Eine gute Currywurst

Sonntagsausflug in die Eifel, Besuch einer Ausstellung in einem schönen Kunstzentrum. Interessante Bilder, gut gemalt, aber das interessiert meinen Magen überhaupt nicht. Ich habe Hunger.

Eine Künstlerin, die am Ort wohnt, hat in der Ausstellung Aufsicht. Die muss sich doch hier auskennen, denke ich. Nun gibt es dort ein „alternatives“ Restaurant, das sich „Freistaat Eifel“ nennt. „Medaillons vom hiesigen Wildschweinrücken, gerade vom Jäger gebracht, auf Rübstiel-Kartoffel-Durcheinander“ kann man im „Freistaat“ essen. Ist mir zu affig und zu teuer. Und weil ich vermute, dass die Frau mich genau in dieses Restaurant schicken wird, wenn ich sie frage, wo man hier denn etwas essen könne, sage ich: „Wo bekomme ich hier denn eine gute Currywurst!“

Der Blick! Diese Mischung aus Entsetzen und Verachtung! Herrlich, ich liebe so etwas…

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Steter Tropfen leert den Pott

Geschafft: Die Flasche ist leer. Das hat mindestens 4 Jahre gedauert. Ich weiß gar nicht mehr, wer den guten „Pott“ angeschleppt hat, irgend ein Grillfest muss es gewesen sein. Da wurde die Flasche auch aufgemacht, jemand hat ein Gläschen getrunken. Dann stand sie da.

Für manche kein Problem. Die trinken Grog oder mixen Cocktails. Oder trinken alles, was ordentlich in die Birne knallt. Für mich als Fast-Nicht-Alkoholiker aber nicht so einfach, zumal das Zeugs im Gegensatz zu einem richtigen guten Rum ja auch nicht so besonders schmeckt.

Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, abends ins Wasserglas eine Spur Rum reinzuschütten, damit das Wasser nicht so langweilig schmeckt. Außerdem passt Rum auch zu Schokolade und ein Spielfilm ohne Schokolade ist nun mal nur das halbe Vergnügen.

Aber die Flasche wollte und wollte nicht leer werden. Um Neujahr stand der Rum noch vielleicht 3 Zentimeter hoch in der Flasche – das müsste doch zu schaffen sein, spätestens Ostern ….

War noch zu positiv, die Hochrechnung mit Ostern, aber jetzt, wie gesagt, ist der letzte Tropfen verkonsumiert.

Als nächstes wäre nun eine Flasche Gin dran, auch das so ein Mitbring-Geschenk. Gin soll groß in Mode sein. Schmeckt schauderhaft, das Zeugs, halte ich als Gin-Banause dagegen. Den Gin werde ich nicht leer machen, den werde ich irgend jemandem andrehen.

Noch so ein Upcycling-Ding

Endlich fertig. Das Ding hat mich eine ganze Weile genervt. Tochter und Schwiegersohn haben die Gartenbank angeschleppt. Ihr Vermieter wollte das Ding auf den Müll werfen, ich könne doch sicherlich …

Können und wollen sind bekanntlich zwei ganz verschiedene Sachen. Lust hatte ich keine, denn die Teile aus Gusseisen waren total verrostet, das gesamte Holz verrottet. Also erst mal: Entrosten, Rostschutz auftragen, dann zweimal anstreichen. Ging relativ flott.

Dann das Holz. Wieder Fichte-Kiefer-Tanne zu nehmen, wäre recht sinnlos gewesen, so was verrottet halt schnell. Im Keller waren aber noch einige Reststücke von den Terrassendielen, schönes haltbares Garapa-Holz. Ein leider sehr hartes Holz, bei dem man zum Bohren besser Metallbohrer als Holzbohrer verwendet. Mit Hilfe der Kreissäge und diverser Schleifmaschinen mussten aus den breiten Terrassendielen geeignete schmale Streifen gesägt und dann geschliffen werden, damit man auch gut drauf sitzt.

Als ich mit dieser Arbeit fast fertig war, vor Ostern, las ich zufällig in einem Prospekt, dass es so ähnliche Dinger für 60 Euro gibt. Funkelnagelneu und frei Haus. Darauf blieb die Bank liegen.

„Jetzt mach doch endlich die Bank fertig“, hörte ich darauf des öfteren. Irgendwann hatte ich den Satz oft genug gehört und hab mich wieder dran gegeben. Fertig schleifen, dann das Holz zweimal ölen. Und wenn schon Upcycling, dann richtig: Statt der auf Dauer rostenden verzinkten Schrauben kamen Edelstahlschrauben rein. Jetzt darf nur niemand kommen und die Wahrheit sagen: Solche Nostalgie-Bänke sind Pippifax und stehen in jedem zweiten Garten dumm rum.