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Birken und Baumschutz

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Beim Sägen und Holzspalten heute hatte ich genug Zeit, um über die Baumschutzsatzung nachzudenken. Immerhin ist das Thema für mich weiter aktuell, denn die beiden Birken auf diesen Fotos werden auch noch dran glauben müssen, weil die Kronen verdorren und  Äste herunterfallen.

Zuerst habe ich mich gefragt, ob die ganze Baumschutzsatzung überhaupt eine Wirkung hat. Dürfte ich dergleichen als Bürger, würde ich so eine Art parlamentarischer Anfrage an den Rat der Stadt Kerpen stellen und nachfragen, wie viele Bäume im Laufe der letzten 10 Jahre aufgrund der Baumschutzsatzung vor dem Fällen gerettet worden sind. Wahrscheinlich kein einziger, denn entweder es wurde ein Fällgenehmigung erteilt oder es wurde schwarz gefällt oder der Baum mit Tricks absichtlich krank gemacht – eine Methode, von der mir ein Nachbar erzählte.

Dann geriet ich mehr ins juristische Grübeln. Wieso eigentlich hat, wenn es um Bäume in privaten Gärten geht, der Naturschutz einen höheren Rang als der Schutz des Privateigentums? Gehört mein Baum nur dann mir, wenn es darum geht, die Blätter vom Bürgersteig zu entfernen? Und ob es juristisch haltbar ist, dass die Stadt mir nicht nur vorschreibt, welche Bäume ab welchem Stammumfang erhaltenswert sind und welche nicht (Nadelbäume z. B. dürfen generell gefällt werden, offenbar auch die drei uralten Mammutbäume, die ein Nachbar in seinem Garten stehen hat …), sondern mir auch vorschreibt, welche Bäume ich – falls eine Fällgenehmigung erteilt worden ist – als Ersatzpflanzung zu pflanzen habe. Nur einheimische, echte deutsche Bäume sind erlaubt, zwei deutsche Eichenarten, aber nicht die fremdländische Platane; auch bei Obstbäumen ist die Sorte genau festgelegt. Dumm: die 10 Obstbäume, die ich letztes Jahr gepflanzt habe, sind in dem Katalog der erlaubten Bäume nicht enthalten. Erlaubt ist nämlich nur der Naturschutz, der dem Naturschutz entspricht, den die städtische Obrigkeit dem Bürger verordnet.

Die Obrigkeit in ihrer Weisheit muss den dummen oder renitenten Bürger davon abhalten, sich an der Natur zu vergehen. Ob es in Frankreich oder Italien auch eine Baumschutzsatzung gibt? Wohl kaum, dergleichen scheint mir eine deutsche Spezialität zu sein. Mag die Obrigkeit schwarzweißrot, braun, rot oder halt grün daher kommen.

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Krach bum, da fiel die Birke um

Kein Antrag auf Fällerlaubnis war nötig, keine Schwarzfällung im Morgengrauen – unsere Birke ist gar kein schützenswerter Baum. Schützenswert ist nach Ansicht der Verfasser der Baumschutzsatzung der Stadt Kerpen ein Baum erst dann, wenn er mehr als 120 cm Stammumfang hat, und zwar in 1 m Höhe gemessen. Und wenn ich das Maßband ganz, ganz stramm angezogen habe, dann … war es knapp … ganz knapp … fast ….

Da liegt er also, der Baumstamm, und da wartet schon einiges Holz darauf, nach der Trocknung verbrannt werden zu dürfen:

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