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Es grünt so schön

Vom Schmelzkäse ins Land der edlen Berg-Schimmelkäse:

Ach, wie grün waren die Wiesen im nördlichen Spanien! Den ganzen Sommer über, berichtete der Nachbar, war es eher kühl und regenreich. Die Kühe fressen nur das Leckerste, so reichlich sprießen Gräser und Kräuter dieses Jahr – die beste Heuernte seit langem!  Sollte das eine Folge dessen sein, was man in Deutschland Klimakatastrophe und anderswo Klimawandel nennt,  dann finden die Nordspanier das einfach prima. Nur die Hoteliers und Strandbudenbetreiber nicht. Man sieht, auch der Klimawandel kann es halt nicht allen recht machen.

 

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Böse Bauern

Einige Hektar stehen in Flammen. Das kommt im Frühjahr im spanischen Asturien häufig vor. Der Feuerwehr-Hubschrauber kommt, immer wieder, das Feuer wird mit viel Wasser gelöscht. Nachts brennt es dann wieder, direkt daneben. Diesmal kommt kein Hubschrauber. Gut so, sagen die Bauern, diese Hänge da mussten dringend abgebrannt werden, Stechginster, Brombeeren, Adlerfarn, das überwuchert alles. Und was sollen unsere Kühe fressen? Weg mit dem Gestrüpp, sonst …

Ja sonst müssen die Bauern Viehfutter dazu kaufen, das ist teuer, dann lohnt sich die Viehzucht in den Bergen nicht mehr, dann überwuchert hier alles.

Prima, sagt der Nicht-Bauer, dann kann sich auf den Bergen endlich die Natur ungestört entfalten. Und schon sieht er ringsum sprießende Neo-Urwälder vor seinem inneren Auge.

Warum nicht?

Das Problem ist, dass die die Wildnis liebenden Nicht-Bauern weder Veganer sind noch Jäger und Sammler, die auf der Suche nach Nahrung durch die Wälder streifen. Sie wollen Milch, Käse und Rindfleisch kaufen. Die Bergbauern werden also nicht alle in Rente gehen, wenn sich in den Bergen die traditionelle Viehzucht, bei der die Kühe von April bis Ende Oktober alleine mit ihren Kälbern auf den „Almen“ sind, die restlichen Monate die Wiesen im Tal abfressen und nur bei ganz schlechtem Wetter mal im Stall bleiben müssen, wenn sich diese Viehzucht nicht mehr lohnt.

Wenn die Sommerweiden in den Bergen ausfallen, werden die Bauern die Viehhaltung in die Täler verlegen, in große Ställe, weil sich die Tierhaltung mit gekauftem Futter sonst nicht lohnt, in Ställe, die die Tiere das ganze Jahr über gar nicht oder kaum verlassen. Das Übliche halt.

Es mag paradox klingen: Diejenigen, die von Natur und Wildnis schwärmen und die die Hänge abbrennenden Bauern zu bösen Buben erklären, fördern die Art der Tierhaltung, die sie eigentlich ablehnen.

 

Asturias – Paraiso natural

Es ist schon eine Weile fertig, aber man kommt ja zu nichts. Jetzt aber der Hinweis darauf, dass das zweite Heft von unserem Online-Magazin B27 fertig ist.

Es enthält eine Menge Fotos, die Roswitha Mecke in Asturien gemacht hat.

Viel Spaß beim Blättern und ansehen!