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Als ich noch jung und dynamisch war

Schlechtes Wetter draußen, Zeit drinnen aufzuräumen. Dabei bin ich bei alten Bildern hängen geblieben. Ach, ach, das war 1982: Kampf des Seglers mit Wind und Welle. War aber so kämpferisch gar nicht, denn der See, auf dem wir damals gesegelt sind, ist so klein, dass gar keine Welle entstehen kann.

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Pescado Blanco – Erinnerung an einen Fisch

0Der Pescado Blanco (petunia splendia) ist eine Buntbarsch-Art, die nur im Lago Petén Itzá herumschwimmt, folglich auch nur dort gefangen und gegessen werden kann. Man hat wohl zu viel gefangen, weshalb die Taiwanesische Entwicklungshilfe Nachwuchs in großen Becken züchtet. Gerade sind wieder 10 Millionen Fischlis ausgesetzt worden. Der Lago Petén Itzá ist mit seinen 100 qkm größer als der Chiemsee und doppelt so groß wie der Ammersee, und es treiben sich dort außer einer Handvoll Krokodile sicher auch noch andere Fischarten herum, der Pescado Blanco ist aber nun mal die Spezialität der Region und die meisten Lokale auf der Insel haben ihn auf der Speisekarte stehen, meist ganz unten, wo die teuersten Gerichte aufgelistet sind, denn 12 – 15 € muss man dafür schon auf den Tisch legen, was für dortige Verhältnisse sehr viel ist.
Ich esse nicht gerne Fisch, und wenn er teuer ist, erst recht nicht. Dann bestelle ich mir lieber einen Hamburger nach Art des Hauses – die schmecken in Guatemala immer gut.
Aber eines Tages haben haben wir uns zu mehreren für den ganzen Tag eine „Lancha“ gemietet, einen der typischen flachen Holzkähne mit Außenborder, die von einem „Lanchero“ gesteuert wird – in unserem Falle ein junger Bursche, der den Job erst seit 3 Monaten macht.
Bei dem dort üblichen schwachen Wind und flachen Wasser ist das Lancha-Fahren aber wirklich keine Kunst, und so tuckern wir lange am Ufer entlang, beobachten Wasservögel, bleiben eine Stunde an einem Badeplatz und so weiter. Herrliches Wetter, herrliche, gemütliche Tour.

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Seeluft macht hungrig, der Lanchero weiß Rat: Doña Rosas Comedor. Wir fahren dort vorbei, einer der Muttersprachler bestellt einen Tisch und auch schon mal die Hauptgerichte, damit Doña Rosa Zeit für die Vorbereitungen hätte. Ich mache derweil Fotos vom Ufer und den Strassen und von einem Schwein, das an einem Baum angeleint ist. Ein schwieriges Unterfangen, denn das blöde Schwein wollte sich nicht fotografieren lassen und zog sich immer in den Schatten eines Holzstalles zurück, aus dem ein kleines Pferd oder ein großer Esel schauten – irgendetwas in der Richtung. Deshalb hatte ich keine Zeit, mir den Comedor anzusehen und mich um die Bestellung zu kümmern.

