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Vargas Llosa – Das grüne Haus

Zwei Romane von Vargas Llosa habe ich in letzter Zeit gelesen, Tante Julia und der Kunstschreiber und Das Paradies ist anderswo. Beide haben mich beeindruckt. Warum es also nicht mit einem dritten versuchen, zumal er mir in einer Wühlkiste kostenlos über den Weg lief.

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Der Umschlag, so scheint mir, ist dem Graphiker bei Suhrkamp gut gelungen, setzt das Geschehen im Urwald Brasiliens aber in ein zu heiter-buntes Licht. Denn der Roman ist erstens düster, zweitens eklig und drittens schwer verständlich. Das erste Kapitel hätte ich, wenn ich nicht die Zusammenfassung in der Wikipedia gelesen hätte, immer noch nicht verstanden.

Und als ich so im Zug und auf dem Bahnhof las, dachte ich bei der Rückfahrt auf Seite 48: Warum tust du dir das eigentlich an? Einen ebenso schwer verständlichen wie schwer verdaulichen Text zu lesen, dessen Autor es offenbar darauf angelegt, den Leser zu verwirren und in die Irre zu führen? Warum hat der junge Vargas Llosa das gemacht? Weil er Anschluss gesucht hat an die europäische Moderne und diese Moderne mit verdrehtem Schreibstil und für den Leser unverständlichen Perspektivenwechseln gleich gesetzt hat? Später jedenfalls hat Vargas Llosa auf dergleichen verzichtet … … … und als ich am Bahnhof angelangt war, war ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich auf „Das grüne Haus“ verzichten kann, und habe das Buch, das wegen diverser Schönheitsmakel nicht verkäuflich war, in den Bahnhofspapierkorb entsorgt.