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Das Ende der Schalter-Vielfalt

Wenn der Rentner nichts zu tun hat, sucht er sich Arbeit. Andere sagen dann hinter vorgehaltener oder ganz ohne vorgehaltene Hand: Was der wieder für einen Blödsinn macht …

Der Blödsinn der Woche besteht im Austausch von Lichtschaltern und Steckdosen. Nicht etwa, weil die vorhandenen nicht bestens funktioniert hätten. auch nicht, weil die vorhandenen hässliche Gebrauchsspuren gehabt hätten. Nein, sie passten nur nicht zueinander. Es gab im Haus nämlich diese Schalter:

Ach, sind die schön nostalgisch! Wahrscheinlich so alt wie das Haus, also rund 80 Jahre. Funktionieren auch, nicht alle perfekt, aber mit etwas Gefühl geht das Licht dann an. Leider gibt es die Sorte nicht mehr. Zwar Nachbauten in hoher Qualität zu einem ebenso hohen Preis (ca. 50 € pro Schalter), aber die sind reinweiß und nicht cremeweiß wie die alten. Die bleiben drin. Wär ja doch schade.

Dann diese Sorte, wahrscheinlich aus de 70er Jahren. Die kommen alle raus:

Und werden durch diese Sorte ersetzt:

Die sind wohl eingebaut worden, als 1982 das gesamte Haus von Grund auf renoviert worden ist. Gelten heute schon als Designklassiker und sind, da von einer guten deutschen Marke, immer noch unverändert erhältlich.

Das Vorhaben erwies sich als schwieriger, als der Rentner sich das in seiner Naivität so vorgestellt hatte. Nachdem die Steckdosenleiste in der Küche erneuert war, funktionierte – na so was! – der Kühlschrank nicht mehr, obwohl der doch an einer anderen Steckdose hängt. Da hatte das lila Kabel, das ich abgepitscht habe, doch eine Funktion! Und da die Deckenlampe im Flur sich weigerte, auf die neuen Schalter zu reagieren, lernte ich den Unterschied zwischen einem Kreuzschalter und einem Wechselschalter kennen …

Leider ist der Mensch ein fürchterliches Gewohnheitstier. Kaum sind die neuen Schalter ein paar Tage drin, fallen sie schon gar nicht mehr auf.

Rostiges Zaun-Gitter

Drei Jahre habe ich überlegt: Was mache ich nur mit den wahrscheinlich 90 Jahre alten Zaungittern? Sie rosten, die Farbe blättert überall ab. Teilweise wurde das züchtig durch die Buchenhecke überdeckt, aber da wegen der Trockenheit die Buchenhecke immer löchriger wird, sticht der alte Zaun immer mehr ins Auge.

Neu anstreichen, ganz einfach. Es handelt sich aber leider um 13 Gitter a 24 Stäben (so viele, weil es sich um ein Eckgrundstück handelt) plus einem Gartentürchen und einem Garageneinfahrts-Tor. Für das erste Gitter, das ich mutig in Angriff genommen habe, habe ich eine Woche gebraucht: Alte Farbschichten abschleifen, grundieren, zweimal mit Dunkelgrün anstreichen.

Dabei kamen mir Bedenken.

Einerseits passierte es öfters, das Leute aus dem Dorf, wenn sie mich da so pinseln sahen, meinen Fleiß und meine Ausdauer lobten. Andererseits kam mir, als die Streich- und Schleifwochen-Wochen ins Land zogen, immer öfters der Gedanke: Bist du eigentlich bekloppt?

Aber was ist die Alternative? Ein neuer Zaun aus massivem Stahl wäre arg teuer und müsste vom Metallbauer nach dem alten Vorbild speziell angefertig werden. Nach altem Vorbild, denn so einen modischen Doppelstabgitterzaun finde ich nicht so toll. Und ein Malermeister? Würde sich mit dergleichem wahrscheinlich nur abgeben, wenn er dringend nach Aufträgen sucht. Und bei dem vermuteten Stundenlohn …

Also selbst schleifen und anstreichen. Die Mehrzahl ist geschafft, ein Ende ist absehbar. Aber wenn alles angepinselt ist, müssen die Schäden an den Pfeilern behoben werden. Es sieht nicht überall so schlimm aus, wie auf dem Bild unten, wo vermutlich mal ein Traktor oder LKW gegen gedonnert ist, aber zu tun bleibt da genug. Grund genug, erst mal eine Sommerpause einzulegen ….

Sommerarbeit

Man kann an den heißen Tagen mit dem Auto stundenlang über die Autobahn fahren, um dann in einer Sommerfrische zu landen, wo man schnell merkt, dass andere auf die gleiche Idee gekommen sind. Man kann auch nur ein Stückchen fahren, zum Baggersee, wo schon auf dem Parkplatz das Chaos herrscht.

Oder früh aufstehen und den Gartenweg in Angriff nehmen, der schon länger auf der Liste steht:

Porphyr-Polygonalplatten – im Geschäft hatte ich immer Probleme, die Wörter ohne zu Stottern rauszubringen. Die quadratischen Beton-Pflastersteine, die man im Vordergrund sieht, sind nur noch „so ähnlich“ zu erhalten, drum fiel die Entscheidung für die Naturstein-Platten, die auch auf der Gartenterrasse liegen. Scheinen nicht modern zu sein derzeit, die Porphyr-Polygonalplatten.  Denn der nächste Baustoffhändler musste sich erst nach einem Lieferanten erkundigen (der dann einen viel zu hohen Preis wollte), Bauhaus nahm die Bestellung dankend an, konnte dann aber nicht liefern und erst der Hornbach ließ uns nach einer Woche eine Palette vor die Tür stellen.

Noch ein paar Tage Matscherei mit Beton und Puzzelei mit schweren XXL-Puzzleteilen – dann ist der Weg fertig.