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Was die Natur uns schenkt ….

Was die Natur uns schenkt, —— und was wir nicht haben wollen, weil wir, wie man hier in Köln sagt, zu „verschnuppt“ sind. Ein paar Beispiele aus Asturien:

1. Brombeeren

Brombeeren wachsen fast überall in den Asturischen Bergen. Leider sagt der Asturier und bekämpft sie als Unkraut. Ich inzwischen auch. Früher haben wir mal Früchte gesammelt und Marmelade draus gekocht. Viel Arbeit, ziemlich körniges Mundgefühl. Jetzt überlassen wir die Brombeeren den Vögeln, dabei könnte man auch Saltimbocca vom Zander mit Brombeeren und Lauch servieren oder ein Brombeer-Tiramisu als Nachtisch.

2.  Haselnüsse

Rings um unsere Wiese wachsen Haselnussbüsche, teilweise schon richtige Bäume. Haselnüsse sind auch drauf. Überlassen wir den Eichhörnchen und anderen Tieren. Niemand erntet hier Haselnüsse, obwohl asturische Haselnüsse unten in der Stadt als asturische Spezialität gehandelt werden. Haselnuss-Spätzle könnten wir machen,  Haselnuss-Muffins oder frische Feigen (wachsen hier auch) mit schwarzem Pfeffer und Haselnüssen als Vorspeise. Macht alles zu viel Arbeit.

3. Holunder

Holunder betrachte ich auch mehr als Unkraut. Das Holz taugt nicht für den Ofen, die Büsche wuchern und wuchern. Außerdem mag ich Holunder nicht. Mehrmals haben wir Holunder-Gelee gemacht. Die blieb immer bis zuletzt stehen. Holunder-Birnen-Suppe oder Rehrücken (Rehe laufen hier auch rum, könnte man vom Schlafzimmerfenster aus erlegen ..) mit Holunder-Apfel-Sauce – kann uns alles nicht reizen, schon deshalb nicht, weil wir die Rehe lieber leben lassen, obwohl sie im winter an den jungen Bäumen rumnagen.

4. Esskastanien

Rio Casaño heißt der Bach unten im Tal, in der Casaño-Schlucht. Der Casaño, der Kastanienbaum ist der Baum Asturiens schlechthin. Unten in der Casaño-Schlucht kann man noch die igluähnlichen Steindinger sehen, in denen die Leute früher die Esskastanien im Winter aufbewahrt haben. Sehr nützlich, um den Hunger zu vermeiden.  Sind wir auch zu verschnuppt für. In Salzwasser gekocht isst man die Esskastanien hier. Na gut, muss nicht sein. Vielleicht ist ein Esskastanien-Eintopf leckerer oder ein Risotto mit Pilzen und Esskastanien? Wer weiß. Kühe und Esel fressen auch gerne Esskastanien. Die Bäume sind übrigens sehr nützlich. Hervorragendes Brennholz!

5. Schlehen

Sehen nett aus. Die Sträucher mit ihren tachligen Zweigen sind auch recht nützlich. Die Viehzüchter hier hacken sie ab und stopfen damit Stellen in den Zäunen. Den Kühen sind die Zweige zu picksig, da haben sie Respekt.  Die meisten werden nur Schlehen-Likör kennen. Warum nicht mal Schlehen-Sirup probieren, Schlehen-Apfel-Konfitüre oder Schlehen in Salzlake eingelegt? Ja, warum nicht? Wat der Buur nit kennt, dat frisst er nit, sagt man in Köln. Recht hat der Kölner, wir essen deswegen lieber Oliven ins Salzlake eingelegt, die gibt es im Supermarkt.