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Abschied von einem Jugendtraum

Jetzt kann man sie bei Ebay ersteigern – meine Leica. Ich hatte ja schon mal vor längerer Zeit hier im Blog berichtet, dass ich mir eine gebrauchte Leica kaufen wollte, ein „Schnäppchen“, das ich dann aber doch nicht bekommen habe.

Doch der Gedanke war so schnell nicht aus dem Kopf zu vertreiben. Schon immer wollte ich eine Leica haben, seit meiner Jugend habe ich vor den erstaunlich teuren Kameras gestanden.

Vor drei Jahren habe ich es dann mal mit einer Leica D-Lux 4 probiert. Eine Kompaktkamera, die schon ein paar Jahre alt war, als ich sie gekauft habe. Hat keine 100 Euro gekostet, und zwar mit der Ledertasche, die neu alleine soviel kostet.

Die hat mir gefallen, die kleine D-Lux. Schön, gute Bildqqualität, da gab es nichts zu meckern. Aber wie der Mensch so ist, wenn er das Gute hat, will er das Bessere. D-Lux – da lächeln die echten Leica-Fans nur mitleidig, denn bei den Modellen der D-Lux-Reihe handelt es sich um Kameras, die in Japan bei Panasonic entwickelt und dann in Japan oder jetzt in China gebaut werden. Jetzt also wollte ich eine echte Leica, entwickelt und gebaut in Deutschland.

Und natürlich lief mir bald gebraucht eine feine Kamera über den Weg, bestens erhalten und mit 800 Euro nicht teuer, wenn man bedenkt, dass das Ding neu 2500 Euro gekostet hat. Da habe ich zugeschlagen.

Wunderschöne Kamera, habe ich mich immer wieder daran erfreut, wenn sie auf dem Schreibtisch so vor mir stand. Hat auch gute Bilder gemacht und das Bedienkonzept hat mir gefallen: Nicht wie bei asiatischen Kameras üblich alle möglichen Faxen, die man in den Tiefen einer unübersehbaren Zahl von Menüs und Untermenüs einstellen kann, sondern Beschränkung auf das Wesentliche.

Aber ach. Ich habe die Kamera fast nie benutzt. Die kleine D-Lux 4 war so schön handlich und leicht, für 99% der Aufnahmen, die ich so gemacht habe, reicht die Qualität der D-Lux völlig aus. Die Leica X Vario ist wegen der Qualität des Gehäuses und des Zoom-Objektives schon recht schwer und unhandlich. Und bevor das gute Ding verstaubt, verkaufe ich es jetzt bei Ebay.

Das Geld, das ich erlösen werde, habe ich unvorsichtigerweise schon ausgegeben: Für das aktuelle Modell der Leica D-Lux, die D-Lux 7. So ganz habe ich mich also doch noch nicht von meinem Jugendtraum verabschiedet.

Nachtrag, eine Viertelstunde später: Da kann man sehen, wie sehr sich der Leica-Traum im Kopf festgesetzt hat. Ich habe mir gar keine neue Leica D-Lux gekauft, sondern das baugleiche, aber einiges günstigere Modell von Panasonic ….

Wie ich mir eine Leica kaufte

Was macht man am Sonntagnachmittag, nachdem man alles gelesen hat, was das iPad so hergibt, und immer noch Zeit bis zum Abendessen bleibt?

Man geht shoppen.

Aber was? Noch ein paar Schuhe, noch eine Hose – warum? Da kommt eine Mail von einem alten Freund, in der er berichtet, er habe sich eine neue Kamera zugelegt. Er hat zwar schon mindestens 10, aber ab und an, so meint er, braucht der Mann als solches ein neues Spielzeug. Gebraucht gekauft bei einer Firma namens buyzoxs. Komischer Name, kenne ich nicht. Ja, da habe er schon mehrmals bestellt und sei immer sehr zufrieden gewesen.

Ich schaue mir an, was buyzoxs so zu bieten hat, schreibe ins Suchfeld: „Leica“.

Viel gibt es da nicht, zwei Objektive und eine Leica D-Lux, also eine von den kleinen Leicas, über die die richtigen Leica-Fans nur lächeln. Starke Gebrauchsspuren, aber überprüft und technisch einwandfrei. Ich wollte schon das iPad beiseite legen, da fiel mein Blick auf den Preis: 0,00 Euro.

Hm.

Was ist das? Ein Lockvogel, eine Finte? Schließt man mit dem Kauf ohne es zu wollen irgendein Abo ab? Ich lege die Kamera in den Warenkorb und lese alles sorgfältig durch. Kein Abo, keine Falle zu sehen.

Hm, hm.

Vielleicht sind die Portokosten exorbitant hoch, dergleichen haben ich schon mal bei chinesischen Anbietern gesehen. Nein, 3,95 Euro Porto – das ist sehr anständig, da setzt die Firma sogar noch etwas zu, egal, welchen Paketdienst sie beauftragt.

Ich gebe meine Adresse ein und klicke weiter. Ah, sicher ist das so eine windige Firma, die nur Vorkasse auf ein Konto akzeptiert, und wenn sie das Geld haben, hört man nie wieder was von denen. Nur 3,95 Euro, aber Kleinviel macht ja bekanntlich ….. Nö, sie akzeptieren PayPal mit Käuferschutz, da kann nichts passieren. Muss ich zustimmen, dass meine Daten für Werbezwecke weitergegeben werden? Nicht einmal das.

Hm, hm, hm.

Ich kaufe das Ding. Gutes Chance – Risiko – Verhältnis, scheint mir. Sofort kommt eine Kaufbestätigung mit Widerrufsbelehrung und allem drum und dran.

Dann passiert zwei Tage lang gar nichts.

Heute kam dann eine Mail, in der steht, gemäß AGB, § Soundso, Absatz Soundso würden sie von ihrem Recht Gebrauch machen, den Vorgang zu stornieren. Meine 3,95 Euro bekäme ich selbstverständlich zurück. Keine Ahnung, ob eine Firma von einem ordnungsgemäß abgeschlossenen und aufgrund der Beträtigung rechtswirksamen Kaufvertrag wieder zurücktreten kann. Google hilft: Ja, das kann die Firma, hat der Bundesgerichtshof höchstselbst erst im Januar 2020 entschieden.

Dann eben keine Leica. Schade, denn die Handy-Fotografie mit ihren beschränkten Möglichkeiten bin ich eigentlich leid.