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Reisen, Ausflüge

Am Strand

In der Ferne lockt der Strand, der den schönen Namen Amió trägt. Ende September, letztes Saison-Wochenende: Ein paar Leute sind da, genießen die Sonne, baden im noch warmen Meer. Viel Platz, die einzige Bar – mehr eine Bude mit ein paar Stühlen davor, liegt ein Stück weit entfernt und hat im September schon geschlossen.

Ein ganz ruhiger Ferienort, von einer fast schon nostalgischen Ruhe. Direkt oberhalb des Strandes liegen die Kühe faul auf der fetten Wiese rum. Nach einem halbstündigen Spaziergang über Wiesen und durch ein Wäldchen mit knorrigen, immergrünen Kork-Eichen mit ihren stacheligen Blättern gelangt man über eine steile, rutschige Treppe an die Mündung des Flusses Tina Mayor, die Ría de Tina Mayor, die Grenze zwischen Kantabrien und Asturien.

Ribadesella

Am Strand von Ribadesella. Herrliches Wetter, herrlicher Sandstrand, wenige Menschen. Wir schauen nach links:

Da sind schon ein paar mehr Leute, aber man sieht, wie groß der Strand ist, außerdem die schönen Villen, die die gepflegte Uferpromenade säumen.

Wir schauen nach rechts:

Der Berg mit der Kapelle, der Leuchtturm, die Mündung des Flusses Sella ins Meer.

Nein, die Bilder lügen nicht, Ribadesella ist tatsächlich ein sehr angenehmer und schöner Strandort. Nur in einem Punkt lügen die Bilder dann doch wieder ein wenig: Nach diesem Tag versank Ribadesella nämlich für fast eine Woche in Nebel, Niesel, Schauerwetter.

Mosel im Dezember

Ist schon seltsam, so ein verlängertes Wochenende an der Mosel im Dezember. Mag sein, dass ein Mosel-Wochenende im August auch seltsam ist. Das kann ich nicht beurteilen, ich war nämlich jetzt zum ersten Mal an der Mosel – bislang kannte ich die nur etwa 160 km entfernte Mosel hauptsächlich von der Autobahnbrücke oder von 2 oder 3 Aufenthalten in Trier, die eigentlichen Moseldörfer mit ihren steilen Berghängen kannte ich nur von Bildern.

Also: Auf zur Mosel. Müsste doch ganz einfach sein, da eine gescheite Unterkunft zum günstigen Preis zu bekommen, wer fährt im Dezember schon an die Mosel? War es aber nicht: Erstens waren die Preise hoch, zweitens viel ausgebucht. Komisch, habe ich nicht verstanden.

Das war freilich, wie sich alsbald zeigte, ziemlich weltfremd. Weihnachtsmärkte heißt das Stichwort, die Mosel und ihre bekannten und beliebten romantischen Weihnachtsmärkte. Allseits bekannt, nur bis zu mir hatte sich das noch nicht rumgesprochen. Und so landeten wir, die wir um jeden Weihnachtsmarkt einen großen Bogen machen, in Bernkastel-Kues, Ort eines der größten und meistbesuchtesten Weihnachtsmärkte der Region.

Zum Glück hatten wir einen Fehler gemacht. Man weiß ja nie, wozu Fehler gut sind. Diesmal hat uns der Fehler davor bewahrt, mitten im Weihnachtsmarktgetümmel zu wohnen. Ich hatte nämlich nach einer Unterkunft mitten im Ort gesucht. So recht im Herzen einer winterleeren romatischen Mosel-Kleinstadt. So fiel die Wahl auf eine großzügige Ferienwohnung in einem alten, aber frisch renovierten Haus im Ortszentrum, Bernkastel-Kues, Hauptstrasse 125.  Wie schön, dass nicht das Ortzentrum von Bernkastel-Kues gemeint war, sondern das Ortzentrum des eingemeindeten Ortsteils Wehlen, genau, der Ort, wo die „Wehlener Sonnenuhr“ herkommt.

Zum Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues sind wir dann doch gefahren, irgendetwas muss man ja machen an einem regnerischen Samstagabend an der Mosel. Waren dann positiv überrascht, tatsächlich ein angenehmer Weihnachtsmarkt, sorgfältig eingepasst in die gepflegte Altstadt.

Wenn nur der Regen nicht gewesen wäre, der auch am nächsten Tag nur stundenweise aufgehört hat. So kauften wir bei 3 Weingütern die eine oder andere Flasche ein, Riesling direkt vom Produzenten, alle angeblich superhüpergut zu Preisen ab 8,80 €, d.h., die für unter 10 € waren in den Ecken versteckt. So gönnten wir uns und den Winzern etwas. Wenn in der Ferienwohnung nur ein Korkenzieher gewesen wäre. Ein Ferienwohnung an der Mosel ohne Korkenzieher, ein Skandal! Zum Glück hatte eine Flasche so einen neumodischen Glaskorken.