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Comedor heißt ja eigentlich Speisesaal, in Guatemala aber nennen sich auch Betriebe so, in denen Frauen unter einem Dach irgendetwas bruzzeln, das die Gäste dann auf einer Terrasse oder an einfach irgendwo hingestellten Plastikstühlen und Tischen verzehren, ziemlich basic, könnte man sagen, aber andererseits praktisch, denn bei der dort üblichen Hitze ist das Kochen in einem abgeschlossenen Raum kein Vergnügen und das Essen unter einem schattenspendenden Baum oder Palmblatt- oder Plastikfolien- oder Wellblechdach recht angenehm.
Solch ein Comedor ist auch der Comedor von Doña Rosa, die Terrasse recht hübsch mit Blick auf den See, die Küche offen, daneben eine Art großer Sitzecke, in der Männer sitzen, die im Fernsehen den Bayern aus München bei Endspiel um irgendeine Trophäe zuschauen, daneben eine große Menge leerer Bier- und Colakisten, eine Reihe Hühner, die längst dem letzten Grashalm den Garaus gemacht hatten.
Für mich war auch Fisch bestellt, den berühmten Pescado Blanco sollte ich mir doch nicht entgehen lassen und bei der Doña koste er auch nur 8 €. Also gut, die Alternativen hießen nur Salat oder Huhn mit Salat: Warum nicht den Fisch?
Und zu trinken? Einen Licuado? Nein, danke, diese frisch zubereiteten Fruchtshakes mit Milch oder Wasser sind zwar sehr lecker, aber bei Betrieben, das liest man immer wieder, wo man nicht abschätzen kann, wie man es in der Küche mit der Hygiene hält, soll man besser die Finger davon lassen. Also ein Sprite. Nicht, dass ich diese Zuckerbrühe besonders gerne mag, aber in Mittelamerika lernt man die Produkte, die unter Kontrolle der Coca-Cola-Company abgefüllt worden sind, ganz neu schätzen.

2Der Fisch kommt, der Fisch schmeckt gut, der Fisch wird gegessen, ein großes Vieh, erstaunlich, wie viel da dran ist, dazu ein Teller Fritten und ein Stück Avocado.

3 4Anschließend lassen uns zu einer Stelle fahren, wo man sich mit einem Seil übers Wasser schwingen und ins Wasser springen kann, „Rope Swing“ nennt sich das und mit 1 € ist man dabei, so oft man will. Der „Lanchero“ springt auch, mit seinen Jeans, danach legt er sich in seine Lancha, lässt sich in der Sonne trocknen und döst. Da mir Fisch und Fritten im Magen liegen, bleibe ich im Sessel sitzen und filme die anderen bei ihren Schwüngen (http://www.youtube.com/watch?v=hXR1OdHo1uo). Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn nachher muss ich mir anhören, ich hätte mich nicht getraut, wie Tarzan übers Wasser zu schwingen. Rückfahrt bei Sonnenuntergang: Immer wieder wunderschön.

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Die nächsten vier Tage allerdings bin ich völlig unfähig zu Tarzan-Schwüngen, weil mich der Durchfall erwischt hat, mit dem fast alle durch Mittelamerika reisenden Europäer irgendwann Bekanntschaft machen. Und was haben die anderen mitreisenden Europäer nicht gegessen? Den blöden Fisch natürlich.

Kleine Anleitung für Anfänger: Wie man ohne viel Aufwand in kurzer Zeit 3333 Follower bekommt

Alte Hasen werden müde lächeln, aber für WordPress-Anfänger habe ich mal eine kleine Anleitung zusammengestellt.

(1) Wichtig ist, auf welche Sprache man WordPress einstellt. Da das aber ein wenig kniffelig ist, schiebe ich diesen Punkt für den Fortgeschrittenen-Kurs auf.

(2) Das Wichtigste sind natürlich die Inhalte. Ohne gescheiten Content keine Follower. Texte scheiden schon mal aus, denn der WordPresser liest nicht gerne, außerdem machen Texte Arbeit –  und die wollen wir ja vermeiden. Also Bilder, aber welche? Schöne Landschaften, interessante Orte,  je exotischer, desto besser: Nepal, Vietnam, Grönland, die Galapagos-Inseln oder das Kayangel-Atoll – so was geht immer.

Eine Reise dorthin ist zu teuer? Aber, aber, wer wird denn gleich selbst reisen. Ist doch alles schon längst tausendfach fotografiert, kursiert doch alles im Netz. Copyright ist ja so was von veraltet! Weil sich das aber noch nicht überall rumgesprochen hat, sind wir auf der Hut, wir kopieren nicht irgendwelche Bilder, die uns Googles Bildersuche liefert. Wir gehen zu http://www.panoramio.com und fischen uns aus der riesigen Menge an Bildern, die freundliche Menschen dort hochgeladen haben, damit sie auf Google Earth veröffentlicht werden, die heraus, die Google Earth abgelehnt hat. Da ist die Chance, dass das jemand merkt, etwa so hoch wie bei einem Lottogewinn.

