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Pfadfinder unterwegs

Lange Ende-Februar-Wanderung durch die Asturischen Berge. Was ich so lange nenne: 5 Stunden – andere wandern sich da gerade erst warm.

Fünf Stunden, ohne auch nur von weitem einen Menschen zu sehen, nur einem Wildpferd sind wir begegnet. Im noch etwas matschigen Weg waren Spuren eines Hundes. Hund? Gehen Hunde alleine spazieren, weit entfernt vom nächsten bewohnten Haus? Alleine, denn Fußabdrücke von Menschen gab es nicht. Ein Wolf? Durchaus möglich, meinte später der Nachbar. Wölfe allerdings gehen nicht spazieren, sie kommen von den höheren, wilderen Bergen herunter, weil sie das eine oder andere Schaf oder Kalb umbringen wollen. Leute, die ein romantisch-verklärtes Bild vom Wolf haben, dürften die Sache anders ausdrücken, aber dem Wolf geht es halt um nichts anderes, wenn er in die Nähe von Menschen und Herden kommt. Hundefutter aus der Dose würde er bestimmt auch fressen, doch sowas kriegen hier noch nicht einmal die Hunde vorgesetzt…

Den Weg zu unserem Ziel zu finden, ist nicht einfach. Wegweiser, Hinweisschilder, Markierungen, wie man sie in der Eifel oder der Schweiz überall findet, gibt es hier nicht, jedenfalls nicht im Bezirk Cabrales. In der Nachbargemeinde, Onís, ist der Wander-Fortschritt schon ein wenig fortgeschritten: Man hat dort unlängst eine Reihe von Trampel- und sonstigen Pfaden mit bordeaux-roten Schildern zu Wanderwegen upgegradet. Einige freilich waren Kühen oder traktorfahrenden Kuhhütern im Weg…

In Cabrales gibt es nur einen markierten Weg – und den sind wir gegangen. Er führt zu einem einsam gelegenen Stall namens Bustaselvín. Wer den Ort googelt, findet bei Wikimedia ein Foto, das ich gemacht habe – wie das dort hingekommen ist, kann ich mir nicht so recht erklären, wäre Stoff für einen eigenen Blogbeitrag.

Dieser Weg jedenfalls ist mit gelben und weißen Strichen markiert. Ab und zu. Manchmal, wenn gerade kein Stein in der Nähe war, kann man nur raten, wo es weiter geht. Oder man verwechselt eine gelbe Markierung mit einer gelben Flechte.


Warum kann man nicht einfach Pi-mal-Daumen zu seinem Ziel gehen? So hochalpin ist die Gegend doch gar nicht, her eine hüglige Alm. Greenhörner – und naturgemäß haben wir auch mal dazu gezählt – wollen einen steilen Anstieg vermeiden oder probieren Abkürzungen. Geht schief, immer: Entweder landet man in einem etwas sumpfigen Gebiet oder steht plötzlich vor einer Felsspalte. Meist aber landet das abkürzungswillige Greenhorn in einem dichtem Gestrüpp aus Stechginster und lernt schnell, dass die Stacheln dieser Ginsterart auch durch Hosen hindurch stechen. Schon etwas schlauere Wanderer folgen den Pfaden, die die Kühe getrampelt haben. Die merken dann, dass Kühe ohne zu zögern auch durch tiefen Matsch gehen und dass ihr Ziel nicht eine Passhöhe oder ein fotografierwürdiger Felsen ist, sondern ein Wasserloch – wo der Kuhweg dann endet.

Dahinten, wo die Wölkchen sind, ist übrigens das Meer. Aber das wären dann noch einmal 20 Kilometer Berg-und-Tal mehr gewesen.

Leckeres Vollholz

Dieses Beistell-Tischlein habe ich vor 12 Jahren gebaut: Eschenholz, die Platte aus dem Kastanienholz, das den Fußboden des Heubodens gebildet hat. Und urplötzlich, wie aus dem Nichts, haben die Holzwürmer entdeckt, dass das Eschenholz offenbar gut schmeckt: Jede Menge Löcher.

Die Löcher habe ich jetzt zugeschmiert und das Tischlein ein paar Tage in die Sonne gestellt, heiße und trockene Luft gefällt den Viechern ja nicht, heißt es. Und falls das nichts hilft und es seinen Weg in den Holzofen finden wird, wird es hiermit schon mal virtuell festgehalten.

Am Strand

In der Ferne lockt der Strand, der den schönen Namen Amió trägt. Ende September, letztes Saison-Wochenende: Ein paar Leute sind da, genießen die Sonne, baden im noch warmen Meer. Viel Platz, die einzige Bar – mehr eine Bude mit ein paar Stühlen davor, liegt ein Stück weit entfernt und hat im September schon geschlossen.

Ein ganz ruhiger Ferienort, von einer fast schon nostalgischen Ruhe. Direkt oberhalb des Strandes liegen die Kühe faul auf der fetten Wiese rum. Nach einem halbstündigen Spaziergang über Wiesen und durch ein Wäldchen mit knorrigen, immergrünen Kork-Eichen mit ihren stacheligen Blättern gelangt man über eine steile, rutschige Treppe an die Mündung des Flusses Tina Mayor, die Ría de Tina Mayor, die Grenze zwischen Kantabrien und Asturien.