Archiv der Kategorie: Garten und Natur

Brennholz-Management

Ich bin Rentner. Rentner, so bekomme ich öfters von Angehörigen der arbeitenden Minderheit zu hören, schlagen sich, um die Zeit totzuschlagen, mit Scheinproblemen rum, mit Rentnerproblemen halt. So wird, wenn ich berichte, welche Probleme ich mit dem Management des Brennholzes haben, der eine oder andere denken: Rentnerprobleme, klarer Fall.

Früher, als ich noch gearbeitet habe, war die Sache mit dem Kaminholz ja auch noch viel einfacher. Wir hatten schon in den 80er Jahren einen Kaminofen, zuerst einen Franklin-Kaminofen, ….

…, typischer Anfängerfehler: Hübsch anzusehen, aber ansonsten sehr problematisch. in den ersten Jahren jedenfalls war die Beschaffung von Brennmaterial noch kein Problem, denn außer uns hatte fast niemand so einen Ofen. Da kam dann beispielsweise der alte Herr von Gegenüber und sagte: „Hür ens, Jung, isch hann der aale Prummeboom ömjeläd. Willste der hann? Isch kann dir de Boom och kleen schnigge, ….“ – Und schon lag wieder eine Menge Holz im Garten. Dann ließ die Schwiegermutter 7 Tannen fällen, wir ließen eine 70 Jahre alte Douglasie fällen, anschließend den Holunder, die drei Birken, die beiden Tannen – lauter Bäume, die wir in der irrigen Annahme, unser Garten sei ja soooo groß, selbst angepflanzt hatten.

Heutzutage ist Brennholz bekanntlich teuer und geschenkt bekommt man gar nichts mehr. Mindestens zwei Raummeter brauchen wir pro Winter, dazu das, was der Garten so abwirft, vorige Woche z.B. eine Birke, die verdorrt war.

Wer jetzt noch nicht das Problem sieht, der hat entweder keinen Garten oder keinen Kaminofen. Denn bevor Holzscheite nebst Anmachholz dekorativ neben dem Ofen stehen, steht einiges an.

Vor allem die Frage: Wohin mit dem Holz? Das frisch geschlagene Birkenholz ist noch zu feucht, im Gartenschuppen lagern die zwei Raummeter trockenes Holz, im Keller ist nur für einen Teil Platz. Der Rest kam deswegen an die Hauswand:

Hätte ich einen Container kommen lassen und die ganzen kleineren Äste und Zweige da hinein geworfen, wäre der Fall erledigt gewesen. Aber Holz, wie gesagt, ist teuer geworden. Container auch, also wird auch das etwas Dünnere verwertet. Das ganz Dünne auch.

Hier die brauchbaren Teile der Birke:

Die liegen auf einem eigenen Haufen, weil sie ja noch abtrocknen müssen. Auch die Äste der ausgedünnten Haselnusssträucher (und etwas Buchsbaum davor) müssen noch abtrocknen:

Schon trocken hingegen Buchenästlein von der Buchenhecke. Die müssen nur auf die richtige Länge gebracht und dann in Kisten im Keller gelagert werden. Soll ja strohtrocken sein, das Anmachholz.

Dann gibt es noch den Haufen „Sonstiges“. Muss auch noch abtrocknen, wird eventuell im Sommer in der Feuerschale verbrannt:

Und der Haufen mit den trockenen Holzresten von einer Wildpflaume, der lagert schon an der Hauswand, etwas geschützt vor Regen, weil es als nächstes kleingehackt werden muss und dann in den Keller kommt:

Hab ich noch was vergessen? Klar, den Haufen mit den ganz dünnen Haselzweigen. Aber die kommen in die braune Tonne. Und die Holzscheite im Heizkeller, die habe ich auch vergessen. Da mache ich einen Versuch, ob man Holzscheite mit einer Restfeuchte von über 20% nicht zwischen Öltank und Warmwasserboiler trocken bekommt. Das darf allerdings der Schornsteinfeger nicht sehen, wenn der im Januar kommt, muss vorher das Holz weg ….

Man sieht, das Bereitstellen von immer der richtigen Menge an knochentrockenem Kaminholz erfordert den dauernden Einsatz von Hirn und Muskeln. Lohnabhängige und Selbstständige, die Fulltime schuften, haben vermutlich einen Gärtner. Vielleicht lagern sie auch die Scheite nur dekorativ neben dem dekorativen Kaminofen, in dem nur dann ein dekoratives Feuer gemacht wird, wenn mal Gäste kommen. Aber sonst braucht es halt einen Rentner, der sich um all das kümmert.

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Bums, da fiel die Birke um

Schon wieder hat es einen Baum erwischt. Nein, nicht es hat die Birke erwischt, sondern ich habe sie erwischt. Mit der Kettensäge, schwupps, schon war sie ab und fiel fast genau in die vor berechnete Richtung. Fast, ein paar Grad Abweichung genügten und die Birke fiel auf die Hecke.  Das war der alten und soliden Hecke ziemlich egal, aber die Birke ist hin. Soweit ich die Jahresringe zählen konnte, mindestens 50 Jahre alt, aber sie hat wohl keinen besonders guten Standort gehabt, jedenfalls war sie etwas mickrig und hatte keine 1,20 m Stammumfang, ich brauchte also keine Fällgenehmigung von der Stadtverwaltung.

Die Fällgenehmigung hätte ich problemlos bekommen, denn die Birke war im Frühjahr eingegangen, von einer Woche auf die andere sind alle Blätter braun geworden. Die meisten Äste oben waren morsch bis sehr morsch. Und weil ich schon im Frühjahr direkt daneben eine neue Birke gepflanzt habe, könnte ich mich jetzt als vorbildlicher nachhaltiger Gartenförster bezeichnen. Kann ich aber nicht, denn für die Natur wäre es besser gewesen, ich hätte die Birke langsam vor sich hinfaulen lassen. Die Wildtauben, die oft in den Zweigen saßen, werden schon ein neues Lieblingsplätzchen finden, aber der Buntspecht, der gerne im morschen Holz nach Nahrung suchte, wird sich umorientieren müssen. Zum Glück für den Buntspecht haben wir noch eine kranke Birke, die bleibt jetzt stehen.