Dazu noch einige, sagen wir mal, Retuschen. Wir kopieren in das Bild einfach unseren eigenen Copyright-Vermerk hinein. Macht ein bisschen Arbeit, zugegeben, ist aber immer noch viel einfacher, als nach Spitzbergen zu reisen, wo es zu allem Überfluss ja auch fürchterlich kalt ist.

Zur Illustration zwei Beispiele von eigenen Bildern, die Google Earth abgelehnt hat und die ich eben von panoramio.com kopiert habe:

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Man beachte den unübersehbaren Copyright-Hinweis in schwungvoller Schrift!

Das reicht aber noch nicht an Content. Gut machen sich immer Hinweise auf die verwendete Kamera und die Belichtungszeiten. Damit kann zwar niemand etwas anfangen, spricht aber alle Fotofreunde weltweit an. Weil es sowieso niemand nachprüfen kann, kann man die Angaben frei erfinden. Aber nicht zu sehr auf den Putz hauen, das könnte auffallen. Also nicht mit mehreren Leica-Modellen der M-Serie angeben. Lieber immer irgendwelche aktuellen Kameras nehmen, für die Technik-Freaks sich begeistern. Tipp: Canon EOS 5 D Mark III, Fujifilm X-Pro1 und Sony RX100 II für die schnelle Aufnahme zwischendurch. Dazu ein paar Objektive, bei Canon immer die L-Serie nehmen, das macht was her.

(3) Der Content steht, jetzt kann es losgehen. Zuerst abonnieren wir so viele andere Blogs wie möglich. Natürlich nicht irgendwelche, sondern die, die irgendwie ähnliche Interessen haben. Wir rufen also im Reader alle Blogs mit „Photographie“ auf und machen ein Häkchen bei „follow“, dann das Gleiche mit „Photography“, mit „Reise“ und Travel“, mit allen möglichen Ländern usw. usw.

Da kommt schon einmal eine Menge zusammen. Aber warum so vielen anderen „folgen“? Weil die meisten sich die Blogs ansehen, die ihnen folgen und dann oftmals im Gegenzug dem eigenen Blog folgen.

Wichtig ist, dass man die Sache weltweit anlegt, aber dazu kommen wie – wie gesagt – erst in der Fortgeschrittenen-Lektion.

(4) Das war ein einmaliger Kraftakt, in regelmäßigen Abständen sollte man Ausschau nach weiteren Blogs halten, die man dann auch abonniert. Natürlich nicht mit Email-Benachrichtigung, das wäre ein Anfänger-Fehler, der nur das Postfach überquellen lässt. Nein, für so etwas hat man den Reader.

Nun folgt die tägliche Arbeit mit dem Reader, einem äußerst nützlichen Instrument. Denn obwohl er „Reader“ heißt, liegt der Charme dieses Tools gerade darin, dass man die Beiträge der anderen gerade nicht zu lesen braucht. Die Devise lautet: Alle Beiträge aller Blogs, die man abonniert hat, mit einem „Like it“ versehen. Das geht mit Hilfe des Readers erstaunlich rasch vor sich, schon nach kurzer Zeit steigt die Like-it-pro-Minute-Leitzahl ungemein an.

(5) Wichtig ist noch das richtige setzen von Tags bei den eigenen Beiträgen. Auch dem werden wir uns der der Lektion für Fortgeschrittene zuwenden.

Das mag für Anfänger erst mal genügen. Wer diee Regeln befolgt, wird sich bald über einen ungemeinen Zustrom auf seinem Blog freuen können. Wer würde sich auch ein solches Foto (wieder aus meinem von Google Earth abgelehnten Panoramio-Bestand) entgehen lassen?

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