Archiv der Kategorie: Garten und Natur

Ich mag keine Weintrauben mehr!


Zugegeben, die Trauben auf dem Bild habe ich nach der Aufnahme dann doch gegessen. Der kleine Hunger trieb sie rein. Aber im Grunde kann ich sie nicht mehr sehen.
Sie schmecken prima, die Trauben: Süß, kernlos, da gibt es nichts zu meckern. Nicht zu vergleichen mit den selbst angebauten Trauben im Garten meiner Eltern oder in unserem alten Garten. Die hatten auch in guten Jahren immer etwas Bitteres, Kratziges.

Vor drei Jahren haben wir an der Hauswand Richtung Südwesten einen neuen Weinstock gepflanzt. Uns vorher beraten lassen: Die Sorte, die den schönen Namen „Venus“ trägt, sollte geeignet für das hiesige Klima und sehr wohlschmeckend sein. Ist sie auch, wie die erste noch kleine Ernte zeigte. Deshalb haben wir im Jahr darauf noch einen Weinstock daneben gesetzt. Beide sind mächtig gewachsen und tragen jede Menge Trauben, so viele, dass wir schon Schüsseln verschenkt haben, Saft gemacht haben, Pudding mit Weintrauben, Müsli mit Weintrauben etc.

Jetzt ist die Ernte vorbei, recht früh dieses Jahr. Im Winter werde ich beide Weinstöcke etwas zurück schneiden. Sonst könnten wir eigenen Wein produzieren. Zu viel Arbeit, aber immerhin stehen unsere Weinstöcke sozusagen in einer „Traditionslage“: Das benachbarte Bauerngut heißt nämlich seit alters her Wingartshof, also Weingartenhof….

Natürlich eine alte Sorte

Neulich erzählten Bekannte bei Kaffee und Kuchen (gedeckter Apfel mit Äpfeln aus dem eigenen Garten – wirklich, nicht nur, weil es zum Thema passt…) von den beiden Apfelbäumen, die sie neu gepflanzt haben: Natürlich alte Sorten, sagten sie.

Ich wollte weder Kaffee noch Kuchen stören und schwieg stille. Aber wieso „natürlich“ alte Sorten?

Sie liegen im Trend, die alten Sorten. Allenthalben hört man, wie gut Goldparmäne und Co. doch geschmeckt hätten und dass man sie leider nirgends mehr kaufen könne. Letzteres lässt sich recht einfach erklären: Natürlich könnte ein Obstbaubetrieb umstellen auf alte Sorten. Wenn, ja wenn es genügend Konsumenten gäbe, die die Äpfel dann auch kaufen würden. Das ist aber nicht der Fall, denn der Anbau von alten Sorten ist, erst recht, wenn es dann noch biologisch sein soll, erheblich aufwendiger und die Kunden honorieren den Mehraufwand nicht. Hier in der Nähe hat ein größerer Apfelanbauer defacto pleite gemacht. Die Äpfel waren sehr lecker, aber da die Bäume sehr anfällig gegen Krankheiten und die Äpfel einiger Sorten kaum lagerfähig sind, musste er, um auf seine Kosten zu kommen, so hohe Preise verlangen, dass sich selbst bei den ausgabebereiten Käufern auf dem Bio-Wochenmarkt in der Stadt nicht genug Käufer fanden.

Geht es um den Erhalt der Artenvielfalt, sind alte Sorten wichtig. Sonst aber nicht. Moderne Züchtungen sind erheblich resistenter gegen Krankheiten. Das ist nicht nur wichtig, um den Ertrag zu steigern, sondern auch, um den Einsatz von Spritzmitteln minimieren zu können. Außerdem brauchen wir gerade unter dem Aspekt des Klimawandels neue Züchtungen, die besser an die neuen Bedingungen angepasst sind.
Und der Geschmack? Nun ja, eine neue Sorte, die schmeckt wie die Goldparmäne, habe ich noch nicht gefunden. Aber leckere Äpfel gibt es auch unter den Neuzüchtungen. Leider kann man auf virtuellem Wege die Äpfel, die auf den Bildern zu sehen sind, nicht probieren – allesamt Neuzüchtungen, die wir in unserem Garten gepflanzt haben.

Zwangsschnitt

Ein Stück unserer Hecke: Die Trockenheit hat ihre Spuren hinterlassen, aber sonst recht ordentlich geschnitten.

Das Gitter ist ziemlich eingewachsen, aber egal, sieht nicht schlecht aus, außerdem brauche ich das Gitter dann nicht anzustreichen.

So ging es jahrelang, bis letzte Woche plötzlich zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor der Tür standen, um heckenmäßig für Ordnung zu sorgen. Die Hecke ist gemäß Verordnung soundso zurückzuschneiden, in 10 Tagen kämen sie zwecks Kontrolle des ordnungsgemäßen Vollzuges wieder. Und, ach ja, noch etwas: Sollte ich beim Rückschnitt auf Vogelnester stoßen, müsse ich um dieselbigen herumschneiden. Ich verkniff mir die Frage, warum die Ordnungshüter nicht zuerst im unweit von unserem Haus gelegenen bundesweit bekannten Forst für Ordnung sorgen, bevor sie brave Eigenheimbesitzer drangsalieren, und machte mich aufgrund der behördlichen Anordnung alsbald ans Werk. Das Ergebnis sieht so aus:

Nicht so schlecht, wenn man es recht bedenkt. Aber jetzt werde ich den Zaun wohl anstreichen müssen.