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Unbedeutende Dorfkirche

Sie steht unter Denkmalschutz, immerhin, die Dorfkirche, deren Turm ich sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue. Aber sonst wird sie wohl kein Reiseführer erwähnen, kein Tourist wegen dieser Kirche einen Umweg machen.

Neugotik, da rümpft jeder, der sich ein wenig in der Kunstgeschichte auskennt, die Nase. Nicht einmal von einem bedeutenden Architekten erbaut, sondern von Fritz Statz, der aus einer Architektenfamilie stammte und zahlreiche Kirchen im Rheinland gebaut hat. Alle im gleichen Stil. Ein paar dieser Kirchen sind schon abgerissen worden, nächsten Monat ist die nächste dran, oft stehen seine Werke nicht mal unter Denkmalschutz. Neugotik eben.

Ja wenn die Dörfler nicht 1880 ihre alte Kirche abgerissen hätten, sondern den alten, gotischen Bau stehen gelassen hätten, dann würde die Kirche sicherlich von Baedeker und Co. erwähnt. Aber so? Nicht einmal die Innenausstattung ist irgendwie reiseführerwürdig, ein Sammelsurium von allem Möglichen, oft aus anderen Kirchen übernommen, sozusagen vom Kirchenflohmarkt.

Aber hat, Neugotik hin oder her, das Gebäude nicht eine hohe ästhetische Qualität? Warum hat nur einen Wert, einen Besichtigungswert, was alt und original ist? Wenn Reisebusse hier halten würden und die Reiseleiter den hinter ihnen her trottenden Schäfchen erzählen würden, sie befänden sich in einem herausragenden Beispiel rheinischer Hochgotik, würden nicht alle brav mit dem Kopf nicken und die Kirche aus allen möglichen Blickwinkeln fotografieren?

Pfingstruhe

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Die Arbeitenden fahren nicht zur Arbeit, die Bauern lassen ihre Trecker im Schuppen. Nicht wegen der sonntäglichen Ruhe, sondern weil die Felder bestellt, gedüngt und gespritzt sind. Der Grill der Nachbarn ist zugedeckt, sie machen wie so viele einen Kurzurlaub. Die Autowaschanlage hat geschlossen, der Nordwind lässt die Bäume lauter rauschen als die Autobahn. Ein Trupp Radfahrer mit (allzu) bunter Radfahrsportbekleidung und (allzu) teuren Rädern kommt vorbei.

Sonntagsruhe im Dorf.

Bis ein immer lauter werdendes Grummeln und Brummeln Motorradfahrer ankündigt. Motorradfahrer sind gesellige Wesen, in Gruppen von mindestens 10 fühlen sie sich besonders wohl. Und weil Motorräder viel Sprit verbrauchen und kleine Tanks haben, muss einer aus der Gruppe immer zum Tanken. Die anderen lassen derweil ihre Motoren an und verständigen sich schreiend. Irgendwann sind Cola und Benzin bezahlt, alle geben noch ein paar mal ordentlich Gas, um zu testen, ob die Maschine richtig hochdreht und dann donnert der Trupp durchs Dorf, das Tempo 30 – Schild souverän ignorierend.

Vielleicht denken die Motorradfahrer: „Herrlich, dieses weite Land“ oder „Prima, so wenig Verkehr“ oder „Hier wäre es mir zu langweilig, wie diese Dörfler das nur aushalten …“

Vielleicht denken sie aber auch nur „Brum, brummm, BRRRUMMMM!!!“

Eine kleine Zeitreise

Konzert der Gruppe „Timeless“ im Sportlerheim des FC Borussia Buir 1919 e. V. – eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit – nicht nur, weil die Gruppe vor allem Hits aus den 70er und 80er gespielt hat. Das kleine Sportlerheim war voll, Jung und Alt angetan von der Musik, dem Freibier und dem Buffet. Schon lange nicht mehr so viel Kölsch getrunken …