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Was soll nur aus der Kiesgrube werden?

Die Kiesgrube oben auf dem Bild ist, wie man so sagt, ausgekiest. Eine ziemlich große Kiesgrube, nicht viel kleiner als der Hambacher Forst, an den sie unmittelbar grenzt und von dem man rechts ein Stück sieht.

Nie hat sich jemand groß um diese Kiesgrube gekümmert. Sie fraß sich langsam in die Felder rein. Auch als ein paar Hundert Meter ökologisch sehr wertvoller alter, 10 Meter breiter Hecke der Kiesgrube zum Opfer gefallen ist, hat das niemand gejuckt, auch nicht die Waldbesetzer, von denen nach wie vor ein paar in Baumhäusern dort wohnen.

Jetzt ist es irgendjemand aufgefallen, dass es für das Gelände der Kiesgrube, die RWE gehört, gar keinen Plan für die Nachnutzung gibt. War ja auch nicht nötig, denn die Kiesgruben (Plural, denn es gibt auf der anderen Seite des Hambacher Forst noch eine, kleinere) sollten ja nach dem genehmigten Flächennutzungsplan Teil des großen Hambacher Sees werden, der an der Stelle des Tagebaus entstehen soll. Wozu also einen Rekultivierungsplan erstellen? Dass die Situation, nachdem jetzt das Hambacher Wäldchen stehen bleiben soll, eine andere geworden ist, daran hat offenbar lange niemand gedacht.

Jetzt also machen Kommunalpolitiker, Naturschutzverbände etc. Pläne. Ich hätte da auch einen Plan, der allerdings überall ein großes Geschrei auslösen würde, obwohl er konkurrenzlos kostengünstig ist: Man mache einfach nichts. Oder fast nichts, nur beispielsweise eine gewisse Menge Gülle reinkippen und an einer anderen Stelle Mist von verschiedenen Tierarten. Und dann die Natur machen lassen.

Das Problem ist nämlich, dass unter dem Label „Naturschutz“ verschiedene Aspekte segeln, die in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen.

Politiker, die gerne gewählt werden wollen, verquicken gerne Naturschutz mit Naherholung. Abgesehen davon, dass die Natur es am liebsten hat, wenn sich niemand in einem Gebiet aufhält, nutzt ein Naherholungsgebiet, wie man sich das so vorstellt, nur einem ganz bestimmtem Teil der Flora und Fauna, vor allem, wenn es sich um Wald handelt. Denn egal ob Mischwald oder Fichtenkultur, es sind nur bestimmte Tierarten und Pflanzenarten, die den Wald so lieben wie der Erholungssuchende.

Wenn es wirklich um Artenschutz bei Tier und Pflanzen geht, dann ist das Stichwort: Vielfalt. Das heißt konkret im Fall dieser Kiesgruben: Wald ist vorhanden, Felder sind vorhanden. Was fehlt ist Gebüsch, Hecken, außerdem Magerwiesen, Ödland, unbewachsenes Land.

Oft trifft man die etwas naive Vorstellung, Insektenschutz bestehe vor allem darin, dass man möglichst viele blühende Wiesen schafft. Nicht falsch, jedenfalls für bestimmte Fluginsekten. Aber viele andere Tiere können mit Wiese und Blümchen nichts anfangen, die brauchen Sandboden oder stinkende Tümpel, wie die Gelbbauchunke, die sich in einer aufgelassenen Kiesgrube nicht weit entfernt niedergelassen hat, auch deswegen ist die Gegend dort immerhin ein FFH-Schutzgebiet.

Aber, höre ich als Gegenargument: Wie sieht das denn aus! Ja, das würde nicht so aussehen, wie man sich üblicherweise „schöne Natur“ vorstellt. Das Dumme ist nur, dass die Tierarten und Pflanzenarten, um die es geht, andere Vorstellungen von Schönheit haben als der Mensch.

Über allen Wipfeln

Bei Vossenack im Hürtgenwald

Über allen Gipfeln / Ist Ruh‘?

Nö, lieber Goethe, die Wipfel der Fichten bewegen sich zwar nicht, aber über den Wipfeln, irgendwo ganz weit oben, da braust und brummt der Windmühlenflügel schon von weitem hörbar. Und das, obwohl man an einem windarmen Tag wie dem heutigen tatsächlich „kaum einen Hauch'“ spürt. Nur „die Vögelein schweigen“ nicht „im Walde“, die zwitschern wie immer im Frühling.

Mit vielen Achs

Falls sich jemand fragt, womit ich mir fast den gesamten Winter – die zwitschernden Vögel sind ja offenbar der Meinung, dass der Winter jetzt vorbei ist – die Zeit vertrieben habe:

(1) Die Hecke war zu hoch, zu mühsam für einen Senior wie mich, sie mit der Heckenschere überm Kopf regelmäßig zu kürzen. Sie wurde also mit Hilfe von Astschere und Kettensäge ordentlich gekürzt. Jetzt können Nachbarn und Hundespaziergänger besser in unseren Garten reinsehen und wir besser raussehen.

(2) Aber, ach, jetzt wurde der Zaun sichtbar, den die Hecke gnädig verdeckt hatte. Den kann man sicher etwas flicken, dachte ich. Habe aber nach drei Tagen genervt aufgegeben. Da muss neuer Maschendraht hin, basta. Aber nicht so hoch wie die als Pfähle dienenden alten Bahngleise, sonst muss ich ja wieder über Kopf heckenschneiden. Nicht, perfekt, gar nicht perfekt, egal.

(3) 50 m Maschendraht waren schnell bestellt und schnell geliefert. Aber, nochmal ach, überall da, wo die Hecke in den Zaun hineingewachsen war, musste die Hecke nochmal beschnitten werden. Danach sah sie krumm und schief aus. Also musste sie überall nochmal beschnitten werden.

(4) Und, ach (Nummer 3), an manchen Stellen war der Draht in ordentlich dicke Buchenzweige reingewachsen, da musste nochmal die Kettensäge ran, oder, wenn es zu eng war, die Handsäge. Dann ging er immer noch nicht ab, denn, noch ein Ach, die Vorbesitzer hatten unten einen längst in den Boden und Wurzeln eingewachsenen schmalen Streifen Kaninchendraht sehr gut befestigt, damit Hund oder Kaninchen nicht weglaufen. Der wollte nicht aus dem Boden, musste aber. Es folgte eine Arbeitspause, weil ich mir dabei einen leichten Hexenschuss zugezogen habe. Kein Ach, sondern Aua.

(5) Als die dicken Zweige alle weg waren, zeigte sich, dass einige Zaunpfähle nicht den Zaun gehalten haben, sondern die Buchenäste die Zaunpfähle. Ach (5).

(6) Der Maschendraht ging dann schnell dran, aber, ach (6), er war ein wenig zu kurz, da half kein Ziehen und Zerren, 70 Zentimeter fehlten. Nochmal 15 Meter bestellen (kleinste Liefergröße) – kommt nicht in Frage, das Stück lässt sich bestimmt aus einem gut erhaltenen Stück des alten Zaunes basteln. Eine Geduldsaufgabe, Maschendrahtzaunflechten muss auch gelernt sein, vor allem bei Minusgraden.

(7) Jetzt ist der Zaun fertig, aber es hat sich noch nicht ausgeacht. Denn überall lagen und liegen ja die abgeschnittenen Buchenzweige und -zweiglein. Das ist noch nicht fertig, da bleibt noch genug für viele weitere Achs (7ff.).