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Der Rat der Stadt Kerpen hat aufgrund der Gemeindeordnung für das Land NordrheinWestfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 13.08.1984 (GV NW S. 475/SGV NW 2023), zuletzt geändert durch das Rechtsbereinigungsgesetz 1987 NW in der Fassung der Bekanntmachung vom 12.10.1987 und des § 45 des Gesetzes zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Entwicklung der Landschaft (Landschaftsgesetz – LG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. Juli 2000 (GV.NRW.S.568), zuletzt geändert durch Gesetz vom 1. März 2005 (GV.NRW.S.191) in seiner Sitzung am 13.09.2005 nachfolgende Satzung beschlossen:

Nach dieser imposanten Einleitung folgt als Motto über der „Baumschutzsatzung der Stadt Kerpen“, die immerhin 8 eng bedruckte Seiten umfasst, der Satz: „Eine Stadt ist so reich, wie ihre Bäume zahlreich sind“. Eine alte Volksweisheit, meint der Rat der Stadt Kerpen, und ist damit nicht alleine. Auf anderen, ähnlichen Seiten heißt es gar: „Eine mittelalterliche Volksweisheit“. Nun gut, nun kann man vom Rat der Stadt Kerpen, der so sehr damit beschäftigt ist,  die ganzen Verordnungen und Paragrafen der Einleitung zu verarbeiten, nicht noch verlangen, die Volksweisheit, der der Bürgere sich zu Herzen nehmen soll, mal kurz zu googeln. Aber Google findet tatsächlich nur einen einzigen Beleg für diese Weisheit außerhalb von Baumsatzungen und ähnlichem – und der ist in einem Buch über Naturschutz aus dem Jahre 1995, geschrieben von einem Forstwissenschaftler und Jäger, der 1969 mit der Arbeit „Der Hannoversche Schweißhund als Beispiel der Entwicklung eines deutschen Jagdhundes“ promoviert hat – eine gewiss verdienstvolle Untersuchung, in der freilich das Forschen nach bis dato unbekannten mittelalterlichen Volksweisheiten keine besonders große Rolle gespielt haben dürfte.

Aber wie dem auch sei, hoffen wir mal, dass die Stadt Kerpen wenigstens in der mittelalterlichen Baum-Währung reich ist  (in der heutzutage gemeinhin gültigen Währung ist Kerpen jedenfalls hoch verschuldet und trotz eines 2008 großartig verkündeten „Entschuldungskonzepts“ wird sich der Schuldenstand 2016 wieder um einen Rekordbetrag erhöhen).

Hm, jetzt habe ich mich doch vom Thema abbringen lassen. Die Frage, ob meine Birken nach der gültigen Baumschutzsatzung der Stadt Kerpen gefällt werden dürfen,  wird also im nächsten Beitrag diskutiert werden. Hier schon mal ein Bild eines der zu fällenden Objekte:

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