creative Cloud“ und die kann man nicht mehr irgendwo preiswert gebraucht kaufen, sondern nur noch mieten. Die neuesten Programme zu neuen Kamera, klingt verlockend. Schon ist das Abo abgeschlossen.

(2) Der gar nicht so alte Computer allerdings tun sich schwer mit den großen Dateien, die die neue Kamera produziert. Schon das Überspielen von der Kamera auf die Festplatte dauert ewig. Vielleicht geht es schneller, wenn man ein USB 3.0 – Kabel und eine schnellere SD-Karte benutzt. Amazon Prime bringt beides schnell ins Haus. Hilft aber nicht viel.

(3) Der alte Computer hat einfach zu wenig Arbeitsspeicher, 16 MB, so heißt es, brauche man schon zum zügigen Arbeiten in der kreativen Wolke. Und eine SSD-Festplatte wär auch nicht schlecht. Lohnt es sich, den alten Computer aufrüsten zu lassen? Wahrscheinlich nicht, also muss ein neuer Computer her. Was von Apple, die sind ja soooo schick, passen zum iPhone und iPad und sind ja auch gar nicht mehr so teuer, gebraucht jedenfalls. Die Wartezeit, bis das Mac-Dings da war, ließ sich locker damit überbrücken, alle möglichen Dokumente zu ordnen und an die 10.000 Fotos endlich mal besser zu ordnen und endlich mal besser geordnet auf der externen Festplatte zu sichern.

(4) Der Mac ist schick, hat leider nur 4 USB-Buchsen und nur einen HDMI-Eingang für den Monitor. Also kriegt Amazon wieder eine Bestellung: Ein USB-Hub muss her und ein Kabel, mit dem man den zweiten Monitor an den Thunderbolt-Ausgang beim Mac hängen kann. Man könnte auch einen originalen Apple Thunderbolt-Adapter verwenden, aber der ist unverschämt teuer. Mit dem Nachbau-Kabel wird es auch gehen.

(5) Geht es aber nicht, weshalb nun doch ein Apple-Konverter und ein gutes DVI-Kabel her muss. Prima, damit lässt sich auch der zweite Monitor zum Laufen bringen.

(6) Beim – übrigens erfolglosen – Versuch, die Foto-Mediathek des MAC irgendwie in einen Lightroom-Fotoshop-„Workflow“ einzubinden, zeigt es sich, dass die alte Tastatur vom PC zwar anstandslos am Mac funktioniert, es aber doch nervt, dass einige Tasten anderes belegt sind. Also muss eine neue Tastatur her.

(7) Die beiden Monitore haben am Mac einen deutlichen Farbstich. Kein Problem, dafür haben wir ja den Spyder, ein feines kleines Gerät zur Monitor-Kalibrierung. Die mitgelieferte Software arbeitet leider nicht mit dem neuen Mac-Betriebssystem zusammen. Nein, sie werden die Software des (noch gar nicht so sehr) alten Spyder nicht mehr weiter entwickeln, meint die Firma: Kaufen sie sich den neuen Spyder 5. Wieder kommt am nächsten Tag der freundliche Mann von Amazon Prime. Der neue Spyder tut seinen Dienst, die Ausdrucke entsprechen nach der üblichen Fummelei recht gut dem Monitorbild. Prima, jetzt kann die eigentliche Arbeit wieder losgehen.

(8) Oh, was ist das? Der Mac liest die externe Festplatte mit dem ganzen Bilderarchiv anstandslos ein, aber will keine Dateien darauf schreiben? Ach so, Festplatten für Mac dürfen nicht NTFS formatiert sein, NTFS ist ein proprietäres Dateisystem für Windows, lehrt Wikipedia. Nun könnte man natürlich alle Daten von der alten Festplatte löschen, das Ding für MAC umformatieren und dann die Daten vom alten PC wieder draufspielen. Die alte Externe ist aber fast voll, und wenn jetzt die großen Dateien von der Fuji dazu kommen, wird sowieso bald eine neue fällig werden. Und weil die bei Amazon gar nicht so teuer sind, klingelt am übernächsten Tag mal wieder der freundliche Bote.

Das war’s, hoffentlich. Im Prinzip läuft das System jetzt. Die teilweise recht dämlichen, aber gravierenden Anfängerfehler bei der Umstellung auf den Mac habe ich vorsichtshalber mal weggelassen, auch wenn sie im Rückblick, der wie üblich alles verklärt, gewisse komische Elemente enthalten.