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Familienausflug 1915

Ich bin immer wieder überrascht, wie gut man verblichene Fotos dank Lightroom und Photoshop wieder auffrischen kann. Dieses Bild beispielsweise hatte ich schon beiseite gelegt und habe es dann einfach mit der Kompakt-Kamera abfotografiert. Unbearbeitet sieht es so aus:

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Nach 3 Stunden intensivem Rumgeklicke so:

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Der Detailreichtum der alten Aufnahme ist bei der Verkleinerung auf WordPress-Format etwas auf der Strecke geblieben, trotzdem sieht man schön das Familienidyll.

Das Idyll ist allerdings eher scheinbar. Meine Großmutter, damals 41 Jahre, war seit 2 Jahren Witwe und mit der Bewirtschaftung des großen Hofes überfordert. Der stehende Mann neben ihr war ihr bester Freund, der Ortspfarrer, „Geistlicher Rat“ genannt. Er spielte den Ersatz-Vater. Die beiden Söhne waren seit Jahren fast nur in den Ferien zuhaus, da sie in der Stadt das Gymnasium besuchten, wo sich eine „Pensionsmutter“ um sie kümmerte. Die Tochter (mit dem großen Hut, meine Tante) war in einem Nonneninternat gewesen, hatte es aber wegen Krankheit verlassen müssen. Sie war zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt und musste sich um den Haushalt kümmern, weil die Mutter ja ständig litt und überfordert war. Ein Sohn, der ältere, hatte schon Schlips und Kragen. Es war sein letztes Jahr auf der Schule, dann musste er an die Front, wo er alsbald in Kriegsgefangenschaft geriet und als „verschollen“ galt. Er kehrte erst 1920 zurück. Der jüngere Sohn, der mit dem Matrosenanzug, ist mein Vater, er war mit seinen 14 Jahren zu jung für den Krieg und musste zur Schule gehen, ein schlechter Schüler, wie er selbst sagte, der aus einem Grund, den er nie verraten hat, das Gymnasium vor dem Abitur verlassen musste. Und dann ist da noch ein etwas rätselhaftes Mädchen, offenbar mit meinem schicken Onkel herumturtelnd. War wohl schon früh ein Frauenheld, der Onkel,  der sich  15 Jahre später in aller Form mit meiner Mutter verlobt hat und der sie auch geheiratet hätte, hätte ihm mein Vater nicht die Braut ausgespannt.

Mondnacht

Die Bilder, liebe Photo-Technik-Freaks, sind technisch keineswegs gut. Weiß ich, schließlich fotografiere ich jetzt seit 54 Jahren (das stimmt, ich habe es dreimal nachgerechnet). Trotzdem beeindruckt mich schon, was eine kleine Kompaktkamera heute so kann. Einfach auf Automatik und dann aus der Hand in die Mondnacht fotografiert …

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Arbeitspause

Eine Binsenweisheit, gewiss, aber als ich heute morgen so im Garten saß und einen Apfel verspeiste, da dachte ich: Jetzt kann ich entweder den Anblick der sprießenden, in Grün- und Blautönen leuchtenden Natur genießen – oder die morschen Zweige oben auf der Birke betrachten und überlegen, wann und wie der Baum gefällt werden muss – oder mich über das Flugzeug ärgern, dass just in diesem Moment das Gurren der Tauben übertönt.

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Und was fällt uns zur Wiese ein? Der Rasen müsste gemäht werden und die braune Tonne ist voll – wohin mit dem Rasenschnitt?

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