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Unbedeutende Dorfkirche

Sie steht unter Denkmalschutz, immerhin, die Dorfkirche, deren Turm ich sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue. Aber sonst wird sie wohl kein Reiseführer erwähnen, kein Tourist wegen dieser Kirche einen Umweg machen.

Neugotik, da rümpft jeder, der sich ein wenig in der Kunstgeschichte auskennt, die Nase. Nicht einmal von einem bedeutenden Architekten erbaut, sondern von Fritz Statz, der aus einer Architektenfamilie stammte und zahlreiche Kirchen im Rheinland gebaut hat. Alle im gleichen Stil. Ein paar dieser Kirchen sind schon abgerissen worden, nächsten Monat ist die nächste dran, oft stehen seine Werke nicht mal unter Denkmalschutz. Neugotik eben.

Ja wenn die Dörfler nicht 1880 ihre alte Kirche abgerissen hätten, sondern den alten, gotischen Bau stehen gelassen hätten, dann würde die Kirche sicherlich von Baedeker und Co. erwähnt. Aber so? Nicht einmal die Innenausstattung ist irgendwie reiseführerwürdig, ein Sammelsurium von allem Möglichen, oft aus anderen Kirchen übernommen, sozusagen vom Kirchenflohmarkt.

Aber hat, Neugotik hin oder her, das Gebäude nicht eine hohe ästhetische Qualität? Warum hat nur einen Wert, einen Besichtigungswert, was alt und original ist? Wenn Reisebusse hier halten würden und die Reiseleiter den hinter ihnen her trottenden Schäfchen erzählen würden, sie befänden sich in einem herausragenden Beispiel rheinischer Hochgotik, würden nicht alle brav mit dem Kopf nicken und die Kirche aus allen möglichen Blickwinkeln fotografieren?

…. Tagebau (9)

Mit dem Tagebau und Energiefragen beschäftige ich mich nicht nur, weil wir jetzt sozusagen mittendrin wohnen.

Zusammen mit Roswitha (http://photolaboratorium.wordpress.com/) und Michael (http://www.mmm-mosaik-kunst.de/) bereite ich eine kleine Ausstellung vor, in der Künstler hier aus der Region ganz unterschiedliche Werke zeigen werden, die sich alle in irgendeiner Form mit der Braunkohle etc. auseinandersetzen.

Das Plakat ist schon fertig:

Kunst zeigt

 

Ansonsten schwirrt mir im Moment etwas der Kopf. Je mehr ich mich in die Materie einlese und je mehr ich den Argumenten auf den Grund gehe, desto verwirrender wird das alles.  Ein paar Beispiele werden folgen.

Plakate

Gerade mal 3 Plakate aufhängen. Die Plakate sind fertig aufgezogen, Kabelbinder sind auch da – wo also ist das Problem?

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An der Frage zeigt sich, dass ich keinerlei Erfahrung im Aufhängen von Plakaten habe. Nie in einer politischen Partei oder in einem Verein, der Plakate aufhängt, engagiert. Das Problem wurde schon erahnbar, als wir die Richtlinien zum Aufhängen von Plakaten von unserer Stadtverwaltung studierten. Laternenpfähle sind ok., gut, aber nur, wenn sie nicht lackiert sind, wenn sie nicht in der Nähe eines Fußgängerüberwegs sind, wenn sie nicht direkt am Radfahrweg stehen. Auch alle Pfähle, an denen irgendein öffentliches Schild angebracht ist wie z. B. ein Straßenschild oder ein Hinweis auf den nächsten Hydranten sind tabu.

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Oh je, nie habe ich mir die Pfähle des Ortes, in dem ich jetzt über 30 Jahre wohne, unter diesem Gesichtspunkt angesehen! Fast alle sind lackiert, am Rest hängt irgendein Straßenschild. Oder der Pfahl ist so von Bäumen verdeckt, dass man unsere schönen Plakate nicht sehen würde. Dann, auf der Hauptstraße hinter der Bahnunterführung: Jede Menge lackierter, aber völlig verrosteter Pfähle, bestens sichtbar. Das ist unsere Chance.

Das haben sich leider PiratenFDPSPD auch gedacht. Wahlkampf, so ein Ärger. Vielleicht haben sie ein oder zwei Pfähle vergessen? Tatsächlich, nach einiger Radelei finden wir 2 freie Pfähle. Mehr aber nicht. Auf dem Rückweg entdecken wir einen strategisch sehr gut gelegenen Laternenpfahl, an dem ein Plakat für eine Veranstaltung hängt, die schon vor 3 Wochen war. Das entfernen wir kurzerhand mit Hilfe einer Zange und hängen unseres dahin. Geschafft.

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